Radikalvorschlag: Morgan Stanley rät GM zu Opel-Verkauf
Morgan Stanley spricht aus, was in Amerika so mancher denkt: Die Bank rät dem US-Autobauer General Motors, sich von seiner Tochter Opel zu trennen. Unterm Strich sei das für alle beteiligten das Beste. GM weist die Forderung zurück - man stehe zum Deutschland-Geschäft.
New York - Was soll mit dem verlustreichen Autobauer Opel geschehen? Das Wall-Street-Haus Morgan Stanley rät den Verantwortlichen des Mutterkonzerns General Motors zur Radikallösung: Trennt euch von Opel, fordern Analysten der Bank in einer 37 Seiten langen Studie mit dem Titel "Leben ohne Opel". Das sei auch für die Rüsselsheimer das Beste.
Opel habe in den vergangenen zwölf Jahren 16 Milliarden Dollar verbrannt, rechnete das Trio Adam Jonas, Ravi Shanker und Yejay Ying vor. "Die Verluste in den kommenden zwölf Jahren könnten sogar noch höher ausfallen", warnten sie in der am Donnerstag erschienen Studie. Opel sei die größte einzelne Gefahr für die langfristiges finanzielle Gesundheit und Zukunftsfähigkeit von GM. "Es gibt in der Autoindustrie nichts Schlimmeres als einen Geld verbrennenden, Ressourcen fressenden Geschäftszweig."
Opel sauge Energie aus dem ganzen Konzern ab und schade der Firmenkultur, so die Analysten weiter. "Aus unserer Sicht ist eine Trennung - wenngleich teuer - die beste Möglichkeit sowohl für die Beteiligten bei General Motors als auch bei Opel." Die Analysten sind der Überzeugung, dass es Opel unter einem neuen Besitzer besser ergehen würde. Für eine derartige Loslösung müsste GM ihrer Meinung nach aber 7 bis 13 Milliarden Dollar berappen, etwa für Pensionsverpflichtungen.
Ein GM-Sprecher wies die Forderung auf Nachfrage zurück: "Wir stehen zu Opel und sind überzeugt, dass wir das Geschäft erfolgreich sanieren können, um langfristig profitabel zu sein." Opel-Interimschef Thomas Sedran hatte kürzlich erläutert, wie er die Wende schaffen will: mit neuen Modellen, einer günstigeren Herstellung sowie höheren Verkäufen im Ausland, vor allem in Russland.
ssu/dpa-AFX
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