Wegen drohender US-Sanktionen Opel-Mutter PSA bereitet Iran-Rückzug vor

Weil Sanktionen aus den USA drohen, will der französische Autobauer PSA seine Beziehungen mit Iran aufgeben. Keine schwere Entscheidung: Die Geschäfte dort machen weniger als ein Prozent des Konzernumsatzes aus.

Carlos Tavares, Vorstandsvorsitzender von PSA Peugeot Citroën
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Carlos Tavares, Vorstandsvorsitzender von PSA Peugeot Citroën


Der französische Autobauer PSA bereitet sich wegen der drohenden US-Sanktionen darauf vor, seine Iran-Geschäfte aufzugeben. Der Konzern habe den Prozess begonnen, um die Aktivitäten seiner Gemeinschaftsunternehmen mit iranischen Herstellern auszusetzen, teilte die Opel-Mutter mit.

Das Unternehmen wies aber darauf hin, dass es mit Unterstützung der französischen Regierung in Kontakt mit den US-Behörden stehe, "um eine mögliche Ausnahme in Betracht zu ziehen".

Die USA hatten Anfang Mai das Atomabkommen mit Iran aufgekündigt, die ersten ausgesetzten US-Wirtschaftssanktionen gegen das Land treten am 6. August wieder in Kraft. Das trifft auch europäische Unternehmen: Denn laut US-Sanktionsrecht können die USA Unternehmen und Banken bestrafen, die in den USA aktiv sind, wenn sie weiter in Iran Geschäfte machen oder diese absichern. PSA hatte vor gut zwei Jahren die Rückkehr auf den US-Markt angekündigt.

Die PSA-Geschäfte in Iran machten weniger als ein Prozent des Konzernumsatzes aus, erklärte das Unternehmen. PSA hatte 2016 nach dem Ende der Wirtschaftssanktionen gegen Iran Vereinbarungen mit den Unternehmen Saipa und Iran Khodro geschlossen. Dabei ging es um die Fertigung von Fahrzeugen der Marken Citroën und Peugeot in Iran.

ans/dpa



insgesamt 14 Beiträge
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mainstreet 04.06.2018
1. Sache der Unternehmen mit wem Sie Geschäfte machen ...
Im Prinzip ist es schon so das es Sache der Unternehmen ist mit wem Sie Geschäfte machen aber ändern tut das daran nichts das Europa die Verträge mit dem Iran aufrechterhält und taktisch gesehen läuft Amerika so auch in das Leere. Die Verträge werden bleiben und die Großzahl der Unternehmen die so oder so nichts mit Amerika zu tun haben können von Sanktionen nicht getroffen werden. Voraussetzung ist aber das der Chef auf Urlaub in den USA verzichten kann solange Trump noch da ist. Nicht mal wenn ein kleinerer Autohändler der alle Marken vertriebt ein Auto Privat in den Iran exportieren würde wären die großen Autohersteller nicht betroffen und Europa steht zu dem Iran-Deal bei dem Trump ausgestiegen ist. Könnte ein Schuß nach hinten werden für die USA mit Trump.
mensch0817 04.06.2018
2. Recht und Gerechtigkeit
Ja, natürlich, man versteht den Konzern - bei noch nicht mal einem Prozent des Umsatzes. Allerdings sollte die Politik sich darüber im Klaren sein, welche Folgen es langfristig haben wird, wenn wir von der Stärke des Rechts zum Recht des Stärkeren umschwenken. Dann wird es ungemütlich...
winki 04.06.2018
3. Egal wie viel Prozent vom Gesamtumsatz,
es ist auf alle Fälle ein Kniefall vor Trump und das ist es was er will. Einer fängt an und dann werden andere nachziehen. Das dürfte das Kalkül von Trump sein. Ich befürchte er und die Israelis, die dahinter stecken, werden letztlich die Sieger sein.
MarkusH. 04.06.2018
4. 1% des Umsatzes?
400.000 Autos sind nur 1%. na dann klingeln die Kassen. trotzdem finde ich das Kuschen vor Trump bedenklich! wollte die EU das nicht unter Strafe stellen?
missourians 04.06.2018
5.
Unglaublich wie die USA die ganze Welt unterjocht! Wenn man nicht macht was sie wollen, können sie einen auf der ganzen Welt bestrafen, und das soll noch der westlicher Ordnung folgend sein, eher nicht besser als die Politik Erdogans... Ich dachte Herr Junker habe Gegenmaßnahmen hierzu angekündigt, damit die EU endlich mal emanzipiert wird, und nicht mehr nur der kleine Fußabstreifer der USA! Interessanterweise trifft die US-Sanktionen immer Regionen in denen US- Firmen schwach und die EU Firmen stark verteten sind, wie Russland und der Iran. In Russland sollen sogar die Importe der USA die letzten Jahre gestiegen sein, trotz Sanktionen, die der EU dagehen massiv zurück gegangen sein. Wie geht sowas? Lassen wir uns wirklich so plump abzoggen?
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