Opel-Umbauplan Betriebsrat wirft GM-Führung "Harakiri-Strategie" vor

Schöne Absichtserklärung: Betriebsratschef Klaus Franz hält nicht viel von den Plänen zum Opel-Umbau. Er kritisiert Konzern-Chef Nick Reilly und fordert einen massiven Beitrag von Mutterkonzern General Motors. Beim Kampf gegen den Abbau von Arbeitsplätzen sei man nicht zu Eingeständnissen bereit.

Konzernbetriebsratschef Franz: "Wir werden das nicht akzeptieren"
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Konzernbetriebsratschef Franz: "Wir werden das nicht akzeptieren"


München - Nach der Veröffentlichung des Restrukturierungsplans für Opel wirft Gesamtbetriebsratschef Klaus Franz der Unternehmensführung "betriebswirtschaftliches Harakiri" vor. Ohne eine deutliche Beteiligung des Mutterkonzerns General Motors an den Kosten des Umbaus sei der Plan nicht umzusetzen, sagte Franz der Branchenzeitung "Automobilwoche" laut Vorabbericht.

Die Ankündigung von Opel-Chef Nick Reilly, in den nächsten fünf Jahren elf Milliarden Euro in die Neuausrichtung von Opel zu investieren, sei nur eine schöne Absichtserklärung, sagte Franz. "Der entscheidende Punkt wird sein, wer wird das bezahlen", fügte er hinzu. Realistischerweise müsse auch General Motors einen spürbaren Beitrag zur Restrukturierung leisten.

Franz betonte, dass die Arbeitnehmer nicht zu Eingeständnissen bereit seien, wenn massiv Arbeitsplätze abgebaut würden wie im Fall der geplanten Schließung des Werks in Antwerpen. "Wir werden das nicht akzeptieren. Diese Haltung ist eindeutig, von England bis Spanien", sagte Franz. Zugeständnisse würden die Arbeitnehmer nur bei entsprechenden Garantien machen. "Wir wollen zur Sicherheit am Unternehmen beteiligt werden. Ohne Sicherheiten gibt es nichts von uns", sagte er.

luk/ddp



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insgesamt 305 Beiträge
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cartman0815 09.02.2010
1.
Klare Antwort, NEIN. Sollen sie doch den Laden dicht machen.
BeckerC1972, 09.02.2010
2.
Zitat von cartman0815Klare Antwort, NEIN. Sollen sie doch den Laden dicht machen.
Sehe ich genauso. Schade für die Opelaner, aber es gibt ja dann halt eine höhere Nachfrage bei anderen Anbietern und damit dann halt dort Jobs.
festuca 09.02.2010
3. Gebt die Kohle den Rüsselsheimern Opelanern !
Macht bei 1,5 Milliarden und 3200 wegfallenden Jobs fast eine halbe Million pro Nase, sollte für einen geruhsamen Lebensabend oder eine Existenzgründung reichen. GM würde das Geld ohnehin verbrennen oder davon ein neues Werk in China bauen.
sosonaja 09.02.2010
4.
Macht doch endlich dieses Faß ohne Boden zu. Mit dem Geld kann man viele wettbewerbsfähigere Unternehmen unterstützen.
Melwach 09.02.2010
5.
Lokal ist der Verlust so vieler Arbeitsplätze eine kleinere Katastrophe, aber man muss sich schon fragen wie lange, wie oft und mit welchen Beträgen denn ein Staat die Misswirtschaft von Unternehmen ausgleichen darf und sollte. Moralisch ist es eh schon kaum zu rechtfertigen, dass gewisse Branchen Millardensummen bekommen und sich um den Rest wenig bis gar nicht gekümmert wird. Gleiches Recht für alle, und irgendwann sollten die lebenserhaltenden Maßnahmen auch mal eingestellt und der Patient zu Grabe getragen werden.
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