Kriselnde Branche: P+S Werften sind insolvent

Wochenlang haben sich Geschäftsführung und Gläubiger um einen Rettungsplan bemüht - doch alle Mühen waren vergebens: Die P+S Werften melden Insolvenz an - trotz millionenschwerer Rettungskredite des Landes. 2000 Arbeiter bangen nun um ihre Zukunft.

Kai der P+S-Werft in Wolgast: Insolvenz trotz hoher Rettungskredite Zur Großansicht
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Kai der P+S-Werft in Wolgast: Insolvenz trotz hoher Rettungskredite

Stralsund - Die P+S Werften haben beim Amtsgericht Stralsund einen Insolvenzantrag gestellt. Der Antrag wurde von Geschäftsführer Rüdiger Fuchs am Mittwoch eingereicht.

Wochenlange Verhandlungen mit Kunden und Lieferanten über finanzielle Zugeständnisse und einen Erhalt des Werftenverbundes in Stralsund und Wolgast sind damit gescheitert. Für die knapp 2000 Werftarbeiter werden Ende der Woche Löhne und Sozialabgaben fällig. Diese sieben Millionen Euro kann das Unternehmen nicht mehr stemmen. Nun bangen die Arbeiter um ihre Jobs.

Die P+S-Werften-Gruppe war 2010 durch Verschmelzung der beiden früheren Hegemann-Werften in Wolgast und Stralsund entstanden. 2009 waren die beiden Werften tief in die Krise gerutscht. Nach der Finanzkrise gaben Banken kaum noch Kredite für den Bau neuer Schiffe.

Die Werften konnten nur dank eines 48-Millionen-Kredites des Landes weiterarbeiten. Die Werften, die bis dahin vorrangig Containerschiffe bauten, konzentrieren sich seitdem auf den Spezialschiffbau.

Trotz eines Auftragsbestandes im Wert von mehr als einer Milliarde Euro rutschte die Werften-Gruppe 2012 erneut in schwere Liquiditätsprobleme. Die Insolvenz konnte zunächst mit Hilfe eines rund 300 Millionen Euro schweren Rettungspakets abgewendet werden, das öffentliche Hand, Mitarbeiter und Zulieferer finanzieren sollten. Am 20. August stoppten Land und Bund ihre Hilfen in Höhe von 152,4 Millionen Euro.

ssu/dapd/dpa

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insgesamt 10 Beiträge
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1.
Glückshormon 29.08.2012
Zitat von sysopWochenlang haben sich Geschäftsführung und Gläubiger um einen Rettungsplan bemüht - doch alle Mühen waren vergebens: Die P+S Werften müssen Insolvenz anmelden. 2000 Arbeiter bangen um ihre Zukunft. P+S Werften sind insolvent - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,852660,00.html)
70.000 Euro pro Arbeitsplatz und dann zieht der Bürge sein Geld zurück, wenn es eng wird. Der Staat mit seinen Komikerpolitikern ist doch ein beschissener Unternehmer. Keine Ahnung, keinen Plan , keinen Mumm... Ist das nicht ein russisches Unternehmen?
2.
Glückshormon 29.08.2012
Zitat von sysopWochenlang haben sich Geschäftsführung und Gläubiger um einen Rettungsplan bemüht - doch alle Mühen waren vergebens: Die P+S Werften müssen Insolvenz anmelden. 2000 Arbeiter bangen um ihre Zukunft.
Vor dem Hintergrund der diversen Gesetzen (Antidiskriminierung und Wirtschftsförderung) hätte ich auch gerne 70.000,- pro Arbeitsplatz für meine Firma... Und ich ginge nicht pleite. Leider habe ich keinen Draht (über payback?) zur Politik. Traumtänzer in Verwaltung und Politik schmeißen Hunderte von Millionen raus und der Laden geht pleite. Wieviel Geld ist wohl auf Schweizer Konten gelandet?
3. Wer braucht heute noch Werften?
DonCarlos 29.08.2012
Es reicht vollkommen aus die Banken zu retten.
4. .
Jule25 29.08.2012
Zitat von Glückshormon[...] Der Staat mit seinen Komikerpolitikern ist doch ein beschissener Unternehmer. Keine Ahnung, keinen Plan , keinen Mumm... [...]
Stimmt. Daher Wählen wir in Zukunft lieber politisch rechts (= möglichst wenig Staat) statt links (= möglichst viel Staat durch Umverteilung oder gar Verstaatlichung).
5. .
Jule25 29.08.2012
Zitat von DonCarlosEs reicht vollkommen aus die Banken zu retten.
Die Politik hat nicht die Banken, sondern DEIN Geld bei den Banken gerettet - zumindest vorerst. Merkt euch das doch mal endlich!
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