Wegen Technik-Panne Siemens-Tochter startet verspätet an der Börse

Ausgerechnet am "Tag der Aktie" hat eine technische Panne den Börsengang der Siemens-Medizintechniksparte Healthineers verzögert. Immerhin startete das Papier dann aber mit Kursgewinnen.

Siemens Healthineers-Chef Bernd Montag mit Börsenglocke
DPA

Siemens Healthineers-Chef Bernd Montag mit Börsenglocke


An einem der öffentlichkeitswirksamsten Handelstage hat an der Frankfurter Börse zeitweise die Technik versagt. Weil es im Xetra-Handel technische Probleme gab, startete das Börsendebüt der Medizintechnik-Tochter von Siemens Chart zeigen mit mehr als einer halben Stunde Verspätung. Als es dann losging, gab es kräftige Kursgewinne.

Der erste Kurs für die Papiere von Healthineers wurde mit 29,10 Euro festgestellt, vier Prozent über dem Ausgabepreis von 28 Euro. Danach zogen die Aktien weiter bis auf 29,84 Euro an.

Healthineers ist unter anderem Weltmarktführer bei bildgebenden Systemen wie Röntgen- und Ultraschallgeräten sowie Magnetresonanztomographen (MRT). Zwischen den Händlertischen hatte das Unternehmen das "Magnetom" aufgebaut, das Aushängeschild unter den MRT aus der eigenen Produktion. Auf dem Display erschienen die Daten des verletzten Nationaltorhüters Manuel Neuer, der als Ehrengast zu der Börsenpremiere aufs Parkett gekommen war. Siemens Healthineers ist offizieller "Medizintechnik-Partner" von Neuers Klub FC Bayern München.

Manuel Neuer auf dem Börsenparkett
REUTERS

Manuel Neuer auf dem Börsenparkett

Siemens bringt 15 Prozent der Tochter oder 150 Millionen Aktien an den Markt. Mit einem Erlös von 4,2 Milliarden Euro ist Healthineers die viertgrößte Neuemission in Deutschland seit dem Jahr 2000. Mehr hatten nur die Deutschen Post Chart zeigen, die ehemalige Siemens-Tochter Infineon und zuletzt im Oktober 2016 die RWE Chart zeigen-Abspaltung Innogy Chart zeigen eingenommen.

Die Emission sei mehrfach überzeichnet gewesen, sagte ein Healthineers-Sprecher. Die Nachfrage aus Deutschland sei höher als üblich gewesen. Investmentbanker sagten, auch Privatanleger hätten stärker gezeichnet als sonst. An sie seien fast zehn Prozent der Papiere gegangen. Zuletzt gingen bei Neuemissionen in Deutschland nur wenige Prozent an private Investoren.

Deutsche Börse will Privatanleger locken

Die Deutsche Börse hat für diesen Freitag den "Tag der Aktie" ausgerufen. Privatanleger können die 30 im deutschen Leitindex Dax notierten Aktien ab einem Auftragswert von 1000 Euro sowie ausgewählte, börsengehandelte Indexfonds (ETF) ohne Ordergebühren kaufen. Nicht nur deshalb dürften sich die Verantwortlichen bei der Deutschen Börse über die Technikpanne geärgert haben.

Denn noch dazu ist an diesem Freitag der sogenannte Hexensabbat. An diesem großen Verfallstag laufen an der Termin- und Optionsbörse Eurex Futures und Optionen auf Aktienindizes und Einzelwerte aus. Am Kassamarkt kann dies für größere Kursbewegungen sorgen. Denn Investoren versuchen oft, zum Verfall die Kurse kurzfristig in die für sie günstige Richtung zu bewegen. Auch an der Terminbörse Eurex gab es aber zum Start technische Probleme.

mmq/Reuters/dpa



insgesamt 1 Beitrag
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eckawol 17.03.2018
1. Man erinnere sich an Kursentwicklungen von Infineon und Osram, um
zu wissen, dass man Aktien einer aus dem Siemens-Konzern an die Börse gebrachten Gesellschaften, hier also Healthineers, nicht sofort haben muss. Sie werden noch billiger ; dann kann man kaufen und ins Depot legen als langfristiger Anleger.
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