Gesetzentwurf EU-Kommission will Einsatz von Duftstoffen strenger regeln

Für einige Zusätze wird es neue Grenzwerte geben, andere könnten ganz verboten werden: Die EU-Kommission will den Einsatz einiger Duftstoffe in Parfums, Cremes oder Deodorants strenger regeln. Die Hersteller müssten ihre Rezepturen anpassen.

Parfum-Zerstäuber: Duftstoffe können allergische Reaktionen auslösen
DPA

Parfum-Zerstäuber: Duftstoffe können allergische Reaktionen auslösen


Brüssel - Das Vorhaben hat die Branche schon vor einer ganzen Weile in helle Aufregung versetzt: Der Einsatz einiger Duftstoffe in Parfums und anderen Kosmetika soll in der EU strenger geregelt werden, weil sie allergische Reaktionen wie Reizungen oder Ekzeme auslösen können. Schon im Dezember 2012 hatte die EU-Kommission einen Gesetzentwurf angekündigt, am Donnerstag schlug sie in Brüssel vor, drei bislang zur Verwendung in Kosmetika erlaubte Stoffe zu verbieten. Grund ist ein Expertengutachten, in dem diese als nicht sicher eingestuft werden.

Für zwölf als bedenklich bewertete Stoffe will die EU-Kommission Grenzwerte festlegen, sie sollen etwa für Parfums, Cremes oder Deodorants gelten. Zudem soll die Liste der Stoffe deutlich erweitert werden, über die Verbraucher ausdrücklich auf der Packung informiert werden müssen. Sowohl chemische als auch natürliche Stoffe können Hautallergien auslösen. Symptome sind Reizungen, Schwellungen, Ausschlag oder sogar chronische Ekzeme.

Stimmen die EU-Staaten und das Europaparlament den Maßnahmen zu, müssen Parfumhersteller die Rezeptur einiger Produkte ändern und die nun verbotenen Stoffe ersetzen - und das wohl auch in Klassikern der Branche. Es gehe jedoch nicht darum, bestimmte Parfums zu verbieten, betont die EU-Kommission. Aber auch die Hersteller von Bio-Kosmetika könnten demnach gezwungen sein, die Zusammensetzung einer Vielzahl ihrer Produkte zu ändern. Mindestens drei Prozent der EU-Bürger oder bis zu 15 Millionen seien schon von Parfumallergien betroffen. Die Weltgesundheitsorganisation geht davon aus, dass Allergien in den kommenden Jahren in den Industrienationen weiter zunehmen werden.

In Deutschland leiden derzeit etwa 30 Prozent der Bevölkerung an einer Allergie. Nach Nickel sind Duftstoffe der zweithäufigste Auslöser für allergische Reaktionen. Grundsätzlich wird bei Kosmetikprodukten zwischen solchen Produkten, die auf der Haut bleiben, zu denen auch Duftwässer zählen, und solchen, die abgespült werden, wie etwa Shampoos, unterschieden. Insbesondere natürliche Essenzen in der ersten der beiden Gruppen würden allergische Reaktionen hervorrufen.

Für die Parfumhersteller ist der größte Schaden, den das Gesetz anrichten könnte, nicht der teure Ersatz natürlicher durch synthetische Essenzen. Vielmehr fürchten die Hersteller, ihre gut gehüteten Rezepturen offenlegen zu müssen. Käme es tatsächlich zu einer Gesetzesanpassung, blieben auch Klassiker wie "Chanel No. 5" oder "Opium" nicht verschont.

nck/AFP

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insgesamt 19 Beiträge
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Seite 1
wdiwdi 13.02.2014
1. Rezepturgeheimhaltung kein Argument
Das erste, was alle Wettbewerber machen nachdem ein neuen Parfüm gelaucht wurde, ist eine GC/MS-Analyse. Danach sind alle Inhaltstoffe bis in den Zehntelprozent-Bereich (der Duftkomponenten, ohne Alkohol etc.) bekannt. Bei Parfümrezepturen gibt es keine wirklichen Geheimnisse. Übersichtsartikel z.B. http://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S0165993602008075
noalk 13.02.2014
2. Überfällige Maßnahme
Manche Zeitgenossen - Zeitgenossinen eher weniger - übertreiben es wirklich, seltsamerweise sind es ausschließlich Menschen mit Migrationshintergrund. Im Kontakt mit Besuchern in meinem Büro ist es mir schon oft passiert, dass die Augen zu brennen anfingen oder die Bronchien sich verengten. Nach dem Besuch musste ich immer minutenlang das Büro lüften. Einen habe ich mal nach Hause geschickt, mit der Bitte, am nächsten Tag ohne Beduftung wiederzukommen.
Artgarfunkel 13.02.2014
3.
Zitat von noalkManche Zeitgenossen - Zeitgenossinen eher weniger - übertreiben es wirklich, seltsamerweise sind es ausschließlich Menschen mit Migrationshintergrund. Im Kontakt mit Besuchern in meinem Büro ist es mir schon oft passiert, dass die Augen zu brennen anfingen oder die Bronchien sich verengten. Nach dem Besuch musste ich immer minutenlang das Büro lüften. Einen habe ich mal nach Hause geschickt, mit der Bitte, am nächsten Tag ohne Beduftung wiederzukommen.
Die wollen damit, so versuchen Sie doch anzudeuten, nur ihren Knoblauchgeruch damit überdecken. Waschen tun die sich ja auch nicht, nicht wahr?
coventina 13.02.2014
4. Und...
um welche Substanzen handelt es sich nun konkret? Es gibt eine Menge potentielle Allergene. Die kann man nicht alle verbieten, da bleibt nicht mehr viel übrig. Sinnvoller ist es, sie in der Zutatenliste aufzuführen, vielleicht auch hervorgehoben, wie es jetzt schon für etliche Substanzen vorgeschrieben ist. Dann ist es einfacher, herauszufinden, auf was man reagiert und das dann zu meiden.
cum infamia 13.02.2014
5. Regulierungsfetischisten
Endlich ist unseren Regulierungsfetischisten wieder mal was neues eingefallen ! Die Niederlage mit den Olivenölfläschchen konnte man doch nicht auf sich sitzen lassen !
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