Online-Singlebörse Parship darf sich nicht "Deutschlands größte Partnervermittlung" nennen

Im Streit über den Slogan "Deutschlands größte Partnervermittlung" hat Parship eine juristische Niederlage einstecken müssen. Das OLG München folgte der Argumentation des Konkurrenten LoveScout24.

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Das Dating-Portal Parship darf sich nicht "Deutschlands größte Partnervermittlung" nennen. Das hat das Oberlandesgericht (OLG) München entschieden. Der Senat bestätigte damit ein Urteil des Landgerichts München und wies die Berufung zurück. Der Konkurrent LoveScout24 hatte wegen des Parship-Werbespruchs auf Unterlassung geklagt - und recht bekommen.

Laut der Studie "Der Deutsche Online-Dating-Markt 2017/2018" haben beide Portale jeweils mehr als zehn Millionen Mitglieder. Das Landgericht hatte Parship bereits untersagt, sich als "größte Partnervermittlung" oder "größte Online-Partnervermittlung" Deutschlands zu bezeichnen.

Parship hatte den Anspruch unter anderem mit der höheren Zahl der zahlenden Premium-Mitglieder begründet. Das war eine Argumentation, der das Gericht nicht folgte: Der Verbraucher unterscheide nicht zwischen kostenlosen Mitgliedschaften und Premium-Angeboten.

Gericht findet Differenzierung zu fein

Parship-Premium kostet Hunderte Euro jährlich und arbeitet mit Partnervorschlägen auf der Basis von Persönlichkeitstests. Es funktioniert damit anders als LoveScout24. Diese Differenzen seien für die breite Masse aber einfach zu fein, entschied das Gericht. Partnervermittlung, Partnerbörse, Singlebörse - die Allgemeinheit mache da keine Unterschiede.

Parship wurde 2001 gegründet und gehört seit zwei Jahren zusammen mit dem kleineren Schwesterunternehmen Elite-Partner zum Fernsehkonzern ProSiebenSat.1. Die Sendergruppe wirbt auf ihren Kanälen für die eigenen Firmen. Der Konzern nutzt dafür auch nicht verkaufte Werbezeiten und lernt zudem durch Abgleich der Werbe- und Online-Nutzungs-Daten, die Kunden immer zielgenauer anzusprechen.

Die Parship-Elite-Gruppe mit Sitz in Hamburg beschäftigt 230 Mitarbeiter und hat 2017 mehr als 120 Millionen Euro Umsatz erwirtschaftet. Als Gewinn vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen blieben 30 Prozent davon übrig. LoveScout24 gab keine Auskunft über den Umsatz.

Bisher ist Parship in 13 Ländern aktiv und übernahm im Oktober zusammen mit der ProSiebenSat.1-Tochter NuCom die große US-Partnervermittlung Eharmony.

Im Video: Hilfe, ich bin Single! - Auf Partnersuche im Internet

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brt/dpa



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