Patentstreit Nokia verklagt drei Konkurrenten

In der Handybranche tobt der Patentkrieg. Nach Apple, Samsung und Motorola zieht nun auch der ehemalige Weltmarktführer Nokia in die Schlacht - und verklagt gleich drei Konkurrenten auf einmal. Neben den USA ist vor allem Deutschland der Schauplatz der Auseinandersetzung.

Nokia-Smartphones Lumia: Der Hoffnungsträger verkauft sich nur mäßig
Corbis

Nokia-Smartphones Lumia: Der Hoffnungsträger verkauft sich nur mäßig


Espoo - Der kriselnde Handykonzern Nokia hat eine beispiellose Welle von Patentklagen gestartet: Das Unternehmen wirft den Konkurrenten HTC, Research In Motion (RIM) und Viewsonic die Verletzung von insgesamt 45 Patenten vor.

Neben den USA ist Deutschland der zentrale Schauplatz - Nokia klagt vor den Landgerichten in Düsseldorf, Mannheim und München. Dabei geht es um Technik wie Antennen und Strom-Verwaltung sowie Software-Patente etwa für Verschlüsselung oder Menü-Anzeigen, wie das Unternehmen am Mittwoch erläuterte.

Nokia hält nach vielen Jahren an der Spitze des Handy-Geschäfts Tausende wichtige Patente. Trotzdem hatten sich die Finnen im tobenden Patentkrieg der Mobilfunkbranche bisher zurückgehalten. Ein Streit mit Apple Chart zeigen war im vergangenen Sommer mit einer Vereinbarung beigelegt worden. Zudem ist Nokia Chart zeigen selbst Ziel seit Jahren laufender Klagen des deutschen Patentverwerters IPCom.

Im Einzelnen zieht Nokia gegen den Smartphone-Spezialisten HTC vor die amerikanische Handelsbehörde ITC, die den Import von Geräten in die USA verbieten kann. Außerdem gibt es Klagen gegen HTC und den in Deutschland vor allem für seine Monitore bekannten Elektronik-Hersteller Viewsonic vor einem US-Gericht in Delaware. Vor dem Landgericht Düsseldorf klagt Nokia gegen HTC und den Blackberry-Anbieter RIM sowie in Mannheim und München gegen alle drei Unternehmen.

Diese drei deutschen Landgerichte sind auch Schauplatz der anderen Patentstreitereien in der Branche, unter anderem von Motorola mit Apple und Microsoft oder von Apple und Samsung Chart zeigen. Erst an diesem Mittwoch hatte das Landgericht Mannheim nach einer Klage von Motorola ein Verkaufsverbot gegen Microsofts Betriebssystem Windows 7 und die Spielekonsole Xbox 360 erlassen, das jedoch vorerst nicht vollstreckt werden dürfte.

Nokia ist stark angeschlagen: Das Unternehmen hatte in den vergangenen Jahren massiv an Marktanteilen verloren und musste Anfang dieses Jahres den inoffiziellen Titel des weltgrößten Handy-Herstellers an Samsung abgeben.

Besonders bei Smartphones sieht es für Nokia schlecht aus. Von den neuen Lumia-Handys mit dem Microsoft Chart zeigen-Betriebssystem Windows Phone setzte Nokia im vergangenen Quartal gerade einmal zwei Millionen Stück ab. Deutlich besser laufen derzeit das Google Chart zeigen-Betriebssystem Android, auf das auch HTC setzt, sowie Apples iPhone.

stk/dpa-AFX

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insgesamt 3 Beiträge
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ansgar1976 02.05.2012
1. Nokia
Schade für die Belegschaft aber jeden Tag wo es Nokia schlecht geht ist ein Freudenfest in Bochum
meimei 03.05.2012
2.
Zitat von ansgar1976Schade für die Belegschaft aber jeden Tag wo es Nokia schlecht geht ist ein Freudenfest in Bochum
Apropos RIM/Blackberry hat ja einen Teil dieser Mitarbeiter übernommen. Wo ist mal ein "Nicht-Bashing" für RIM? Nur so, ich sehe die Entwickling bei RIM nicht in der rosa roten Brille, es gibt da nur noch eine Chanche mit dem neuen OS/Smartphones. Und die müssen bald kommen und viel, sehr viel verbessern.
n+1 03.05.2012
3. Deutschland
Zitat von sysopCorbisIn der Handybranche tobt der Patentkrieg. Nach Apple, Samsung und Motorola zieht nun auch der ehemalige Weltmarktführer Nokia in die Schlacht - und verklagt gleich drei Konkurrenten auf einmal. Neben den USA ist vor allem Deutschland der Schauplatz der Auseinandersetzung. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,831030,00.html
ist für Patentstreite die erste Adresse. Denn hier kann mit jeder noch so kruden Behauptung eine einstweilige Verfügung erwirken, die dem Konkurrenten weh tut. Bis zum Hauptverfahren dauert es dann 2 Jahre (mit vielen Verzögerungsanträgen) und dann ist mancher Markt schon kaputt. Die deutschen Juristen galten mal als Weltmaßstab, ihre Gesetze als Exportschlager. Inzwischen stehen sie eher für unfreiwillige Komik
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