San Jose - Der südkoreanische Elektronikkonzern Samsung ist im Patentstreit mit seinem US-Konkurrenten Apple zu einer Milliardenstrafe verurteilt worden. Samsung müsse an den iPhone- und iPad-Hersteller wegen Patentverletzungen 1,05 Milliarden Dollar (rund 838 Millionen Euro) Schadensersatz zahlen, entschied ein US-Geschworenengericht in San Jose am Freitag.
Beschwerden von Samsung, Apple habe Patente verletzt, wurden abgewiesen. Apple hatte Samsung vorgeworfen, das Design seines iPads und seines iPhones nachzuahmen. Samsung wiederum hatte geklagt, Apple verstoße gegen Patente bei der Wireless-Kommunikation.
Damit spitzt sich der Konkurrenzkampf der Konzerne zu. Zusammen verkaufen die beiden Unternehmen mehr als die Hälfte aller Smartphones in der Welt. Apple und Samsung werfen sich seit langem gegenseitig Ideenklau und Patentverletzungen vor.
In seiner Klageschrift hatte Apple zuvor 2,5 Milliarden Dollar Schadensersatz von den Südkoreanern gefordert, weil sie die Ideen von iPhone und iPad gestohlen hätten, um konkurrierende Produkte auf den Markt zu bringen. Samsungs Anwalt Charles Verhoeven bezeichnete die Forderung in Schlussplädoyers als lächerlich. Er warf Apple seinerseits vor, Samsungs Technologie ohne angemessene Entschädigung genutzt zu haben.
Die neun Geschworenen hatten die Entscheidung nach nur drei Tagen gefällt. Angesichts des komplexen Sachverhalts und eines langen Fragenkatalogs war allgemein mit längeren Beratungen gerechnet worden.
Die Richterin Lucy Koh hatte die Jury am Dienstag mit dem Fall betraut, nachdem die Anwälte der beiden Unternehmen ihre abschließenden Stellungnahmen abgegeben hatten. Der Aufforderung der Richterin zu einer gütlichen Einigung waren beide Seiten nicht nachgekommen.
suc/dpa/AFP/dapd/Reuters
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