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Patentstreit um Android: Oracle verlangt Milliarden von Google

Google bekommt wegen seines Handy-Betriebssystems Android neuen Ärger. Die Firma Oracle beklagt mögliche Patent- und Urheberrechtverletzungen. Die Schadenersatzsumme soll der Suchmaschinenriese verheimlicht haben: Sie geht in die Milliarden.

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Google-Logo: Massiver Ärger mit Oracle

San Francisco - Der Rechtsstreit um Googles mobiles Betriebssystem Android spitzt sich zu: Schon seit vergangenem Jahr klagt der Softwarekonzern Oracle klagt wegen möglicher Patentverstöße und Urheberrechtsverletzungen gegen den Internetkonzern. Jetzt hat Oracle vor Gericht neue Unterlagen eingereicht. Laut diesen soll Google versucht haben, die verlangte Schadenersatzsumme zu verheimlichen.

Die Forderung hat es in sich: Oracle sei ein Schaden entstanden, der in die Milliarden gehe, hieß es in der Eingabe ans Gericht. Der Patentexperte Florian Müller schreibt in seinem Blog, die Forderung nach Transparenz sei ein Signal, das sich Oracle sicher sei, mit der eigenen Klage Chancen zu haben. Bei Google war zunächst niemand für eine Stellungnahme zu erreichen.

Im Mittelpunkt des Streits steht die Java-Technologie, die Oracle mit der 7,4 Milliarden Dollar teuren Übernahme von Sun Microsystems erworben hatte. Mit dieser können Entwickler Programme schreiben, die auf unterschiedlichen Geräten und Software-Systemen laufen. Die mobile Variante von Java wird auf verschiedenen Mobilfunk-Plattformen eingesetzt. Oracle wirft Google vor, bei der Programmierung von Android teilweise Coda aus Java übernommen zu haben.

Android hat sich zu einem der beliebtesten Betriebssysteme bei Smartphones gemausert und wird von einer ganzen Reihe von Herstellern eingesetzt. Android-Handys sind inzwischen eine ernste Konkurrenz für Apples iPhone.

Doch Google hat ein Problem: Der Suchmaschinenkonzern hält kaum Smartphone-Patente. Die Angriffsfläche für Klagen ist daher groß. Schon jetzt muss Google mitansehen, wie Microsoft über Software-Lizenzen an jedem Android-Handy mitverdient.

Weitere Attacken dürften folgen: Lex Machina, eine Datenbank für Patentklagen, listet für Android schon Dutzende Patentstreite auf - gegen Google und gegen Handy-Hersteller, die Android verwenden. "Android-Handys sind besonders bedroht", sagte Patentexperte Müller SPIEGEL ONLINE im Februar. "Kriegt Google das Problem nicht in den Griff, werden sie immer weniger Funktionen haben. Oder sie werden durch Lizenzzahlungen immer teurer. Die Vision vom freien Smartphone-Betriebssystem droht zu scheitern."

ssu/dpa-AFX/Reuters

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insgesamt 22 Beiträge
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1. Nö, keine Lust auf Titel
Mr Bounz 17.06.2011
Patente als Fortschrittsbehinderung sind unverantwortlich! Ich hätte da ne Idee, Patent auf Mund aufmachen und dann kommt Sprache raus ...... Und für die Apple Fans bei SPON, das Iphone ist schon lange überrundet, nicht nur in der Leistung sondern auch im Marktanteil, bei den Apps und bei den Innovationen erst recht.
2. .
Oberleerer 17.06.2011
Da kann sich Google mal wieder als Held hinstellen, wenn sie eine öffentliche Patendatenbank erstellen. Dann können sich Doppel- und Trivialpatente besser entfernen lassen und der Irrsinn der Patente zeigt sich für alle Welt. Stellt sich die Frage, ob Google nicht selber an Patenten verdient.
3. !
Wer ich wirklich bin, 17.06.2011
Zitat von sysopGoogle bekommt wegen seinem Handy-Betriebssystem Android neuen Ärger. Die Firma Oracle beklagt mögliche Patent- und Urheberrechtverletzungen. Die Schadenersatzsumme soll der Suchmaschinenriese verheimlicht haben: Sie geht in die Milliarden. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,768906,00.html
Diese Forderung kommt nur zustande, weil Oracle *glaubt*, dass Googles Werbeeinahmen irgendeinen "Schaden" für Oracle darstellen. Die unbestechliche Logik der Patenttrolle: Ohne die Verwendung von Java gäbs kein Android und damit auch keine Werbeeinahmen für Google. Blick in die Glaskugel: Google wird für die vermeintlichen oder echten Patent- und Urheberrechtsverletzungen ein paar Milliönchen zahlen und das wars.
4. Titel
EmmetBrown 17.06.2011
Zitat von Mr BounzPatente als Fortschrittsbehinderung sind unverantwortlich! Ich hätte da ne Idee, Patent auf Mund aufmachen und dann kommt Sprache raus ...... Und für die Apple Fans bei SPON, das Iphone ist schon lange überrundet, nicht nur in der Leistung sondern auch im Marktanteil, bei den Apps und bei den Innovationen erst recht.
Und was hat das mit dem Artikel zu tun? Ist das vorauseilendes Apple-Bashing, um vom Thema abzulenken? Ich frage mich wie gross bei manchen meiner Mit-Android-User das Trauma sein muss. Sie gehören wohl auch zu den Fanboys und Quartettspielern die nur dann mit ihrem Gerät zufrieden sind wenn es auf Platz 1 steht. Ich fand Android auch schon nicht schlecht als es noch in den Kinderschuhen steckte. Aber diese Vergötterung findet man doch sonst nur auf der "Gegenseite".
5. Gähn...
dassebi 17.06.2011
Zitat von Mr BounzPatente als Fortschrittsbehinderung sind unverantwortlich! Ich hätte da ne Idee, Patent auf Mund aufmachen und dann kommt Sprache raus ...... Und für die Apple Fans bei SPON, das Iphone ist schon lange überrundet, nicht nur in der Leistung sondern auch im Marktanteil, bei den Apps und bei den Innovationen erst recht.
Wurde Apple in dem Artikel mit auch nur einem Wort erwähnt? Warum muss man hier schon wieder direkt eine dieser ermüdenden und - entschuldigung - recht armseeligen Diskussionen lostreten... Ich fahre VW und Du Opel. Na und!? Darüberhinaus sind Patente keine Fortschrittsbehinderung, sondern ein notwendiger Investitionsschutz für nicht so mächtige Firmen wie Goolge oder Apple. Da aber immer noch gleiches Recht für alle gilt, genießen auch Firmen wie Oracle Patentschutz.
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Google
Der Konzern
Google wurde 1998 von den Studenten Sergey Brin und Larry Page gegründet und ging ein Jahr später online. 2010 machte die Firma mit ihren rund 20.000 Angestellten einen Umsatz von mehr als 29 Milliarden Dollar. Unterm Strich blieben davon 8,5 Milliarden Dollar als Gewinn übrig. Die dominierende Stellung im Markt für Online-Werbung sorgt für ein attraktives Geschäftsmodell, birgt aber auch die Gefahr der extremen Abhängigkeit von nur einer Ertragsquelle. Immerhin 96 Prozent der Einnahmen erzielte Google im vergangenen Jahr mit Werbung.
Die Geschäftsfelder
Google hat im Laufe der Jahre zahlreiche Unternehmen übernommen - so etwa 2006 die Videoplattform YouTube und 2007 den Online-Vermarkter Doubleclick. Gleichzeitig hat die Firma ihre Geschäftstätigkeit auch selbst ausgebaut, zum Beispiel mit dem Dienst Google Street View oder dem E-Mail-Anbieter Google Mail.

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