Paul Allen Jacht von Microsoft-Gründer zerstört Korallenriff

Vom Umweltschützer zum Umweltzerstörer: Die Jacht von Microsoft-Gründer Paul Allen ist auf ein geschütztes Korallenriff gefahren. Das Idyll vor den Cayman Islands nahm erheblich Schaden.

Corbis

Paul Allen ist eigentlich keiner der Multimilliardäre, denen die Natur egal ist. Der Microsoft-Mitgründer setzt sich für den Schutz afrikanischer Elefanten ein, gegen illegalen Fischfang - und unterstützt eine Organisation, die Jachtbesitzer über die Schäden aufklärt, die sie im Meer anrichten können.

Künftig kann Allen aus erster Hand erzählen: In der Nähe der Cayman Islands hat seine rund 90 Meter lange Jacht "MV Tatoosh" ein geschütztes Korallenriff durchgepflügt und weitgehend zerstört. Die Kette des Schiffs soll rund 80 Prozent des 1300 Quadratmeter großen Riffs aufgerissen haben.

Ein Taucher habe die Crew darauf aufmerksam gemacht, dass ihre Ankerkette das Korallenriff beschädigt habe, heißt es in einer Erklärung von Allens Investmentfirma Vulcan. Die Jacht sei dann schnell abgedreht. Man unterstütze die Ermittler auf den Cayman Islands bei der Aufklärung des Vorfalls.

Die Beschädigung des maritimen Ökosystems könnte Allen bis zu 600.000 Dollar Strafe kosten - keine große Summe, angesichts der 18,4 Milliarden Dollar, auf die das Vermögen Allens geschätzt wird. Der Mann, der mit Bill Gates 1975 den lange erfolgreichsten Softwarehersteller der Welt gründete, lag auf der "Forbes"-Liste der reichsten Menschen der Welt auf Platz 51.

ade

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insgesamt 45 Beiträge
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Seite 1
br0iler 29.01.2016
1. passiert wahrscheinlich öfter als man denkt
hätte ein "Noname" das Riff geschrottet, würde das keine Meldung wert sein. Auch "Reichen" passieren dumme Dinge. Dumm gelaufen. Er wird seine Strafe bezahlen, wahrscheinlich noch was drauf legen um den schaden wieder zu beheben und gut ist. Ich will gar nicht wissen, wie oft sowas passiert und zufällig kein Taucher das mit bekommt. Die Welt wird sich weiter drehen.
darthmax 29.01.2016
2. Propaganda?
Der Anker mit Ankerkette hat das Riff beschädigt. Das ist traurig genug und wieso ist das Ankern dort nicht verboten ? Die Yacht habe ein Korallenriff durchpfügt, da wundert es, dass das Schiff nicht beschädigt ist.
Das Grauen 29.01.2016
3. 600000 Dollar? Viel zu wenig!
Die Yacht sollte auch konfisziert werden. Würde man bei unverantwortlichen Autofahrern ja auch so machen. Wenn Paul Allen es ernst meint mit seinem Engagement für die Umwelt, gibt er sie freiwillig ab. Dieses Debakel sollte ihm bewiesen haben, daß Umweltschutz und ein Milliardärs-Lebensstil nicht gut zusammengehen. Er muß sich entscheiden - Vorbild oder Scheinheiliger?
biogeo 29.01.2016
4. Aus erster Hand
Aber er war doch nichtmal am Bord?! Und der Ankerplatz wurde Ihnen von der Behörde vorgegeben (laut Aussagen der Crew). Sicherlich eine Umweltkatastrophe, aber in dem Artikel wird ein Unbeteiligter zum Buhmann gemacht
bruno bär 29.01.2016
5.
Shit happens. Kann mal passieren, ist aber kein Weltuntergang. Und alle die sich jetzt mega aufregen...kommt mal runter! euer Müll ist auch nicht besser, denkt mal an das ganze Plastik im Wasser, das kommt von UNSEREM letzten Einkauf von Gemüse in Plastikverpackung etc.
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