Pay-TV Telefónica steigt bei Berlusconi-Konzern Mediaset ein

Der verlustreiche italienische Fernseh-Konzern Mediaset braucht Partner: Das spanische Mobilfunk-Unternehmen Telefónica übernimmt rund elf Prozent des Unternehmens, auf dem Ex-Ministerpräsident Silvio Berlusconi einst seine Macht aufbaute.

Mediaset-Gründer Silvio Berlusconi (Archivbild): Medienkonzern braucht Kapital
REUTERS

Mediaset-Gründer Silvio Berlusconi (Archivbild): Medienkonzern braucht Kapital


Rom - Der spanische Telekommunikationskonzern Telefónica Chart zeigen ist bei dem italienischen Bezahlsender Mediaset Chart zeigen von Ex-Regierungschef Silvio Berlusconi eingestiegen. Telefónica, der auch den deutschen Mobilfunkanbieter O2 kontrolliert, habe für 100 Millionen Euro 11,1 Prozent der Anteile erworben, teilte Mediaset mit.

Mediaset hatte Telefónica erst Anfang Juli seinen Anteil von 22 Prozent am Pay-TV-Sender Digital+ für 295 Millionen Euro überlassen. Gleichzeitig erhielt Mediaset mehr als 30 Millionen Euro für den Verzicht auf ein Vorkaufsrecht für andere Anteile an Digital+, die der spanischen Mediengruppe Prisa gehören.

Auf der Kontrolle von Mediaset baute Berlusconi einst seine Macht in Politik und öffentlicher Meinung auf. Seit einiger Zeit kämpft der Konzern aber mit sinkenden Umsätzen: Im ersten Quartal hatte das Unternehmen unter dem Strich einen Verlust von 12,5 Millionen Euro verbucht. Mediaset braucht dringend Kapital, etwa wegen steigender Kosten für Fußball-Übertragungsrechte.

Mediaset verhandelt zudem mit dem arabischen Fernsehsender Al Jazeera über eine Pay-TV-Allianz in Italien. Auch mit anderen möglichen Partnern werde über eine Zusammenarbeit gesprochen, sagte Vizeverwaltungsratschef Pier Silvio Berlusconi, der Sohn des ehemaligen Ministerpräsidenten. Dabei gehe es auch um einen Zugang zum englischsprachigen Markt.

ade/AFP/Reuters




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