Grüße nach Berlin Peking baut größten Flughafen der Welt - im Eiltempo

Hauptstadtflughafen, leicht gebaut: Während beim Berliner BER die Pannenserie nicht abreißt, liegt Peking voll im Zeitplan. Das Großprojekt "Seestern" soll in nur 40 Monaten fertig sein. Dutzende Dörfer mussten weichen.

DPA

Im Minutentakt donnern Laster und Betonmischer auf der Landstraße vorbei, bis sie vor einer Straßensperre abrupt bremsen. Sicherheitsleute kontrollieren Papiere, eine Schranke hebt sich, und die rasante Fahrt der Trucks geht weiter. Vorbei an Unterkünften für Tausende Arbeiter, dann in eine Baugrube, aus der unzählige Kräne ihre stählernen Hälse recken.

So sieht es also aus, wenn in China ein neuer Hauptstadtflughafen gebaut wird, der alles bisher Dagewesene übertreffen soll. Niemand will hier Zeit verlieren: Im September 2015 begannen die Arbeiten an dem Bauwerk, das nach Angaben der Flughafengesellschaft bald das nach Fläche größte Flughafen-Terminal der Welt sein wird.

Jetzt, eineinhalb Jahre später, ist schon fast Halbzeit. Bis 2019 soll der "Seestern" mit seinen sechs charakteristischen Seitenarmen die Arbeit aufnehmen. Und anders als in Berlin kann man sich fast sicher sein, dass der Termin für den neuen Flughafen 60 Kilometer südlich vom Stadtzentrum auch eingehalten wird.

45 Millionen Passagiere sollen jährlich abgefertigt werden

Erst Ende Februar inspizierte Chinas Präsident Xi Jinping die Großbaustelle persönlich und ließ sich zusichern, dass es keine Verzögerungen geben werde. Allein das dürfte den Bauleitern genug Druck bereiten, damit tatsächlich pünktlich am 15. Juni 2019 die ersten Flieger abheben können. Zunächst sollen 45 Millionen Passagiere jährlich abgefertigt werden. Später, nach einigen Erweiterungen, soll ihre Zahl auf 100 Millionen Passagiere pro Jahr steigen.

China ist schon heute das Land mit den meisten Flughäfen der Welt. Als in Berlin 2006 der Grundstein für den BER gelegt wurde, waren in China 140 Flughäfen in Betrieb. In der Zwischenzeit sind noch einmal knapp 60 dazugekommen. Doch damit ist noch längst nicht das ganze Land versorgt: Bis 2025 sollen nach Plänen der Regierung noch einmal 124 neue Flughäfen entstehen.

Eine veranschlagte Bauzeit von vier Jahren, wie für Pekings neuen Pracht-Flughafen, ist dabei allerdings die Ausnahme. "Nur bei den wichtigsten und größten Flughäfen dauert es so lange", sagt der chinesische Flughafen-Designer Fang Cheng. Im Durchschnitt würde der Bau lediglich zwei bis drei Jahre in Anspruch nehmen.

Planierraupen rückten an, um Platz zu schaffen

Anders als in Deutschland, wo die Interessen viele verschiedener Seiten unter einen Hut gebracht werden müssten, würden in China Großprojekte aus einer Hand geplant, sagt Sheng Guangyao. Deshalb seien sie effizienter, glaubt der Wissenschaftler.

Dass in China alles etwas schneller geht, hat aber sicher noch einen anderen Grund. Hürden räumt die kommunistische Führung rigoroser aus dem Weg, als es in westlichen Demokratien möglich wäre. Noch bevor die Arbeiten am Flughafen in Peking begannen, rückten Planierraupen an, um Platz zu schaffen. Dutzende Dörfer wurden dem Erdboden gleichgemacht.

man/dpa



insgesamt 129 Beiträge
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vox veritas 10.04.2017
1.
Völker der Welt: Schaut auf diese Baustelle und ihre Brandmeldeanlage!
Poseri 10.04.2017
2.
Und da kommen sie auch schon aus ihren Löchern... etliche Querverweise auf den BER ohne die egtl. Problematik zu hinterfragen. Und nein, würden sich die Chinesen an irgendwelche Richtlinien oder Prozesse halten ginge es dort auch nicht im Eiltempo. Wie dem auch sei... beim BER steckt System dahinter, das kann nur so gewollt sein.
Hyacinth 10.04.2017
3. Brandschutz nach deutschem Standard?
Ich fürchte Fehlanzeige. Und deshalb sind die Flughäfen auch NICHT vergleichbar! Chinesische Qualität konnte mich bis jetzt noch bei keinem Haushaltsgerät überzeugen, warum sollte mich deren Flughafen interessieren? Dass dies in unserer armen Welt überhaupt einen Artikel wert ist...
dbrown 10.04.2017
4. Da geht sicher vieles
nicht mit rechten Dingen zu, Korruption dürfte in Perfektion stattfinden, dort wird aber noch VOR dem ersten Aufsetzer in BER die erste Million an Passagieren herumlaufen.
Benjowi 10.04.2017
5. Ineffizient und schlecht regiert-das ist Deutschland im Jahr 2017
Man muss noch lange nicht die Methoden zugrunde legen, die in China möglich sind-nur: was mittlerweile in Deutschland passiert und sich z.B. im BER manifestiert ist einfach nur noch untragbar. In China tut man das, was notwendig ist,-in Deutschland redet man nur noch über das, was notwendig wäre. Sowas kann auf die Dauer auf keinen Fall konkurrenzfähig durchhalten-aber diese Erkenntnis hat berufsmäßige Bedenkenträger noch nie aufgehalten. Und leider wird Deutschland seit einiger Zeit von solchen Leuten massiv schlecht und uneffizient regiert!
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