Führungswechsel Persil-Hersteller Henkel bekommt neuen Chef

Vorstandschef Kasper Rorsted verlässt den Dax-Konzern Henkel früher als geplant. Nach acht Jahren hört der Däne beim Hersteller von Persil, Pril und Pattex Ende April auf - sein Nachfolger steht schon fest.

Designierter Henkel-Chef Van Bylen: Überraschend schneller Abgang von Vorgänger Rorsted
DPA

Designierter Henkel-Chef Van Bylen: Überraschend schneller Abgang von Vorgänger Rorsted


Der Konsumgüterkonzern Henkel bekommt einen neuen Vorstandschef. Der bisherige Chef Kasper Rorsted scheide Ende April aus dem Vorstand von Henkel aus, sein Nachfolger werde der ebenfalls für Henkel arbeitende Hans Van Bylen, teilte der Dax-Konzern am Montag mit. Damit habe der Aufsichtsrat zusammen mit dem Gesellschafterausschuss einem Wunsch Rorsteds entsprochen.

Hans Van Bylen leitet derzeit den Unternehmensbereich für Pflege und Kosmetik unter anderem mit der Shampoo-Marke Schwarzkopf. Über seine Nachfolge in dieser Funktion werde zu gegebener Zeit entschieden.

Der Konzern Henkel hat drei unterschiedliche Unternehmensbereiche mit zahlreichen weltbekannten Marken: Pflege und Kosmetik, zu dem Schwarzkopf gehört mit Marken wie Fa, Schauma oder Taft. Die zweite Sparte sind Wasch- und Reinigungsmittel mit Produkten wie Persil, Pril, Weißer Riese, Perwoll oder Sidolin. Außerdem gehört zu Henkel die Sparte Kleb- und Dichtstoffe mit Marken wie Loctite, Pritt, Ponal oder Pattex.

Rorsted, Vater von vier Kindern, war 2005 vom US-Computerhersteller Hewlett Packard zu Henkel nach Düsseldorf gewechselt. Im April 2008 wurde er Vorstandschef. Rorsted schaffte es, den Kurs der Henkel-Aktie zu steigern. Auf der Hauptversammlung am 11. April kann er dann den Anteilseignern noch seine Schlussbilanz vorlegen. "Kasper Rorsted hat für Henkel sehr viel erreicht", sagte Aufsichtsratschefin Simone Bagel-Trah: "Umsatz und Profitabilität sind deutlich gestiegen."

Um Rorsted hatte es in der Vergangenheit immer wieder Wechselgerüchte gegeben. Im vergangenen September hatte das manager magazin berichtet, dass Rorsted beim Adidas-Aufsichtsratschef Igor Landau seine Aufwartung gemacht habe. Es habe ein "langes und intensives Gespräch" gegeben, bei dem es um die Nachfolge von Adidas-Vorstandschef Herbert Hainer gegangen sei. Allerdings seien sich Rorsted und Adidas nicht handelseinig geworden.

Ein Aktienhändler kommentierte die Nachricht am Vormittag: "Falls er zu Adidas Chart zeigen gehen sollte, wäre das ein positives Signal für das Unternehmen." Die Aktie des Sportartikelherstellers gewann fast zweieinhalb Prozent und setzte sich damit an die Spitze des Leitindex Dax Chart zeigen.

"Rorsted hatte ein sehr gutes Standing und ist ein guter Mann", sagte ein weiterer Börsianer. Entsprechend negativ reagierte die Henkel Chart zeigen-Aktie - das Papier verlor am Vormittag vier Prozent und war damit schlechtester Wert im Dax.

nck/Reuters/dpa

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treime 18.01.2016
1. Und Rosted wandert rüber zu Adidas...
... könnte man quasi die Meldung ergänzen, um aktuell zu bleiben.
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