Personal-Affäre in New York: US-Fahnder ermitteln gegen HSH-Manager

Die Bezirksstaatsanwaltschaft von New York ermittelt gegen hochrangige Manager der HSH Nordbank, darunter Vorstandschef Dirk Jens Nonnenmacher. Sie stehen nach SPIEGEL-Informationen unter Verdacht, den ehemaligen Leiter der New Yorker HSH-Filiale fälschlich und gezielt als Konsument von Kinderpornografie diskreditiert zu haben, um ihn leichter loswerden zu können.

Dirk Jens Nonnenmacher: Was wusste der HSH-Nordbank-Chef über schmutzige Tricks? Zur Großansicht
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Dirk Jens Nonnenmacher: Was wusste der HSH-Nordbank-Chef über schmutzige Tricks?

Das geht aus einem Bericht der Anwaltskanzlei WilmerHale hervor, den die Bank selbst in Auftrag gegeben hat, nachdem sie über das staatsanwaltschaftliche Ermittlungsverfahren unterrichtet wurde. Dem Bericht zufolge führt die Staatsanwaltschaft in New York auch den derzeit von seinen Aufgaben befreiten Chefjustitiar Wolfgang Gößmann als Verdächtigen.

Anlass für die Ermittlungen war eine von einem 13-köpfigen Team durchgeführte Razzia im Büro des Leiters der New Yorker HSH-Filiale, Roland K., die am 17. September 2009 in der New Yorker HSH-Dependance stattgefunden hatte. Zu den Mitgliedern des Teams zählten auch Gößmann, der Vorstand des Sicherheitsunternehmens Prevent AG, Thorsten Mehles, und eine Partnerin der Potsdamer Rechtsanwaltskanzlei Erbe.

Im Rahmen eines Bildes von K.s Tochter fand sich bei der Durchsuchung ein Aufkleber mit einer E-Mail-Adresse, in der das Wort "kid" (Kind) vorkam. Daneben stand ein Begriff, der sich später als Passwort herausstellte. Darüber hinaus gab es auf K.s Rechner dubiose E-Mails eines "Jan Nowak", die zu Dateien mit kinderpornografischen Fotos führten.

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Doch die von der Bank angestoßenen Ermittlungen der New Yorker Polizei gegen K. nahmen eine überraschende Wende: Am 22. April 2010 teilte die New Yorker Staatsanwaltschaft Anwälten der Bank mit, dass aus ihrer Sicht Roland K. das Opfer einer Intrige geworden sei. Eine Bewertung, die die Anwälte von WilmerHale teilen. In ihrem Report heißt es: "Es gibt keinen belastbaren Beweis dafür, dass Herr K. die kinderpornografischen Bilder aus dem E-Mail-Account auf seinem Bürorechner genutzt hat. Dagegen gibt es belastbare Indizien, dass Herrn K. eine Falle gestellt wurde. Dass der E-Mail-Account von jemand anderem erzeugt wurde. Dass der Aufkleber auf der Rückseite des Fotos von Herrn K.s Tochter ebenso wie die E-Mails des Jan Nowak platziert wurden."

Gößmann bestreitet "in irgendeiner Weise an einer Aktion beteiligt" gewesen zu sein, in deren Rahmen Herrn K. kinderpornografisches Material untergeschoben" worden sei. Eine solche Unterstellung sei "abwegig und unzutreffend".

HSH-Sprecher Frank Laurich teilte mit, WilmerHale habe "festgestellt, dass Herr Nonnenmacher sich in diesem Zusammenhang jederzeit pflichtgemäß verhalten hat". Wer bei WilmerHale so eine Aussage sucht, scheitert jedoch.

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insgesamt 81 Beiträge
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1. .
orion4713 28.08.2010
Zitat von sysopDie Bezirksstaatsanwaltschaft von New York ermittelt gegen hochrangige Manager der HSH Nordbank, darunter Vorstandschef Dirk Jens Nonnenmacher. Sie stehen nach SPIEGEL-Informationen unter Verdacht, den ehemaligen Leiter der New Yorker HSH-Filiale fälschlich und gezielt als Konsument von Kinderpornografie diskreditiert zu haben, um ihn leichter loswerden zu können. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,714340,00.html
Wenn das zutrifft, muß man davon ausgehen, dass sich der Abschaum der Managerklasse wohl bei der HSH Nordbank versammelt hat...
2. Usa !!!!
Frank Wagner 28.08.2010
Jetzt bin ich ja mal gespannt. Das Leute wie Nonnenmacher hier in Deutschland für die Milliardenschäden die sie verursacht haben nicht zur Verantwortung gezogen werden..daran ist man ja schon gewöhnt. Aber ob die in de USA mit so einer Nummer durch kommen ? Allerdings..wenn es da zu einem Schadenseratzprozess kommen sollte...mit den US üblichen Beträgen..das zahlen garantiert auch wieder wir Steuerzahler..
3. Boulevard
druum 28.08.2010
Spiegel Online, ich denke ich verabschiede mich langsam. Dieser Artikel, bzw. v.a. die Aufmachung erinnern mich doch an ganz andere "Nachrichtenportale" die ich absichtlich nicht lese. Die Affäre um die es hier geht, ist doch wohl eher eine Rufmord oder Intrigen Affäre, aber keine "Sex Affäre"!??! Aber Sex sells. Und dann noch mit der Hauptüberschrift und dem Photo. Was denkt nun der Leser, der nicht weiterliest?! Ganz schlechter Stil...
4. Das Geld der Steuerzahler...
interessierter.leser 28.08.2010
Das Geld der Steuerzahler wird hier also nach wie vor in nie geahntem Maße zum Fenster hinausgeworfen - und das nur, weil die piefigen Landesbänkler sich einbilden, sie müßten auch am internationalen Kapitalmarkt mitspielen. Liebe Damen und Herren der HSH, der West- und sonstigen LBs: Mit Schmierenspielchen von dieser Sorte, mit Presseberichten über Prostituierte und Koakin in der New Yorker HSH Dependance schaffen sie es so schnell nicht in die Welt der Profis. Mit einem Mann vom Format eines Herrn Nonnenmachers übrigens auch nicht - der könnte vom Stil und Auftreten her eher Zuhälter oder Besitzer eines Nobelbordells sein, aber sich kein ernstzunehmender Manager. Man sollte den Steuerzahler nun endlich entlasten und die offenbar nicht lebensfähige HSH Nordbank einfach abwickeln.
5. Sympathie kann man nicht kaufen
christiane006 28.08.2010
Zitat von sysopDie Bezirksstaatsanwaltschaft von New York ermittelt gegen hochrangige Manager der HSH Nordbank, darunter Vorstandschef Dirk Jens Nonnenmacher. Sie stehen nach SPIEGEL-Informationen unter Verdacht, den ehemaligen Leiter der New Yorker HSH-Filiale fälschlich und gezielt als Konsument von Kinderpornografie diskreditiert zu haben, um ihn leichter loswerden zu können. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,714340,00.html
ich konnte den Herrn schon nicht leiden, als ich ihn zum ersten Mal auf dem Balkon der Bürgerschaft herumlümmeln sehen habe. Ein Unsympath, wie er im Buche steht. Wie ich sehe, habe ich ein gutes Bauchgefühl.
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