Düsseldorf - Die Führungskrise bei RWE ist abgewendet. In den vergangenen Tagen war ein Machtkampf zwischen den Anteilseignern entbrannt. Nachdem Gespräche am Sonntag zu keinem Ergebnis geführt hatten, sollen der Aufsichtsratsvorsitzende Manfred Schneider und Aufsichtsratsmitglied Paul Achleitner angedroht haben, ihre Ämter niederzulegen, wenn ihr Personalvorschlag nicht durchkomme, berichtete die "Rheinische Post".
Doch nun hat sich der Personalausschuss auf Peter Terium als neuen RWE-Boss geeinigt. Das teilte der Konzern nach einer Aufsichtsratssitzung mit. Teriums Stellvertreter soll demnach Rolf Martin Schmitz werden. Der Vertrag des jetzigen Konzernchefs Jürgen Großmann läuft im kommenden Jahr aus. Terium soll ab dem 1. Juli 2012 den Posten an der Konzernspitze übernehmen.
Terium ist 47 Jahre alt und seit 2003 bei RWE beschäftigt. Er leitete dort auch das Team, das die im Jahr 2009 getätigte Übernahme des niederländischen Staatskonzerns Essent vorbereitete.
Die kommunalen Aktionäre wollten Rolf Martin Schmitz, derzeit RWE-Vorstand für das operative Geschäft, eigentlich ganz oben an der Konzernspitze sehen. Er hat in seiner Karriere mehrere kommunale Versorger geleitet und ist seit 2009 im RWE-Vorstand für das operative Geschäft zuständig.
Die Kommunen gelten als einflussreich im Konzern: Die Aktionäre halten rund 20 Prozent der Anteile an dem Energiekonzern und haben vier Sitze im Aufsichtsrat. Die Hintergründe der nun gefällten Entscheidung im Personalausschuss sind noch nicht bekannt.
dis/dpa/AFP
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