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Korruptionsskandal: Petrobras kürzt Investitionen um 32 Milliarden Dollar

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DPA

Petrobras-Bohrinsel: Fördermenge sinkt

Ein Korruptionsskandal und der Ölpreisverfall belasten die Ölgesellschaft Petrobras stark. Nun reagiert das größte Unternehmen Brasiliens mit einem rigiden Sparkurs.

Die halbstaatliche brasilianische Ölgesellschaft Petrobras hat einen rigiden Sparkurs angekündigt. Bis 2019 sollen die Investitionen um rund 32 Milliarden US-Dollar gekürzt werden, teilte das Unternehmen mit. Das entspricht 24,5 Prozent der bislang geplanten Investitionssumme. Damit reagiert Petrobras unter anderem auf die Verwicklung des Konzerns in einen landesweiten Korruptionsskandal.

Durch die Kürzung werde weniger Öl als geplant gefördert werden. Petrobras rechnet für 2016 mit einer Fördermenge von 2,145 Millionen Barrel pro Tag statt bislang geplanter 2,185 Millionen Barrel.

Petrobras soll bei Auftragsvergaben, etwa für den Bau von Bohrplattformen, in Schmiergeldzahlungen verwickelt sein. Unter anderem soll Parlamentspräsident Eduardo Cunha mehreren Kronzeugen zufolge fünf Millionen Dollar Schmiergeld aus Geschäften mit der Ölgesellschaft bezogen haben. Zudem leidet das mit einem Jahresumsatz von 140 Milliarden Dollar größte Unternehmen Brasiliens unter dem Absturz des Ölpreises. Petrobras beschäftigt in 19 Ländern insgesamt 80.900 Menschen.

Da hilft auch Jesus nicht: Brasilien steht am Abgrund, die Machtelite ist zerfressen von der Schmiergeld-Mentalität, der Bevölkerung stehen Jahre Arbeitslosigkeit und Armut bevor.

Ein geschlossenes Lagergelände im brasilianischen Macae. Brasilien steckt in einer tiefen Wirtschaftskrise. Die politische Führung macht die weltwirtschaftliche Lage dafür verantwortlich. Doch Top-Politiker leisten ihren Beitrag für den Abstieg des Landes.

Da wäre etwa Parlamentspräsident Eduardo Cunha. Es gibt starke Indizien, dass er Schmiergeldzahlungen bekommen hat. Doch der Politiker denkt nicht an Rücktritt.

Die halbstaatliche Ölgesellschaft Petrobras steht im Mittelpunkt einer gigantischen Korruptionsaffäre, die das Land erschüttert. Politiker nutzten die Firma offenbar als Selbstbedienungsladen. Der Skandal schreckt Investoren ab.

Präsidentin Dilma Rousseff bekommt die Krise nicht in den Griff. Sie setzte darauf, dass die Bürger durch niedrige Zinsen mehr kaufen. Doch stattdessen wurde die Inflation angeheizt.

Der frühere Präsident Luiz Inacio Lula Da Silva hatte starken Rückhalt im Volk. Aber inzwischen ist klar: Bereits während seiner Amtszeit kassierten Politiker und Manager Milliarden aus zwielichtigen Petrobras-Geschäften.

Die Industriestadt Itaboraí bei Rio de Janeiro ist ein Symbol für den Verfall. Petrobras wollte hier massiv investieren. Doch Korruptionsfälle wurden bekannt, dem Konzern ging das Geld aus. Tausende Menschen verloren ihren Job.

Die Armen versuchen, sich selbst zu helfen. Hier eine Szene aus Rio de Janeiro. Dutzende Familie zogen in dieses Gebäude ein, das leer stand. Die Regierung versucht oftmals, die Menschen umzusiedeln.

Blick auf ein Slum in Rio de Janeiro: Für viele Arme gibt es derzeit kaum Aussichten, in die Mittelschicht aufzusteigen. Zu viele Probleme lähmen das Land.

Oft sind es Nichtregierungsorganisationen, wie hier in Sao Paulo, die den Armen helfen. Jahrelang wurde Korruption in Schwellenländern wie Brasilien als Kavaliersdelikt angesehen.

Viele Ärmere versuchen, sich selbst Recht zu verschaffen - etwa indem sie Gebäude besetzen. Hier bringen Hausbesetzer ihre Habseligkeiten wieder zurück in ein Slum, weil Behörden sie aus bereits vergebenen Sozialwohnungen vertrieben haben.

brk/dpa

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Hauptstadt: Brasília

Staats- und Regierungschefin: Dilma Rousseff (suspendiert Mai 2016); Michel Temer (amtierend)

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