Wirtschaft


Brasilianischer Ölgigant: Petrobras will Raffinerien im Ausland verkaufen

Bei Petrobras deutet sich ein Strategieschwenk an. Der Ölkonzern will offenbar alle Raffinerien außerhalb Brasiliens verkaufen. Die Erlöse sollen dabei helfen, die geplanten Investitionen von 237 Milliarden Dollar in der Heimat zu stemmen.

Rio de Janeiro - Der brasilianische Ölkonzern Petrobras will zur Finanzierung seiner hohen Investitionen offenbar alle Raffinerien außerhalb der Heimat verkaufen. Der staatlich kontrollierte Konzern hoffe dabei zunächst auf Erlöse von knapp 15 Milliarden Dollar, sagte ein Insider am Donnerstag.

In den kommenden fünf Jahren will Petrobras 237 Milliarden Dollar investieren. Derzeit gibt es aber Probleme bei der Umsetzung der teuren Pläne zur Ausbeutung neuer Ölfelder vor Brasiliens Küste. Grund sind rapide steigende Kosten im Unternehmen, eine sinkende Produktion und zunehmende Importe.

Ein Verkauf aller Raffinerien im Ausland wäre für Petrobras ein Strategieschwenk. "Vor einigen Jahren wollte die Regierung Petrobras zu einem großen Global Player machen und deshalb wurden Unternehmensteile im Ausland gekauft", sagte Adriano Pires, Chef des brasilianischen Infrastrukturinstituts. Der Konzern hat daher jetzt auch Raffinerien in den USA, Argentinien und Japan.

Zuletzt hatte Petrobras lediglich eine Trennung von seiner US-Raffinerie in Texas erwogen, die zusammen mit den Ölsuche- und Produktionsanlagen im Golf von Mexiko verkauft werden sollten. Nun wird offenbar anders geplant: "Das Ziel ist es, die Raffination auf unser Hauptnachfragegebiet zu konzentrieren, und das liegt in Brasilien", sagte der Insider. In Brasilien fehlt es derzeit an Raffinerie-Kapazitäten, weshalb das Land Benzin und Diesel importieren muss, um die steigende Nachfrage zu bedienen.

Treibstoffimporte sorgten bei Petrobras zusammen mit Beschränkungen für Preiserhöhungen seitens der Regierung dafür, dass das Raffinerie-Geschäft dieses Jahr mehr als acht Milliarden Dollar Verlust anhäufen wird.

cte/Reuters

Diesen Artikel...
Aus Datenschutzgründen wird Ihre IP-Adresse nur dann gespeichert, wenn Sie angemeldeter und eingeloggter Facebook-Nutzer sind. Wenn Sie mehr zum Thema Datenschutz wissen wollen, klicken Sie auf das i.
Auf anderen Social Networks teilen
  • Xing
  • LinkedIn
  • Tumblr
  • studiVZ meinVZ schülerVZ
  • deli.cio.us
  • Digg
  • reddit
Sagen Sie Ihre Meinung!
News verfolgen

HilfeLassen Sie sich mit kostenlosen Diensten auf dem Laufenden halten:

alles aus der Rubrik Wirtschaft
alles aus der Rubrik Unternehmen & Märkte
alles zum Thema Petrobras

© SPIEGEL ONLINE 2012
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH



  • Freitag, 30.11.2012 – 12:48 Uhr
  • Drucken Versenden Feedback
  • Kommentieren

Brent, WTI, Bonny Light - Die Ölsorten und ihr Preis
Die Erdölindustrie klassifiziert ihr Rohöl nach drei Kriterien: Herkunft, Dichte (Gewicht im Verhältnis zu Wasser) und Schwefelgehalt. Rohöl mit einer hohen Dichte wird entsprechend als "schwer" ("heavy"), mit einer geringeren Dichte als leicht ("light") bezeichnet. Rohöl mit einem hohen Schwefelgehalt gilt als "sauer", ein geringer Schwefelgehalt macht das Öl "süß". Je schwerer und saurer das Rohöl ist, desto aufwendiger ist seine Verarbeitung zum Beispiel zu Benzin oder Kerosin. Leichtes und schwefelarmes Rohöl ist gefragter und damit teurer als schweres.





TOP



TOP