Fachkräftemangel Zahl ausländischer Pflegekräfte hat sich fast verdoppelt

Die Pflegebranche mit mehr als 1,6 Millionen Beschäftigten boomt - doch einheimische Fachkräfte werden knapp. Immer mehr Jobs werden deshalb mit Bewerbern aus dem Ausland besetzt.

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Altenheime haben immer größere Schwierigkeiten, offene Stellen zu besetzen. So wurden im April etwa in Niedersachsen fast 2000 offene Stellen gemeldet - aber nur knapp 300 examinierte Altenpflegekräfte ohne Arbeit.

Die seit Jahren hohe Nachfrage hat die Zahl ausländischer Beschäftigter in der Branche deutlich steigen lassen. Während die Zahl der sozialversicherungspflichtig in dem Bereich Beschäftigten in den vergangenen Jahren insgesamt um 174.000 auf 1,6 Millionen stieg, wuchs die Zahl ausländischer Pflegerinnen und Pfleger noch stärker. Sie wuchs von etwa 100.000 auf mehr als 170.000. Ihr Anteil an der Gesamtbeschäftigung im Pflegesektor stieg von sieben auf elf Prozent, wie die Bundesagentur für Arbeit (BA) am Mittwoch in Nürnberg mitteilte. Viele Beschäftigte stammen demnach aus den EU-Ländern Polen, Rumänien und Kroatien.

Ein Grund für diesen Trend ist die Alterung der deutschen Gesellschaft. "In Deutschland wächst der Bedarf an qualifizierten Pflegekräften", erklärte BA-Vorstand Raimund Becker. Die Bundesanstalt versuche deshalb, bei jungen Leuten für eine Ausbildung im Pflegebereich zu werben oder Arbeitslose zu qualifizieren. Doch in der Pflegebranche werde das kaum reichen. "Wir brauchen ausländische Kräfte und wollen diesen Menschen auch dauerhaft eine gute Perspektive bieten", erklärte Becker.

Angesichts des Fachkräftemangels versucht die BA, ausländische Pflegekräfte zu einer Arbeit in Deutschland zu bewegen. So qualifiziert die BA mit der Gesellschaft für internationale Zusammenarbeit im Rahmen des Programms "Triple Win" Pflegefachkräfte aus Serbien, Bosnien und Herzegowina, den Philippinen und Tunesien für den deutschen Arbeitsmarkt.

In diesen Ländern gebe es einen "Überschuss an ausgebildeten Pflegekräften, die keine adäquate Beschäftigung im Herkunftsland finden", erklärte die BA. Mittlerweile konnten über das Programm demnach 1300 Pflegekräfte vermittelt werden.

beb/dpa



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