Pharmakonzern Stada sucht nach Aktionärsrevolte neue Vorstände

Spezialisten für Marketing und Entwicklung dringend gesucht: Nachdem die Aktionäre des Pharma-Herstellers Stada den Chef des Aufsichtsrats gestürzt haben, ist das Unternehmen auf Personalsuche.

Stada (Symbolbild)
DPA

Stada (Symbolbild)


Stada hält Ausschau nach neuen Vorstandsmitgliedern. Vakant sind die Stellen für Marketing/Vertrieb sowie für Technologie und Entwicklung. Das teilte ein Sprecher des deutschen Pharma-Unternehmens mit.

Zuvor hatten bei Stada Chart zeigen rebellische Aktionäre den Chef des Aufsichtsrats gestürzt. Sie stimmten am Freitag auf der 13-stündigen Hauptversammlung für die Abwahl des Dresdner Rechtsanwalts Martin Abend. Als Nachfolger wurde Carl Ferdinand Oetker, 43, bestimmt. Oetker stammt aus der gleichnamigen Bielefelder Unternehmerfamilie.

Es war das erste Mal, dass Aktionäre in Deutschland bei einem großen börsennotierten Unternehmen mit einer Kampfabstimmung Erfolg hatten. Der Wechsel ist ein Teilerfolg für den im Frühjahr bei Stada eingestiegenen Investor Active Ownership Capital (AOC). Eigentlich hatte AOC auf dem Aktionärstreffen noch mehr erreichen wollen: Von seinen Kandidaten zieht aber nur der ehemalige Novartis-Manager Eric Cornut in den Aufsichtsrat ein, ansonsten setzten sich die von Stada nominierten Aufsichtsratskandidaten durch.

Vorwurf: Gehaltsexzesse

AOC hält zwar nur gut fünf Prozent an dem für "Grippostad" und "Ladival" bekannten Unternehmen aus Bad Vilbel bei Frankfurt, doch haben sich andere institutionelle Investoren und einflussreiche US-Aktionärsberater zumindest zum Teil hinter die Forderungen von AOC gestellt. "Jeder Aktionär, der will, dass es hier so weitergeht, ist entweder masochistisch oder hat zu viel Geld", sagte der Vertreter einer privaten Vermögensverwaltung.

AOC hatte Abend Vetternwirtschaft und Gehaltsexzesse im Vorstand um den langjährigen Stada-Chef Hartmut Retzlaff vorgeworfen. Retzlaff war zum Rücktritt gedrängt worden und hatte sich darüber mit seinem ehemaligen Vertrauen Abend überworfen. AOC fordert darüber hinaus Kostensenkungen bei Stada und Kürzungen beim Personal.

beb/dpa



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