Versandapotheke Schweizer kaufen DocMorris

Der schweizerische Medikamentengroßhändler Zur Rose kauft die Versandapotheke DocMorris. Das deutsche Pharmaunternehmen Celesio wird so seine ungeliebte Tochterfirma los - allerdings nur für die Hälfte des erhofften Preises.

DocMorris-Filiale in Nürnberg: Bundesweit Umsatz von knapp 330 Millionen Euro
dapd

DocMorris-Filiale in Nürnberg: Bundesweit Umsatz von knapp 330 Millionen Euro


Frankfurt am Main - Der Pharmagroßhändler Celesio Chart zeigen verkauft seine niederländische Versandapotheke DocMorris an die schweizerische Zur Rose AG für 25 Millionen Euro. Ursprünglich wollten die Stuttgarter einen Verkaufspreis von 50 Millionen Euro erzielen.

Doch zuletzt waren immer mehr Kaufinteressenten abgesprungen, da sich ein liberalisierter Apothekenmarkt in Deutschland nicht durchsetzen konnte.

Vor fünf Jahren hatte der damalige Celesio-Chef Fritz Oesterle DocMorris die Versandapotheke noch für mehr als 200 Millionen Euro gekauft. Viele Apotheker hatten den Kauf damals kritisiert. Für sie ist DocMorris ein gefährlicher Konkurrent. Der Celesio-Vorstandsvorsitzende Markus Pinger, der Mitte vergangenen Jahres sein Amt antrat, wollte sich aus diesem Grund von der Tochter trennen.

In Deutschland habe der Konzern unter anderem wegen des Konflikts 30 Prozent der Kunden verloren, sagte Pinger im Frühjahr. Celesio will künftig enger mit den Apotheken zusammenarbeiten und ihnen neue Partnerschaftsmodelle anbieten.

Die 160 Franchiseapotheken mit dem grünen DocMorris-Kreuz erwirtschafteten im vergangenen Jahr einen Umsatz von knapp 330 Millionen Euro. Der Marktanteil beträgt den Angaben zufolge rund 29 Prozent. Der neue Besitzer bezeichnete die Akquisition als "Meilenstein". "Damit wird Zur Rose zum mit Abstand größten Anbieter im Medikamentenversand in Deutschland", erklärten die Schweizer. Der Zusammenschluss eröffne zudem erhebliches Synergiepotential.

Die Zur Rose AG ist in Deutschland bereits mit der Versandapotheke VfG Cosmian s.r.o. und dem Dienstleistungsunternehmen Zur Rose Pharma GmbH präsent. Die Zur-Rose-Gruppe ist ein Medikamentengroßhändler, der in Deutschland, Österreich und der Schweiz aktiv ist.

Der Verkauf von DocMorris hat Celesio am Donnerstagnachmittag zeitweise Auftrieb gegeben. Die Titel des Medikamenten-Großhändlers stiegen im MDax um bis zu 3,9 Prozent auf 15,41 Euro. Im Handelsverlauf verringerte sich das Kursplus dann aber auf 1,6 Prozent. "Der Verkauf ist für die Anleger eine gute Nachricht, denn DocMorris war nicht gerade als großer Gewinnbringer für Celesio bekannt", sagte ein Händler. Auch die Bekräftigung der Jahresprognose sei positiv für die Investoren. Dass die Celesio-Aktien einen Teil ihrer Aufschläge wieder abgeben mussten, begründete der Händler mit Gewinnmitnahmen.

kha/dpa/dapd/Reuters

insgesamt 6 Beiträge
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dschinn1001 25.10.2012
1. neuer Versuch ?!
Soll das ein neuer Versuch werden, um den Grippe-Impfstoff noch irgendwie ueber einen neuen Weg zu verkaufen ?
donquichotte2012 25.10.2012
2.
Na dann werden die Gewinne zukünftig in der Schweiz versteuert
AlexBauer1981 26.10.2012
3. Zu Teuer ..
Ich habe anfangs auch ab und zu mal bei DocMorris was gekauft - bis ich angefangen habe die Preise wirklich zu vergleichen. Und da liegt dieser Anbieter irgendwo im hinteren Mittelfeld. Zwar immer noch günstiger als die überteuerte Apotheke vor Ort, aber unter den (zuverlässigen) Versandapotheken nicht wirklich empfehlenswert!
gaunt 26.10.2012
4. Überfällig
Schon der Kauf von DocMorris durch Celsio im Jahr 2007 war eine Schnapsidee. Der Pharmagroßhändler wurde damit plötzlich zur Konkurrenz der Apotheken, aber wunderte sich dann, als diese Apotheken als Kunden absprangen? Gleichzeitig ruinierte der schrechlich überregulierte Arzneimittel- und Apothekenmarkt in Deutschland auch noch den Verkaufspreis. Jetzt ist man das Missverständnis endlich los. Lieber ein Ende mit Schrecken...
Pascal Meister 26.10.2012
5. Zusatzinfo:
Diese Schweizer Firma gehört zu über 90% hunderten einzelner Schweizer Ärzte, welche über die Vertriebsstruktur Zusatzeinnahmen gewinnen...
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