Tabakkonzern Philipp-Morris-Chef rät seinen Kindern vom Rauchen ab

Selbst Zigarettenhersteller leugnen nicht mehr die Risiken des Tabakkonsums. Der Europachef von Weltmarktführer Philipp Morris würde seinen eigenen Kindern sagen: "Fangt erst gar nicht mit dem Rauchen an."

Rauchender Schüler in Hannover (Archivbild)
DPA

Rauchender Schüler in Hannover (Archivbild)


Der Europachef des weltgrößten Tabakkonzerns Philipp Morris würde seinen eigenen Kindern vom Rauchen abraten. Auf die Frage, ob er ihnen die E-Zigarette Iqos seines Unternehmens empfehlen würde, sagte Fred de Wilde dem "Handelsblatt": "Wenn sie Raucher wären, dann würde ich ihnen sofort zu dem neuen Produkt raten. Wenn sie Nichtraucher wären, würde ich sagen: 'Fangt erst gar nicht mit dem Rauchen an.'"

De Wilde bekräftigte, dass sein Unternehmen ein Ende von herkömmlichen Zigaretten erwartet. "Wir wollen langfristig alle klassischen Zigaretten durch weniger schädliche Alternativen ersetzen", sagte er. Dazu gehöre die E-Zigarette Iqos, bei der der Tabak nicht verbrannt, sondern hocherhitzt wird. Das Unternehme wolle, "dass Menschen, die nicht aufhören möchten zu rauchen, künftig eine Alternative dazu mit weniger Gesundheitsrisiken haben."

Philipp Morris führt Iqos, die es schon in 13 europäischen Ländern gibt, derzeit in Deutschland ein. Zu ersten Flagshipstores, die in Berlin und Frankfurt eröffnet wurden, "werden in den nächsten Monaten weitere in Top-Einkaufsstraßen wie der Königstraße in Stuttgart" hinzukommen, sagte de Wilde. Außerdem wolle er Pop-up-Stores in großen Einkaufszentren eröffnen, um die E-Zigarette zu bewerben.

dab



insgesamt 20 Beiträge
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kickmeto 09.06.2017
1. Schöne Werbung...
...macht Ihr da für diesen Konzern. Das dieser Mann seinen Kindern vom Rauchen abrät, wer hätte es gedacht. Ebenso wird der Chef von Mc Donnalds lieber in feinere Restaurants gehen, als sich jeden Tag Hamburger reinzuwürgen. Die Hauptaussage dieses Artikels ist, dass es neue Morris Stores in Deutschlands Großstädten gibt. Danke für diese wertvolle Produktinformation.
Mieze Schindler 09.06.2017
2. Seinen eigenen Kindern würde er empfehlen, nicht zu rauchen
aber andere Menschen sollen rauchen und deren Kinder mit. Sonst gibt es ja keinen Gewinn mehr für Philipp-Morris. Welche Verlogenheit!
eckawol 09.06.2017
3. Philipp Morris - Aktien
soll man die nach dem Rat des PM-Europachefs jetzt verkaufen? Die Frage stellt sich, weil die Ertrasentwicklung des Unternehmens trotz der intensiven Warnungen vor den schädlichen Wirkungen des Rauchens von den Tabakkonsumenten kräftig gefördert wird.
Dumme Fragen 09.06.2017
4. Guter Ratschlag
Meine Eltern (beide Emphysem bzw. COPD) und mein Onkel (Lungenkrebs) waren teilweise erfolgreich: ich rauche nicht. Meine Schwester hat mal geraucht, aber als sie schwanger wurde, hat sie es geschafft, aufzuhören. Ich kann nur allen raten, von dieser Droge los zu kommen und die Aktionäre ihr Geld verlieren zu lassen!
gerchla63 09.06.2017
5. Zwischenfrage
Da kommt mir wieder mal die Frage in den Sinn: Kann mir ein Mensch erklären, warum in Deutschland noch Zigarettenwerbung erlaubt ist? Dass viele Menschen an den Folgen des Rauchens elendig sterben, ist ein trauriger Fakt. Dennoch dürfen die Hersteller für Zigaretten werben (mit allen billigen gestalterischen Tricks wie Schachteln nur von oben oder unten fotografieren, um die Schockbilder nicht zeigen zu müssen). Und viele junge Menschen fallen auf diese Werbung rein: "Don´t be a maybe" und "You decide" etc. Klar: Welcher junge Mensch bloß ein "maybe" sein?? Bis sie irgendwann diese perfide Werbemasche durchschauen, greifen die Suchtmechanismen und es ist schwer von der Kippe loszukommen.
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