Konkurrenz aus Asien Philips steigt komplett aus dem TV-Geschäft aus

Das Elektronikunternehmen Philips wird künftig keine TV-Geräte mehr verkaufen. Damit zieht der Traditionskonzern nach mehreren Jahrzehnten einen Schlussstrich. Der Name Philips wird jedoch bleiben.

Philips-Zentrale in Amsterdam: Abschied aus dem Fernseher-Business
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Philips-Zentrale in Amsterdam: Abschied aus dem Fernseher-Business


Amsterdam - Das niederländische Unternehmen Philips zieht sich komplett aus dem TV-Geschäft zurück: Das Unternehmen werde seinen restlichen Anteil von 30 Prozent am Gemeinschaftsunternehmen TP Vision an seinen taiwanesischen Partner verkaufen, teilte Philips am Montag mit. Die entsprechenden Verträge sollen demnach im ersten Quartal dieses Jahres unterzeichnet werden. Die Mehrheit der Anteile hatte Philips Chart zeigen bereits vor zwei Jahren an TPV Technology verkauft.

TPV darf weiter TV-Geräte unter der Marke Philips verkaufen. Dafür erhalten die Niederländer jährlich 2,2 Prozent des Verkaufserlöses als Lizenz-Gebühren, mindestens jedoch 40 Millionen Euro. Zum Abschluss des Joint-Ventures investiert Philips einmalig 50 Millionen Euro. "Damit geben wir dem Unternehmen eine gute Ausgangsposition, um auf dem extrem dynamischen und umkämpften TV-Markt erfolgreich zu sein", sagte Philips-Chef Frans van Houten.

"Die Chancen stehen nicht schlecht, dass der erste Fernseher, den Sie jemals sahen, ein Philips Fernseher war", heißt es auf der Internetseite des Unternehmens. "Bereits seit den vierziger Jahren sind wir die Vorreiter in der Fernsehbranche."

Die Niederländer konzentrieren sich auf die gewinnträchtigen Sparten Gesundheitstechnik, Licht und kleine Haushaltsgeräte. Vor gut zwei Jahren hatte Philips mit dem Umbau des Unternehmens begonnen: Im dritten Quartal 2013 war der Netto-Gewinn auf 281 Millionen Euro gestiegen, im Vergleich zu 105 Millionen im Vorjahreszeitraum.

Ähnlich wie der deutsche Hersteller Loewe leidet Philips unter der asiatischen Konkurrenz und will die Unterhaltungselektronik insgesamt abstoßen. Der Verkauf des Geschäfts etwa mit Kopfhörern, Lautsprechern, MP3- oder DVD-Playern an den japanischen Funai-Konzern war im vergangenen Jahr nach einem Streit beider Firmen gescheitert.

Gespräche über Stellenabbau bei Loewe

Bei Loewe Chart zeigen haben Gespräche zwischen Management und Arbeitnehmervertretern über den Stellenabbau begonnen. Mit Ergebnissen werde nicht vor Freitag gerechnet, sagte ein Sprecher der IG Metall. Der Aufsichtsrat von Loewe kündigte seinen Rückzug an: Alle sechs Mitglieder des Kontrollgremiums legten ihre Ämter zum 18. Februar nieder, teilte das Unternehmen mit. Grund sei die Investorenlösung für Loewe.

Vergangene Woche war bekanntgeworden, dass eine Investorengruppe um den früheren Europa-Chef des Computerriesen Apple, Jan Gesmar-Larsen, Loewe übernehmen will. Neben Gesmar-Larsen gehören von Februar an die beiden Münchner Unternehmer Constantin Sepmeier und Stefan Kalmund sowie frühere Manager des dänischen Luxus-HiFi-Produzenten Bang & Olufsen zu den Eignern.

aar/dpa/Reuters

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insgesamt 10 Beiträge
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smartphone 20.01.2014
1. Kein Wunder
Die Qualität ging seit 15 Jahren stetig bergab....... solche Sachen wie überhitzte Trafos offenbaren , daß es mit der Ingenieurskunst dank excellent arbeitender Managergroupies nicht mehr weit her ist ......Das hat schon System mit der Deindustrialisierung hier
pefete 20.01.2014
2. optional
phillips hatte die schlechteste menüführung.
cola79 20.01.2014
3. Schuld sind die anderen
Die Konkurrenz würde ich nicht schelten, denn die Probleme von Phillips sind hausgemacht. Habe selber ein Phillipsgerät, das Bild ist völlig in Ordnung, was auch keine Kunst ist, da mittlerweile wohl keine Panels mehr produziert werden, die nicht mindestens ein ohne Übertreibung gutes und akzeptables Bild ausgeben. Aber schon bei der Auswahl der Lautsprecher wurde geschlampt, auch bei der Tonausgabe. Es ist blechern und zirpt, auch über angeschlossene Boxen wird es nur besser, wenn man selber an den Reglern dreht. Die Software auf dem Gerät ist unkomfortabel und langsam, dabei ist sie weder grafisch aufwendig gestaltet, noch das der Fernseher über irgendwelche Exotenfunktionen verfügt, die über im Grunde reinen Fernsehempfang hinausgehen. Und das es in Nordeuropa niemanden geben soll, der mindestens so gut die Software programmieren kann, wie in Asien, halte ich für schlicht gelogen. Da ist dann schon eher gewollt in die Pleite gespart worden. Im Fernsehbereich vorne mitzuschwimmen, das geht auch heute noch. Dazu muss man aber erstmal ein Gerät passabel zusammenkonzipieren. Philips hat das wohl nie getan, sondern einfach Fertigteile zusammengekauft und dann lieblos in verschiedene Modelle verbaut, ohne diese auf Tauglichkeit im Alltagsbetrieb zu prüfen. Die angeblich so cleveren Asiaten haben kaum besseres im Angebot, die überschwemmen lediglich den Markt und hier und da ist mal ein Glückstreffer dabei. Die europäischen Firmen wollen glaube ich überhaupt nicht brillieren, die verdienen ihr Geld mittlerweile nur noch durch den Verkauf des Markennamens und Aktionärsveräppelung. Randnotiz: Philips Fernseher waren zwar billig im Ergebnis, aber nicht im Einkauf. Wer viel verlangt, muss auch viel geben-sonst gehen die Verkäufe in den Keller. Zumindest das ist bei den Asiaten besser, die packen oft rein, was geht. Nichts davon funktioniert wirklich gut, aber immerhin ist alles da...psychologisch wertvoll im Sinne der Käuferzufriedenheit. Es muss in Europa eine neue Riege von Managern ran, besser alle Manager rauswerfen, und wieder Unternehmer in die Chefetagen. Aber solange die Aktionäre so einfältig sind, und für jedes bunte Flipchart Unsummen für Aktien rausgeben, wird sich das wohl nicht ändern. Geld haben offenbar viele, nur Ahnung haben wenige.
urban4fun 20.01.2014
4. Nein
Zitat von pefetephillips hatte die schlechteste menüführung.
Das stimmt nicht. Meine Mutter hat einen von Philipps, ich von Samsung. Auf dem Philipps werden Dateien über USB-Platte schneller eingelesen und die Menüführung ist besser. Nicht immer gleich pauschalisieren. ;)
aurichter 20.01.2014
5. Schade
hatte ein Plasma 42 Zoll, Bild und Ton perfekt durch seitliche Lautsprecherleiste, Stromverbrauch unterirdisch. Jetzt neu einen 46 LED mit perfectem Bild und Stromverbrauch ( 1/3 vom Plasma) aber unterirdischer Tonwiedergabe - kompensiert durch Heimkino Anlage von Yamaha und past. Hatte nie auch nur Ansatzweise Probleme mit dem 7jährigen Plasma, der jetzt als Zweitgerät bei zuviel Fußballkonsum durch bessere Hälfte genutzt wird ;-))
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