VW-Patriarch Piëch: "Totgesagte leben länger"

Von Dietmar Hawranek

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Piëch: "Werde auch in Zukunft Aufsichtsratsvorsitzender sein"

VW-Patriarch Ferdinand Piëch hat einen Bericht über seinen Rückzug entschieden dementiert: "Totgesagte leben länger", sagte der Aufsichtsratschef dem SPIEGEL. Das "Handelsblatt" hatte berichtet, der 76-Jährige werde sein Amt aus gesundheitlichen Gründen bald aufgeben.

Wolfsburg - Ferdinand Piëch, der Aufsichtsratsvorsitzende des VW-Konzerns, ist verärgert über einen Bericht des "Handelsblatts", er werde seinen Posten aus gesundheitlichen Gründen abgeben. Piëch dementiert. Dem SPIEGEL sagt er: "Ich freue mich auf den Konzernabend im Vorfeld der IAA am kommenden Montag, an dem ich auch in Zukunft als Aufsichtsratsvorsitzender teilnehmen werde." Über die Spekulationen spottet er: "Totgesagte leben länger."

Über einen möglichen Wechsel an der Spitze des VW-Aufsichtsrats wird innerhalb des Wolfsburger Konzerns seit langem spekuliert. Klar ist, dass VW-Konzernchef Martin Winterkorn an die Spitze des Aufsichtsrats wechseln soll, wenn Piëch diesen Posten einmal abgeben sollte. Dass dies allerdings "schon in den nächsten Monaten" geschehen soll, wie das "Handelsblatt" berichtet, sei falsch, sagt auch der Betriebsratsvorsitzende des Konzerns, Bernd Osterloh: "Die Geschichte ist Quatsch. Und es ist eine Sauerei." Osterloh betont: "Piëch bleibt Aufsichtsratsvorsitzender und Winterkorn Vorstandsvorsitzender." Dabei bleibe es "auch noch lange".

Innerhalb des VW-Konzerns wird nun spekuliert, dass Auslöser der Gerüchte Manager seien, die es offenbar kaum abwarten können, bis Winterkorn an die Spitze des Aufsichtsrats wechselt und damit sein Posten frei wird. Einen klaren Favoriten für die Nachfolge gibt es nicht. Nach dem Willen der Arbeitnehmervertreter soll der Konzern von einem Techniker geführt werden. Nur ein Techniker könne sicherstellen, dass die einzelnen Marken kostensparend gemeinsame Technik verwenden.

Bis zu einem solchen Wechsel könnte es allerdings noch dauern. Piëch wirke fit und zeige keinerlei Ermüdungserscheinungen, sagen Vertraute, die ihn in diesen Tagen in mehreren Sitzungen erlebten. Auch VW-Betriebsrat Osterloh sagt, er freue sich auf den Konzernabend während der IAA, den er "wie gewohnt gemeinsam mit unserem Aufsichtsratsvorsitzenden Ferdinand Piëch ansehen werde."

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insgesamt 13 Beiträge
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1. Urgestein
tulius-rex 06.09.2013
Piech und Winterkorn die beiden uneingeschränkten und erfolgreichen Urgesteine. Solche gottgleichen und damit ewiglebenden Urgesteine haben allerdings den Nachteil, nicht für eine geordnete Staffelstabübergabe an ihre Nachfolger zu sorgen. Mir graust es für VW/AUDI/PORSCHE....wenn die beiden aus Altersgründen abdanken. Dann kommen die jetzigen Unterchefs, die heute die Faust in der Tasche ballen, zum Zuge und werden das Unternehmen zugunsten der eigenen Eitelkeit und zu Lasten der Mitarbeiter zerlegen.
2. optional
dr.haus 06.09.2013
Wünsche beiden Herren noch lange und gemeinsame erfolgreiche Tätigkeit.
3. Warum auch nicht?
BorisBombastic 06.09.2013
Er kann es. Piech ist Garant für Erfolg, lieber einen Piech als Oberkontroleur als die üblichen überschätzten Selbstbediener wie z.B Wiedekind+Schremp+Pitschesrieder+Reuter u.v.m
4. Unverständnis
sam07 06.09.2013
Nach wie vor verstehe ich nicht, dass es zulässig ist, dass ein Vorstandsvorsitzender kurzfristig Aufsichtsratsvorsitzender im selben Unternehmen werden kann. Er wird niemals die Fehler, die unter seiner Leitung als Vorstandsvorsitzender gemacht wurden, korrigieren, dann wäre er ja dämlich. Daraus folgt, dass auch eine Neuausrichtung eines Konzerns unter diesen Voraussetzungen schwierig ist. Die Vorstandsvorsitzenden sollten nach ihrer Vertragsbeendigung in den Ruhestand gehen oder in einen anderen Konzern wechseln. Es ist ein Unding, dass ein Aufsichtsratsvorsitzender seine eigene Arbeit als Vorstandsvorsitzender kontrolliert.
5. Bald ist es soweit!
schredder66 06.09.2013
Herr Piech dementiert? Dann ist mit Sicherheit etwas faul an der Sache bzw. das Gerücht ist näher an der Wahrheit als sein Dementi.
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