Konflikt mit Winterkorn Piëch sagt Teilnahme an Porsche-Treffen ab

Es hätte das erste Aufeinandertreffen der Kontrahenten werden können - doch im letzten Moment zog Ferdinand Piëch zurück. Der VW-Patriarch sagte seine Teilnahme an der Hauptversammlung der Porsche-Holding ab. Konzernchef Winterkorn nahm es gelassen.

VW-Patriarch Piëch: Kein High Noon in Stuttgart
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VW-Patriarch Piëch: Kein High Noon in Stuttgart


Kurzfristig sei die Mitteilung des VW-Patriarchen eingegangen, sagte ein Sprecher der Konzernholding Porsche SE. Darin habe Aufsichtsrat Ferdinand Piëch seine Teilnahme an der an diesem Mittwoch in Stuttgart stattfindenden Hauptversammlung abgesagt.

Damit hat das Treffen an Brisanz verloren. Es wäre der erste gemeinsame Auftritt von Piëch und Vorstandschef Martin Winterkorn nach dem Führungsstreit bei Volkswagen gewesen.

Piëch ist immer noch Kontrolleur bei der Porsche-Holding, Winterkorn ist dort in Personalunion auch Vorstandschef. Die beiden hatten sich in den vergangenen Wochen einen beispiellosen Machtkampf geliefert, der in Piëchs Rückzug als VW-Aufsichtsratschef gipfelte.

Winterkorn reagierte gelassen auf das Fernbleiben seines Kontrahenten. "Wieso soll ich enttäuscht sein? Wenn der Herr Piëch verhindert ist, dann ist das halt so", sagte Winterkorn. "Wir haben viele Aufsichtsräte bei der Porsche SE." Man werde nun dafür sorgen, dass Ruhe einkehre.

Video: Piëchs plötzlicher Abgang

Der Führungstreit dürfte dennoch Thema beim Aktionärstreffen sein. Die Porsche-Holding, die von den Investorenfamilien Porsche und Piech kontrolliert wird, hält 51 Prozent der Anteile an Volkswagen und verdient ihr Geld hauptsächlich mit der entsprechenden Dividende.

Die Holding stehe zu ihrem Engagement bei Volkswagen, sagte Aufsichtsratschef Wolfgang Porsche am Mittwoch vor Beginn der Hauptversammlung. "Ich kann Ihnen versichern, dass wir auch in Zukunft zur Verantwortung für den Volkswagen-Konzern und die 600.000 Menschen stehen." Auf die Frage von Journalisten, ob das seinen Cousin Ferdinand Piech und die anderen Familienmitglieder einschließe, sagte Porsche: "Wahrscheinlich auch".

stk/dpa/Reuters



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scheera 13.05.2015
1.
..eigentlich tut mir old Pietsch etwas leid . Die Physiognomie verrät eine unglückliche Persönlichkeit voller Misstrauen.Wann findet er -trotz seiner oder gerade mit seinen Milliarden ...inneren Frieden,viel Zeit bleibt ja nicht mehr.
Deep Thought 13.05.2015
2. Die Törichten übernehmen das Ruder...
Ausgerechnet Wolfgang Porsche, der mit seinem VaBanque Spiel unter Wiedeking seinerzeit um Haaresbreite Porsche Ruinierte, weil er größenwahnsinnig als David den Goliath VW feindlich übernehmen wollte (Piech rettete damals den Konzern) will also mit Winterkorn "weiterhin Verantwortung für 60.000 Beschäftigte übefnehmen"??? Ich würd das mehr als massive Bedrohung als Beruhigung wahrnehmen! Wir wollen mal festhalten: Der geniale Stratege Piech hat den Konzern zum bald größten Fahrzeughersteller der Welt gemacht. Wolfgang Porsche ist ja wohl eher von Beruf Porsche-Enkel. Piech wollte zwei der weltbesten Manager an die Spitze des Konzern bringen: wolfgang Reitzle, der als Entwicklungschef BMW nach vorne brachte und danach bei Linde durch seine geniale Strategie innerhalb von 10 Jahren den Kurs um sagenhafte 600% nach oben brachte, indem er ihn zum unangreifbaren Weltmarktführer formte, wäre der idale AR-Vorsitzende gewesen. Und mit dem derzeitigen hochinnovativen Porsche-Vorstand Müller, der seit Jahren Porsche weiter an die Spitze bringt, wollte Piech einen radikalen Generationswechsel an der VW-Spitze herbeiführen. Anstattdessen wird der verbrauchte und seinen Aufgaben offensichtlich nicht mehr gewachsene Winterkorn an der spitze behalten, der sogar noch vor einigen Monaten massiv und zu recht von Osterloh kritisiert wurde, weil e die kosten einfach nicht in den Griff bekommt. Ich sehe VW in einer sehr kritischen Situation, da werdn soeben die Weichen in die völlig falsche Richtung gestellt. Dumm gelaufen für VW - und ehereine sehr große Bedrohung für die Zukunft des Konzernes.
river runner 13.05.2015
3. Keine Lust auf Traumwelten?
„Viele Experten gehen indes davon aus, dass nun auch die Stunde der Unscheinbareren im Clan schlagen könnte, Leute wie Hans-Peter Porsche. Der hat sich (dazu erklärt), was er mit seinem Spielzeugmuseum bezwecken will: Mit dem Traumwerk lebe er nun seinen Traum, sagte er Märklin TV. ...“ (1) „Hans-Peter Porsche ist die familiäre Tradition wichtig. Eine Miniaturversion des Hauses seines Großvaters in Stuttgart werde in einer Modelleisenbahn-Anlage verewigt, sagte er kürzlich Märklin TV. „Dieses Haus ist mit einer Garage, und in der Garage ist auch der erste Volkswagen-Käfer gebaut worden.“ Auf der Märklin-Website ist der Film über das „Hans-Peter Porsche Traumwerk“ zu sehen. Es handelt sich um ein privates Museum im Berchtesgadener Land, in dem Porsche seine riesige Spielzeugsammlung zeigen will. Viele Blechauto-Modelle der Sportwagenmarke, die seinen Namen trägt, sind natürlich dabei. Aber die Hauptattraktion ist eben jene Modellbahn-Landschaft mit 180 Zügen und der Käfer-Garage.“ (2) Was soll Ferdinand Piëch auf einem solchen Familientreffen? Literatur dazu, wie trübsinnig Unternehmerfamilien in der dritten und vierten Generation werden können, unter (3) und (4). Dass jemand eine riesige Spielzeugeisenbahn baut, ist aber eher ein sympathischerer Unterfall zur Unternehmer-Grundregel (4) Literatur: (1) Berliner Zeitung vom 12. Mai 2015 Machtkampf zwischen Porsche und Piëch Die familiäre Hängepartie um die Zukunft von Volkswagen http://www.berliner-zeitung.de/politik/machtkampf-zwischen-porsche-und-pi-ch-die-familiaere-haengepartie-um-die-zukunft-von-volkswagen,10808018,30683602.html (2) Film und Artikel „Traumwerk“ bei Märklin TV Märklin TV begleitet den Aufbau der atemberaubenden Anlage in Bild und Ton. http://www.maerklin.de/de/service/news/traumwerk.html (3) Thomas Mann Figurenlexikon: Hanno Buddenbrook http://literaturlexikon.uni-saarland.de/index.php?id=3135 (4) Klassischen Unternehmerweiseheit: „Die erste Generation baut auf, die zweite Generation erhält und die dritte Generation verschleudert, verspielt, versäuft oder verhurt den Betrieb.“
stefan.silly 13.05.2015
4. Der Machtkampf
scheint für Piech verloren und ist geht DER Lotse von Bord. Übrig bleibt ein Waldorfsalatschüler als Gewinner, der nun die Richtung gemeinsam mit den Gewerkschaften vorgibt. Wohin das wirtschaftlich führen wird? Bergab, soviel ist sicher. Toyota freut sich und schickt einen besonders dicken Blumenstrauß.
mbodef2014 13.05.2015
5. Porsche???
Was war dessen positivet Beitrag zum Konzernerfolg ?? Mit Piech geht einer der letzten echten Unternehmer von Bord eines bedeutenden deutschen Industriekonzerns. Was bleibt sind mittelmäßige Manager und gut geölte Gewerkschaftsfunktionäre... Der Vorgang sollte nun endlich auch zum Kippen des sogenannten VW Gesetzes ausreichen (wg "schädlichem poltischer Einfluss"). Es ist schon frustrierend, dass am Ende wieder nur die familiengeführten Mittelständler bleiben, die die deutschen Unternehmen weltweit in der ersten Liga halten.. Nachhaltige strategische Führung ist leider von Managern nicht zu erwarten - illustrierende Beispiele sind der keweiligen wöchentlichen Presse zu entnehmen. Um VW noch einmal so richtig aufzumischen und eine Chance zu geben sollte die Piech- Familie ihre Anteile an ein Equity geben..
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