Hohe Beiträge Privater Krankenversicherer behindert systematisch Tarifwechsel

Ärzte bei einer Operation: Warnung vor angeblichen Gefahren nach Tarifwechsel
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Ärzte bei einer Operation: Warnung vor angeblichen Gefahren nach Tarifwechsel

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2. Teil: Fall Katsoura - der Tarifwechsel wird komplett verweigert


Aikaterini Katsoura ist 72 Jahre alt. Sie arbeitet immer noch als Krankengymnastin, weil sie sich sonst ihre private Krankenversicherung nicht leisten kann. Monatlich 750 Euro musste sie bislang zahlen bei der BBKK, der Bayerischen Beamtenkrankenkasse.

Dann beantragte sie im Oktober 2012 einen Wechsel in den Tarif GesundheitComfort mit einem Selbstbehalt von 900 Euro. Monatliche Ersparnis: 244 Euro. Dieser Wechsel lehnte die BBKK jedoch im November ab. Begründung: Eine Risikoprüfung habe ergeben, dass "wir den gewünschten Versicherungsschutz nicht bieten können - unter anderem wegen folgender Diagnose: Zungenkarzinom".

Wegen einer Krebserkrankung aus dem Jahr 2007 wurde der Tarifwechsel also abgelehnt. Katsoura wollte das nicht hinnehmen. Sie schaltet im Januar den Versicherungsmakler Javier Garcia ein. Dieser erreicht, dass die BBKK den Wechsel rückwirkend zum 1. Oktober 2012 umstellt. Denn der Versicherer hätte wegen der Vorerkrankung einen Risikozuschlag verlangen dürfen - oder einen Mehrleistungsausschluss vereinbaren können. Einfach ablehnen durfte die BBKK den Wechsel aber laut Gesetz nicht.

Auf Anfrage gibt sich das Unternehmen zerknirscht: "Frau Katsoura ist eine langjährige Kundin unseres Hauses und wir bedauern sehr, dass wir ihrem Wunsch nach einer Umstellung des Tarifs nicht unmittelbar nachgekommen sind." Leider sei bei der Risikoprüfung ein Fehler passiert, "den wir im Nachgang korrigiert haben". Es handele es sich aber "um einen Einzelfall", für den man sich entschuldigt habe.

Garcia kritisiert das Verhalten der BBKK: "Ich weiß gar nicht, was schlimmer wäre: Entweder hat das Unternehmen die Entscheidung zum Nachteil einer krebskranken Frau bewusst getroffen. Oder es war wirklich mangelndes Fachwissen von gleich drei Menschen, die seit langem in der Branche arbeiten, darunter einer Abteilungsleiterin."



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insgesamt 110 Beiträge
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jujo 18.06.2013
1. ...
Zitat von sysopDPATricksen, täuschen, verunsichern: Wer bei seiner privaten Krankenversicherung in einen günstigeren Tarif wechseln will, hat es oft schwer. Die Unternehmen sprechen von Einzelfällen. Doch ein internes Papier der Gothaer zeigt: Kunden abzuwimmeln hat offenbar System. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/pkv-gothaer-signal-allianz-behindern-tarifwechsel-a-905797.html
Nicht bei KrK hat das Handeln Sytem!
hotrenortaak 18.06.2013
2. Ausnahmen bestätigen die Regel
Zitat von sysopDPATricksen, täuschen, verunsichern: Wer bei seiner privaten Krankenversicherung in einen günstigeren Tarif wechseln will, hat es oft schwer. Die Unternehmen sprechen von Einzelfällen. Doch ein internes Papier der Gothaer zeigt: Kunden abzuwimmeln hat offenbar System. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/pkv-gothaer-signal-allianz-behindern-tarifwechsel-a-905797.html
Ich bin selbst privat krankenversichert und die Universa machte dort nie Probleme. Für andere Leute empfehle ich den Gang zu einem vertrauenswürdigen freien Makler.
zdza 18.06.2013
3. huch!?
das wundert mich jetzt aber!
janne2109 18.06.2013
4. .........
ich halte doch die privat Versicherten für so schlau, dass sie sich erst ( wenn nicht vorher bereits geschehen und schriftlich vermerkt) informieren was in ihrem Beitrag enthalten ist und dann nach einem anderen Tarif fragen. wer das nicht tut ist selbst schuld an solchen unwürdigen Gesprächen.
xees-s 18.06.2013
5. optional
Schön brav FDP wählen, damit die PKV auch in Zukunft nicht darben muss!
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