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19. Februar 2013, 08:42 Uhr

Mieser Absatz im Januar

Europas Pkw-Verkauf fällt auf historisches Tief

Europas Automarkt rutscht tiefer in die Krise: Im Januar sind so wenige Pkw verkauft worden wie noch nie in diesem Monat. Vor allem Frankreich und Italien verzeichnen drastische Absatzeinbrüche. Viele deutsche Hersteller ficht die Krise nicht an: Sie konnten trotzdem zulegen.

Frankfurt am Main - Um Europas Automarkt ist es schon länger nicht gut bestellt - nun verschärft sich die Krise: Der Pkw-Verkauf in der EU sei im Januar auf ein historisches Tief gefallen, teilte der europäische Branchenverband ACEA am Dienstag mit. Die Zahl der neu zugelassenen Fahrzeuge fiel um 8,6 Prozent auf 885.159 Stück. Das war der niedrigste Stand in einem Januar seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 1990.

Von den wichtigen Absatzmärkten schaffte nur Großbritannien ein Plus: Im Vereinigten Königreich legten die Verkäufe um 11,5 Prozent zu. Mit 143.643 neu zugelassenen Fahrzeugen war das Land zweitgrößter Absatzmarkt in der EU. Auf dem Festland hingegen sind die Aussichten düster: In Deutschland, dem größten EU-Absatzmarkt, sackten die Verkäufe um 8,6 Prozent ab. In Spanien lag das Minus bei 9,6 Prozent, in Frankreich bei 15,1 Prozent, und in Italien brach der Absatz sogar um 17,6 Prozent ein.

Die meisten deutschen Hersteller konnten trotz der Schwäche auf dem EU-Markt zulegen: BMW schaffte ein Plus von 6,6 Prozent, Daimler ein Plus von 3,7 Prozent. Die Zuwächse waren vor allem den wachsenden Auslandsmärkten zu verdanken. Lediglich Volkswagen verzeichnete ein Minus von 5,2 Prozent.

Der erfolgsverwöhnte südkoreanische Autobauer Hyundai verkaufte im Januar zwei Prozent weniger Autos. Der große asiatische Rivale Toyota musste ein Minus von 16,8 Prozent verkraften. Auch die Hersteller aus Frankreich und Italien verzeichneten zum Teil zweistellige Rückgänge. So verkaufte der angeschlagene Autobauer PSA Peugeot Citroën 16,3 Prozent weniger Fahrzeuge.

Außerhalb Westeuropas wurden dem Verband der Automobilindustrie zufolge hingegen erneut meist Zuwächse erzielt. So stiegen die Verkäufe in den USA im Januar um 14, in Russland um 5 und in Brasilien um 18 Prozent. In China stiegen die Verkäufe gar um 59 Prozent an.

ssu/dpa-AFX/Reuters

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