Mieser Absatz im Januar: Europas Pkw-Verkauf fällt auf historisches Tief

Europas Automarkt rutscht tiefer in die Krise: Im Januar sind so wenige Pkw verkauft worden wie noch nie in diesem Monat. Vor allem Frankreich und Italien verzeichnen drastische Absatzeinbrüche. Viele deutsche Hersteller ficht die Krise nicht an: Sie konnten trotzdem zulegen.

Opel-Werk in Bochum: Miese Aussichten auf dem EU-Markt Zur Großansicht
DPA

Opel-Werk in Bochum: Miese Aussichten auf dem EU-Markt

Frankfurt am Main - Um Europas Automarkt ist es schon länger nicht gut bestellt - nun verschärft sich die Krise: Der Pkw-Verkauf in der EU sei im Januar auf ein historisches Tief gefallen, teilte der europäische Branchenverband ACEA am Dienstag mit. Die Zahl der neu zugelassenen Fahrzeuge fiel um 8,6 Prozent auf 885.159 Stück. Das war der niedrigste Stand in einem Januar seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 1990.

Von den wichtigen Absatzmärkten schaffte nur Großbritannien ein Plus: Im Vereinigten Königreich legten die Verkäufe um 11,5 Prozent zu. Mit 143.643 neu zugelassenen Fahrzeugen war das Land zweitgrößter Absatzmarkt in der EU. Auf dem Festland hingegen sind die Aussichten düster: In Deutschland, dem größten EU-Absatzmarkt, sackten die Verkäufe um 8,6 Prozent ab. In Spanien lag das Minus bei 9,6 Prozent, in Frankreich bei 15,1 Prozent, und in Italien brach der Absatz sogar um 17,6 Prozent ein.

Die meisten deutschen Hersteller konnten trotz der Schwäche auf dem EU-Markt zulegen: BMW schaffte ein Plus von 6,6 Prozent, Daimler ein Plus von 3,7 Prozent. Die Zuwächse waren vor allem den wachsenden Auslandsmärkten zu verdanken. Lediglich Volkswagen verzeichnete ein Minus von 5,2 Prozent.

Der erfolgsverwöhnte südkoreanische Autobauer Hyundai verkaufte im Januar zwei Prozent weniger Autos. Der große asiatische Rivale Toyota musste ein Minus von 16,8 Prozent verkraften. Auch die Hersteller aus Frankreich und Italien verzeichneten zum Teil zweistellige Rückgänge. So verkaufte der angeschlagene Autobauer PSA Peugeot Citroën 16,3 Prozent weniger Fahrzeuge.

Außerhalb Westeuropas wurden dem Verband der Automobilindustrie zufolge hingegen erneut meist Zuwächse erzielt. So stiegen die Verkäufe in den USA im Januar um 14, in Russland um 5 und in Brasilien um 18 Prozent. In China stiegen die Verkäufe gar um 59 Prozent an.

ssu/dpa-AFX/Reuters

Diesen Artikel...
Aus Datenschutzgründen wird Ihre IP-Adresse nur dann gespeichert, wenn Sie angemeldeter und eingeloggter Facebook-Nutzer sind. Wenn Sie mehr zum Thema Datenschutz wissen wollen, klicken Sie auf das i.

Auf anderen Social Networks teilen

  • Xing
  • LinkedIn
  • Tumblr
  • studiVZ meinVZ schülerVZ
  • deli.cio.us
  • Digg
  • reddit
Forum - Diskutieren Sie über diesen Artikel
insgesamt 36 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
    Seite 1    
1.
Reziprozität 19.02.2013
Frankreich wird wohl bald den Bach 'runtergehen, wirtschaftlich steht das Land schon jetzt an der Klippe. Die PIIGS-Staaten waren gestern, jetzt geht es den FISH-Staaten an den Kragen. Der Einbruch bei den Pkw-Verkäufen ist da nur das Auftaktsignal.
2. Man stelle sich vor
vrdeutschland 19.02.2013
ein Währungskrieg, Wirtschaftskrise oder Meteoriteneinschlag - Uuups! Gar nicht so abwegig ;-) - würde dazu führen, daß Autos nur noch gegen sofortige BARZAHLUNG VERKAUFT werden und nicht nicht geleast, finanziert oder sonstwie abgestottert, dann könnten morgen unsere Premiumhersteller komplett einpacken. Ein am Markt abgesetztes Auto = Verbuchung des Listenpreises als Umsatz. Ihr glaubt´s nicht ? Dann mal folgende Rechnung am Beispiel Mercedes: PkW Umsatz 90 Mrd. EUR. "verkaufte fahrzeuge: 1,4 Mio. Macht ca. 65 TEUR PRO Fahrzeug. Ja, ne is klar, haben die ganzen Lehrlinge mit ihrem Benz ja bezahlt...
3. Tja
rad666 19.02.2013
Ein neues Auto wäre toll - leider sind in den letzten Jahren nur die Preise für Beschaffung, Unterhalt und Betrieb gestiegen, aber nicht mein Gehalt (wie war das noch? Autos kaufen keine Autos?). Dazu kommt die rechtliche Unsicherheit: heute noch grüne Plakette, in 3 Jahren plötzlich Umweltverschmutzer mit Einfahrtverbot in die Städte, zusätzliche Kosten wie City- und Autobahnmaut sind im Gespräch (die Autofahrer müssen sich an den Kosten beteiligen laut Peter "Lustig" Ramsauer - sind 60 Milliarden Einnahmen bei knapp 10 Milliarden Ausgaben noch nicht genug??), die Straßen in Deutschland sind eigentlich nur noch mit dem SUV sicher befahrbar... Und in der Peripherie kollabiert dank zu starkem Euro alternativlos die Wirtschaft, wobei die "Peripherie" mittlerweile wohl auch Frankreich umfasst. Das Jahr 2013 verspricht interessant zu werden.
4.
marthaimschnee 19.02.2013
Überrascht das jemanden? Ich meine, wenn ich mir ins Knie schieße, überrascht es mich dann, daß ich mich vor Schmerzen am Boden wälze, statt den 100 Meter Weltrekord zu brechen?
5. Gemach, gemach.
prontissimo 19.02.2013
Zitat von sysopEuropas Automarkt rutscht tiefer in die Krise: Im Januar sind so wenige Pkw verkauft worden wie noch nie in diesem Monat. Vor allem Frankreich und Italien verzeichnen drastische Absatzeinbrüche. Viele deutsche Hersteller ficht die Krise nicht an: Sie konnten trotzdem zulegen. Pkw-Absatz sinkt im Januar auf historisches Tief - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/pkw-absatz-sinkt-im-januar-auf-historisches-tief-a-884172.html)
Auch D wird es erwischen. Etwas später, aber alternativlos. Sollten irgendwann die Staatssubventionen für die KFZ-Industrie wegfallen ( Firmenwagen ) wird der Rückgang um die 40 % liegen. Auch die gut situierten Rentner sterben irgendwann ersatzlos weg. Dann werden wir trotz Statistikschönung 8 MIO Alu-Empfänger haben und rasant auf 6 MIO Hartzer zulaufen. Das wird garnicht lustisch.
Alle Kommentare öffnen
    Seite 1    
News verfolgen

HilfeLassen Sie sich mit kostenlosen Diensten auf dem Laufenden halten:

alles aus der Rubrik Wirtschaft
Twitter | RSS
alles aus der Rubrik Unternehmen & Märkte
RSS

© SPIEGEL ONLINE 2013
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH

SPIEGEL ONLINE Schließen


  • Drucken Versenden
  • Nutzungsrechte Feedback
  • Kommentieren | 36 Kommentare
  • Zur Startseite