Tokio - Sie wollen nicht mehr streiten, sie wollen lieber spenden: Die Herstellerfirma der japanischen Kultfigur "Hello Kitty" und der niederländische Künstler, der sich als Schöpfer der "Hello Kitty"-Freundin "Cathy" ansieht, haben sich in ihrem Plagiatsstreit gütlich geeinigt. Die Kosten des Rechtstreits in Höhe von 150.000 Euro wollen sie Erdbebenopfern in Japan zukommen zu lassen. Das teilten die japanische Firma Sanrio und das niederländische Unternehmen Mercis, das die Urheberrechtsansprüche des Künstlers Dick Bruna vertritt, gemeinsam mit.
Bruna hatte 1955 den Hasen "Miffy" erfunden, dem die "Hello Kitty"-Freundin "Cathy" ähnelt. Ein Amsterdamer Gericht kam im November 2010 sogar zu dem Schluss, dass "Cathy" zu stark "Miffy" nachempfunden sei, und untersagte Sanrio, die Hasenfigur in den Niederlanden, in Belgien und in Luxemburg weiter zu produzieren und zu verkaufen. Sanrio legte gegen die Gerichtsentscheidung zunächst Berufung ein.
Inzwischen sehen beide Seiten den Streit aber gelassen. Die japanische Firma erklärte sich außer der Spende für den Wiederaufbau in Japan bereit, die Hasenfigur "Cathy" in Zukunft nicht mehr zu nutzen. Die Comic-Katze "Hello Kitty", die ihre Karriere 1974 als Motiv auf einer Geldbörse begann, wird somit in Zukunft ohne ihre Freundin auskommen müssen.
mah/AFP
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