Chaos-Flughafen BER: Platzeck will dieses Jahr neuen Eröffnungstermin nennen

Ein Misserfolg wäre das Ende seiner Karriere: Noch in diesem Jahr will Brandenburgs Regierungschef Platzeck einen neuen Eröffnungstermin für den Berliner Großflughafen BER nennen. Bei einem Scheitern des Projekts werde er Konsequenzen ziehen, kündigte der SPD-Politiker an.

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Platzeck: "Selbstverständlich meine Konsequenzen ziehen"

Berlin - Brandenburgs Ministerpräsident Matthias Platzeck rechnet damit, dass im Laufe des Jahres ein neuer Eröffnungstermin für den neuen Hauptstadtflughafen BER genannt werden kann. Der Flughafen sei derart wichtig für ganz Ostdeutschland, dass ein Misserfolg nicht nur "verheerend" für die Region wäre, sondern auch das Ende seiner politischen Karriere bedeuten würde, sagte der SPD-Politiker der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung".

"Wenn die nächsten Monate eine Zeit des Misslingens werden, werde ich selbstverständlich meine Konsequenzen ziehen." Platzeck ist Aufsichtsratsvorsitzender der Flughafengesellschaft, die Berlin, Brandenburg und dem Bund gehört.

Der Politiker verteidigte die umstrittene Entscheidung seiner rot-roten Regierungskoalition, die Ziele eines Volksbegehrens für mehr Nachtruhe am Flughafen zu übernehmen und mit den Gesellschaftern darüber zu verhandeln. Am Ende würden Ergebnisse erzielt, "die mehr Menschen mehr Ruhe verschaffen, ohne dass der BER zum Provinzflughafen wird", so Platzeck zum Blatt.

Die Eröffnung des Hauptstadtflughafens wurde schon viermal verschoben, doch mit den ewigen Verzögerungen soll nun Schluss sein. Der neue BER-Chef Mehdorn hatte zuvor das Beschleunigungsprogramm Sprint aufgelegt. Ziel sei es, alle Prozesse, darunter "Restbauarbeiten" und den Probebetrieb bis zur Flughafeneröffnung zu bündeln und "BER so schnell wie möglich ans Netz zu bringen", sagte ein Sprecher.

Der 70-jährige Mehdorn war überraschend als neuer Chef des Großflughafens BER vorgestellt worden. Der ehemalige Bahn-Chef hatte in seiner Amtszeit als Vorstandsvorsitzender der Fluggesellschaft Air Berlin zu den schärfsten Kritikern der BER-Pannenserie gehört. Mehdorn gilt als konsequenter und gradliniger Manager, vor allem im Umgang mit Politik und Interessenvertretern zuweilen aber auch als zu undiplomatisch.

lei/dpa

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insgesamt 60 Beiträge
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1. Wenn das mal hinhaut!
flug430 07.04.2013
Platzeck dreht ein großes Rad. Warum will er einen neuen Termin nennen? Es gibt ja nur zwei Termine pro Jahr - beim Flugplanwechsel und für den fünften Eröffnungstermin mindestens zehn Jahreszahlen.
2. Mutig?
lemmy01 07.04.2013
Der Laden sollte schon seit einiger Zeit in Betrieb sein. Und jetzt wird großartig angekündigt, dass noch in diesem Jahr ein Eröffnungstermin genannt werden soll? Wie mutig ist das denn? Normalerweise benennt man schon einen Eröffnungstermin noch vor Beginn der Bauarbeiten. Hören wir jetzt im Dezember 2013 eine ganz mutige Äußerung von Platzeck, dass der Flughafen im Sommer 2016 eröffnen wird? Und wenn dieser (fiktive) Termin nicht klappen sollte? Zieht er dann mit fast 63 die Konsequenzen? Welche denn? Tritt er dann als Vorsitzender des Aufsichtsrats zurück und überlässt diese Position dem derzeitigen stellvertretenden Aufsichtsratsvorsitzenden? Sorry. Aber das sind leere Aussagen.
3. Der ewige Versager
iffel1 07.04.2013
will jetzt endlich sein Ende bekannt geben ? Viel zu spät. Erst jahrelang nichts hinterfragen, nichts kontrollieren, gierig auf jeden öffentlichen Auftritt im Sonnenschein und dann nicht eigene Fehler eingestehen. Peinlich wie Wulff, langweilig wie Wowereit. Und viel zu spät für eine lächerliche Figur zu gehen.
4.
alpenkraut 07.04.2013
Eine Konsequenz könnte doch sein, den Aufsichtsratschefposten an den Regierungschef Berlins zu vererben. Der könnte dann sozusagen mit Aufhören aufhören. Wie die Architekten auch...
5. Da darf man gespannt sein.
j.w.pepper 07.04.2013
Meine (zugegeben etwas lästerliche) Theorie besteht schon seit einiger Zeit darin, dass die erste Veranstaltung in der Elbphilharmonie der Dankgottesdienst für die Eröffnung des Flughafens Berlin-Brandenburg sein wird.
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