Pleitekonzern Karstadt-Abwickler kann auf 50-Millionen-Gehalt hoffen

Ein saftiges Salär zum Abschied: Karstadt-Insolvenzverwalter Klaus Hubert Görg kann laut "Süddeutscher Zeitung" mit einem Honorar in zweistelliger Millionenhöhe rechnen - und stößt damit auf scharfe Kritik bei Branchenexperten.

Karstadt-Insolvenzverwalter Görg: Alles hängt von den Investor-Verhandlungen ab
AP

Karstadt-Insolvenzverwalter Görg: Alles hängt von den Investor-Verhandlungen ab


München - Noch ist Klaus Hubert Görg nicht soweit - doch in Kürze könnte der Karstadt-Insolvenzverwalter um viele Millionen reicher sein. Sollte das Warenhaus endgültig verkauft werden, winken Görg mehr als 50 Millionen Euro, schreibt die "Süddeutsche Zeitung" unter Berufung auf Verhandlungskreise.

Alles hängt jedoch davon ab, wie die Gespräche zwischen dem Karstadt-Investor Nicolas Berggruen und dem Vermieterkonsortium Highstreet ausgehen. Können sich beide Parteien einigen, ist der Verkauf des Warenhauses perfekt - und Görg bekommt sein saftiges Honorar. So schildert es die Zeitung.

Görg hatte vor einem Jahr das Karstadt-Insolvenzverfahren übernommen. Der Konzern beschäftigt derzeit noch 25.000 Mitarbeiter. Dem Bericht zufolge wollte der 69-Jährige zur Höhe seines Honorars derzeit keine Stellung nehmen. "Dazu sagen wir nichts. Außerdem ist es noch zu früh, um eine Rechnung aufzumachen", sagte Görgs Sprecher der "SZ". Die Vergütung orientiert sich am Wert der Insolvenzmasse am Tag der Schlussrechnung.

"Heerscharen von teuren Beratern"

Die Frage jedoch bleibt, ob es moralisch vertretbar ist, einen solchen Profit aus der Abwicklung eines Pleitekonzerns zu schlagen. Der Wissenschaftler und frühere Insolvenzrichter Hans Haarmeyer meint nein. "Statt die Gläubiger bestmöglich zu befriedigen, versorgt die Abwicklung eines Insolvenzverfahrens offenbar weitgehend und flächendeckend nur die Insolvenzverwalter und die mit ihnen verbundenen Strukturen", sagte Haarmeyer der Zeitung.

Der Experte kritisierte, dass viele Verwalter "Heerscharen von teuren Beratern" in die ihnen anvertrauten Firmen schicken, weil es ihnen entweder selbst an Kenntnissen mangele oder weil sie sich durch Gutachten absichern wollten.

yes/AFP

Forum - Was wird aus dem Karstadt-Konzern?
insgesamt 163 Beiträge
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hypnos 08.06.2010
1. Reibach für Banken
Zitat von sysopMit Investor Nicolas Berggruen scheint ein finanzstarker Retter für die marode Karstadt-Gruppe gefunden. Kann der Deutsch-Amerikaner das Traditionsunternehmen aus der Krise führen? Diskutieren Sie mit anderen SPIEGEL-ONLINE-Lesern.
Und wieder die Banken! Sie pokern bei den Mieten. Quelle hat man schon systemrelevant kaputtgehen lassen.
chris7516, 08.06.2010
2. Banken
Zitat von hypnosUnd wieder die Banken! Sie pokern bei den Mieten. Quelle hat man schon systemrelevant kaputtgehen lassen.
(1) Erstmal hat Highstreet 2006 Karstadt gerettet, in dem sie die Immobilien für ein paar Milliarden gekauft haben. Ohne die "Banken" (Highstreet) wäre Karstadt damals schon Pleite gewesen. (2) Warum sollen die Banken schuld daran gewesen sein, dass Quelle Pleite gegangen ist? Quelle hat es eben versäumt, sich den neuen Herausforderungen (internet) zu stellen.
Ernst Robert, 08.06.2010
3. Berggruen hat Recht, muss aber aufpassen
Zitat von sysopMit Investor Nicolas Berggruen scheint ein finanzstarker Retter für die marode Karstadt-Gruppe gefunden. Kann der Deutsch-Amerikaner das Traditionsunternehmen aus der Krise führen? Diskutieren Sie mit anderen SPIEGEL-ONLINE-Lesern.
Die Kunst wird sein, die überhöhten Mieten möglichst geräuschlos, aber maßvoll zu senken. Denn nur so kann man die auch in Deutschland (in den meisten Standorten) überbewerteten Immobilien vor einem Crash wie in Japan oder den USA retten. Je mehr Lärm jetzt darum gemacht wird, umso schädlicher. Berggruen hat den Finger in die Wund gelegt, aber er hat Recht. Fairerweise müsste man zugeben, dass auch auf Seiten der Beschäftigten gewisse Zugeständnisse nötig sind, um die Kaufhauskette zu retten.
hypnos 08.06.2010
4.
Zitat von chris7516(1) Erstmal hat Highstreet 2006 Karstadt gerettet, in dem sie die Immobilien für ein paar Milliarden gekauft haben. Ohne die "Banken" (Highstreet) wäre Karstadt damals schon Pleite gewesen. (2) Warum sollen die Banken schuld daran gewesen sein, dass Quelle Pleite gegangen ist? Quelle hat es eben versäumt, sich den neuen Herausforderungen (internet) zu stellen.
Karstadt: "Rettung" durch überhöhte Mieten? Quelle: Die Konditionen für die Ratenkäufe wurden verschlechtert (Zinserhöhung).
altruist 08.06.2010
5. steilvorlage
wenn die vermieter karstadt drohen,was besseres kann dem investor doch garnicht passieren.dann schliesst er die filiale und zeigt auf den bösen vermieter.so einfach ist die welt.
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