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Energiekonzern PGNiG: Polen rudert im Streit um russische Gaslieferungen zurück

PGNiG-Inspekteur (Archivbild): Lediglich ein "Zwischenfall" Zur Großansicht
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PGNiG-Inspekteur (Archivbild): Lediglich ein "Zwischenfall"

Annäherung im Gasstreit zwischen Polen und Russland: Der Warschauer Energieversorger PGNiG will den Schlagabtausch nicht als "Krise" verstanden wissen, der russische Staatskonzern Gazprom sagt dem Nachbarland die angefragten Liefermengen zu.

Warschau - Der Streit um Gaslieferungen aus Russland hatte sich in dieser Woche immer weiter zugespitzt. Jetzt schlägt der polnische Energieversorger PGNiG besänftigende Töne an.

"Wir behandeln die Situation nicht als eine Krise", sagte PGNiG-Chef Mariusz Zawisza laut der polnischen Nachrichtenagentur PAP: Bei dem Streit handle es sich lediglich um einen "Zwischenfall". Nach seinen Angaben kann PGNiG die Bestellmenge beim russischen Lieferanten Gazprom innerhalb eines bestimmten Korridors ständig ändern.

PNGiG habe in den vergangenen Tagen aufgrund der Nachfrage am Markt mehr Erdgas bestellt als zuvor. Gazprom habe aber erstmals nicht die bestellte Menge geliefert, sondern nur die bislang gelieferte Menge, sagte Zawisza.

Polen nimmt Gaslieferungen an die Ukraine wieder auf

Polen importiert rund 60 Prozent seines Bedarfs an Erdgas aus Russland. Am Donnerstag hatte PGNiG erklärt, Gazprom habe nur 45 Prozent der bestellten Menge geliefert. Gazprom dementierte, der Konzern habe exakt dieselbe Menge geliefert wie in den Tagen davor.

Polen hatte daraufhin seine Lieferungen an die Ukraine gestoppt. Diese hat das Land am Freitag nun wieder aufgenommen, teilte der polnische Pipelinebetreiber mit. Ein Sprecher des ukrainischen Energieversorgers Ukrtransgas bestätigte dies. Polen erhielt nach Angaben des polnischen Wirtschaftsministers Janusz Piechocinski offenbar eine Zusage, dass Gazprom nun die angefragten Mengen an PGNiG liefern werde.

Die Ukraine erhält seit Mitte Juni kein Erdgas mehr aus Russland. Mehrere Länder - darunter Polen - liefern daher russisches Gas in die Ukraine weiter. Die Regierung in Moskau reagierte darauf mit scharfer Kritik und Drohungen: Der russische Staatskonzern Gazprom will EU-Länder daran hindern, russisches Gas, das sie selbst importiert haben, an die Ukraine weiterzuleiten. Laut einem Bericht der "Financial Times" stellte Russland zuletzt klar, dass man in diesem Fall die Lieferungen an die Europäer drosseln würde.

bos/AFP/AP/Reuters

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