Viermonatstief: Italiens Polit-Chaos lässt Euro abstürzen

Eine stabile Regierung in Italien rückt in weite Ferne, auch Zypern bereitet Europas Börsen weiter Sorgen: Der Dax verliert ein Prozent, vor allem Finanzwerte kommen unter die Räder. Der Euro verliert gegenüber dem Dollar deutlich an Wert.

Der Handelssaal der Frankfurter Börse: Der Dax verliert mehr als ein Prozent. Zur Großansicht
DPA

Der Handelssaal der Frankfurter Börse: Der Dax verliert mehr als ein Prozent.

Frankfurt - Die Euro-Schuldenkrise hat die Nervosität an den Finanzmärkten erneut angefacht. Das Chaos um die Zypern-Rettung besorgt die Anleger weiterhin, zudem ist fraglich, ob Italien seine Probleme in den Griff bekommt. Der Euro sank gegenüber dem Dollar auf ein Viermonatstief. Im Tagesverlauf kostete die Gemeinschaftswährung 1,2774 US-Dollar und damit fast einen US-Cent weniger als im Tageshoch.

Auch die Aktienmärkte gerieten unter Druck. Der Dax Chart zeigen verlor mehr als ein Prozent und sank zeitweilig unter die Marke von 7800 Punkten. Der Euro Stoxx 50 Chart zeigen, in dem 50 wichtige europäische Unternehmen notiert sind, lag am Nachmittag über ein Prozent im Minus. Besonders Finanzwerte gaben deutlich nach: Die Allianz Chart zeigen und die Deutsche Bank Chart zeigenzählten zu den größten Verlierern im Dax.

Schlechte Aussichten für neue Regierung in Italien

Die schlechten Aussichten auf eine stabile Regierung in Italien drücken den Investoren zusehends auf die Stimmung. Der Spitzenkandidat des italienischen Mitte-Links-Bündnisses, Pier Luigi Bersani, macht bei seiner Suche nach einer Regierungsmehrheit in Rom keine sichtbaren Fortschritte. Bersani setzte die Sondierungen fort und holte sich bei der Protestbewegung "Fünf Sterne" des Komikers Beppe Grillo erneut eine deutliche Absage.

Der drohende politische Stillstand ließ inzwischen auch die Anleger am Markt für Staatsanleihen zögern. Bei zwei Anleiheauktionen Italiens gelang es nicht, den anvisierten Höchstbetrag einzusammeln. An den Rentenmärkten anderer Krisenländer wie Griechenland, Portugal und Irland verschlechterte sich die Stimmung ebenfalls.

"Kurz vor Ostern sind die Anleger wieder vorsichtiger geworden", sagte Analyst Frank Geilfuß vom Berliner Bankhaus Löbbecke. Die Investoren hielten sich angesichts der wachsenden konjunkturellen Unsicherheit und der Schuldenkrise in Europa zurück. Zudem sei nicht klar, ob die für Donnerstag geplante Wiedereröffnung der Banken im Krisenland Zypern reibungslos vonstatten gehen werde.

ade/dpa

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