Porsche Ex-Finanzchef Härter muss Strafe wegen Kreditbetrugs zahlen

In den Verfahren gegen ehemalige Porsche-Manager steht das erste Urteil fest: Der Bundesgerichtshof hat die von Ex-Finanzchef Holger Härter beantragte Revision zurückgewiesen. Er muss nun wegen Kreditbetrugs 630.000 Euro Strafe zahlen.

Ex-Finanzchef Härter (im Juni 2013): Revision abgelehnt
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Ex-Finanzchef Härter (im Juni 2013): Revision abgelehnt


Stuttgart - Holger Härter muss zahlen: Der wegen Kreditbetrugs verurteilte Ex-Finanzchef von Porsche muss die gegen ihn verhängte Geldstrafe akzeptieren. Das hat der Bundesgerichtshofs entschieden, der Härters Revision gegen das Urteil vom Juni 2013 bereits im April zurückgewiesen hat - das Landgericht Stuttgart machte diese Entscheidung erst am Dienstag öffentlich. Bei dem Urteil sei kein durchgreifender Rechtsfehler festzustellen, erklärte das Gericht, auch die Beweiswürdigung des Landgerichts sei nicht zu beanstanden. Härter muss insgesamt 630.000 Euro Strafe zahlen.

Hintergrund des Urteils ist die gescheiterte Übernahme des Volkswagen-Konzerns durch Porsche. Der Sportwagenbauer verhandelte deshalb 2009 mit der französischen Bank BNP Paribas über einen Kredit in Höhe von 500 Millionen Euro. Das Landgericht sah es als erwiesen an, dass Härter gegenüber der Bank ein Risiko in den Porsche-Büchern von 1,4 Milliarden Euro verschwiegen habe, um einen Kredit zu besseren Konditionen zu bekommen. Mit der Geldstrafe von 630.000 Euro gegen Härter blieb das Gericht hinter dem von der Staatsanwaltschaft geforderten Strafmaß zurück. Die Verteidigung hatte auf Freispruch plädiert.

Im Zusammenhang mit dem Übernahmepoker sind noch mehrere Schadensersatzklagen von Anlegern gegen die Porsche-Holding anhängig. Zudem steht eine Entscheidung des Oberlandesgerichts noch aus, ob Härter und Ex-Porsche-Chef Wendelin Wiedeking in einem anderen Verfahren gemeinsam auf die Anklagebank müssen. Die Staatsanwaltschaft wirft ihnen Marktmanipulation vor: Bis zum Oktober 2008 soll Porsche stets abgestritten haben, 75 Prozent der VW-Stammaktien Chart zeigen erwerben zu wollen. Tatsächlich sei dieser Plan aber heimlich schon verfolgt worden.

Die Staatsanwaltschaft ermittelt in dieser Sache inzwischen auch gegen den gesamten früheren Aufsichtsrat wegen Beihilfe zu Marktmanipulationen - unter anderem gegen Ferdinand Piëch, Wolfgang Porsche und den Betriebsratschef Uwe Hück. Von der Entscheidung über die Prozesseröffnung gegen die beiden Ex-Vorstände hängt wohl auch ab, ob sich die ehemaligen Aufsichtsräte vor Gericht verantworten müssen.

mxw/dpa/Reuters/AFP



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insgesamt 8 Beiträge
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Seite 1
gesellschaft 12.08.2014
1. Das ist Taschengeld für DEN
nur wenn es an deren Substanz gehen würde, schreckt das vor Wirtschaftskriminalität ab- von einer kap. Justiz ist das nicht zu erwarten.
fairer_demokrat 12.08.2014
2. da wird dann wieder Steuergeld
verschwendet. Die Staatsanwaltschaft sollte sich um wichtigere Dinge kümmern, auch wenn das nicht soviel Publicity bringt.
Pandora0611 12.08.2014
3. Die Causa Härter
Jetzt soll er also 630.000 Euro "Strafe" zahlen. Das sind gerade einmal 10% seines Jahresboni. Das zahlt er doch aus der "Portokasse". Und kann das dann auch noch steuerlich geltend machen. Warum wandert er nicht in den Knast? Ach ja, sie können sich ja "freikaufen".
moistvonlipwik 12.08.2014
4.
Zitat von fairer_demokratverschwendet. Die Staatsanwaltschaft sollte sich um wichtigere Dinge kümmern, auch wenn das nicht soviel Publicity bringt.
Es gilt das Legalitätsprinzip. Danach ist jeder Strafvorwurf "wichtig".
bauigel 12.08.2014
5. Steuerlich absetzbar?
Sorry Pandora0611, aber was ist denn das für ein Schwachsinn? Geldstrafen sind niemals steuerlich absetzbar. Da fragt man sich, warum sie so einen Schwachsinn schreiben.
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