Braunschweig - Porsche hat im Prozess um die Übernahmeschlacht mit Volkswagen einen ersten Sieg errungen: Das Landgericht Braunschweig hat die Dachgesellschaft des Sportwagenherstellers am Mittwoch in zwei Fällen vom Vorwurf der Marktmanipulation im Übernahmekampf mit VW vor vier Jahren freigesprochen. Die entsprechenden Klagen wurden abgewiesen, sagte der Vorsitzende Richter der Zivilkammer Stefan Puhle.
Porsche begrüßte die Entscheidung: Vorstandschef Matthias Müller sagte, die Entscheidung des Landgerichts sei erfreulich. Ein Unternehmenssprecher sagte, das Unternehmen werde sich gegen alle anhängigen Klagen mit aller Kraft wehren.
Das Verfahren war der erste Schadensersatzprozess von Anlegern gegen Porsche
wegen gescheiterter Finanzgeschäfte in der Zeit des Übernahmekampfes mit Volkswagen Stammaktien
. Ein privater Anleger und eine Schweizer Anlagegesellschaft hatten von der Porsche-Holding und einer Frankfurter Bank Schadensersatz in Millionenhöhe verlangt.
Porsche-Aktien springen ins Plus
Die Kläger hatten in dem Prozess behauptet, Porsche habe sie im Jahr 2008 mit unrichtigen Pressemitteilungen zu Aktiengeschäften verleitet, die dann zu hohen Verlusten führten. Damals hatte der schwäbische Automobilhersteller ohne Erfolg versucht, den viel größeren Konkurrenten VW zu übernehmen. Dabei kam es zu großen Kursbewegungen der VW-Aktie, was viele Spekulanten anlockte. Porsche hatte den Vorwurf der Falschinformation stets zurückgewiesen. Die beiden Kläger sind erfahrene Aktienprofis.
Auch wenn das Landgericht die ersten Klagen abgewiesen hat, ist die juristische Auseinandersetzung für Porsche noch nicht vorbei: Es gibt drei weitere Verfahren, bei denen die Klagesumme mehrere Milliarden Euro beträgt und von denen zum Teil auch VW betroffen ist. Die Verhandlungen zu diesen Punkten beginnen vermutlich erst im Frühjahr 2013.
An der Börse reagierten die Aktien der Porsche Holding umgehend: Der Kurs sprang um 5,8 Prozent ins Plus - die VW-Anteilsscheine verteuerten sich dagegen nur um 1,25 Prozent, während der Dax knapp ein halbes Prozent hinzugewann.
nck/dpa
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