Dieselermittlungen Porsche-Mitarbeiter in Untersuchungshaft

Wegen Fluchtgefahr ist ein Porsche-Mitarbeiter in Untersuchungshaft genommen worden. Hintergrund sind mögliche Manipulationen der Abgasreinigung von Dieselautos.

Porsche-Logo
DPA

Porsche-Logo


Ein Porsche-Manager ist in Untersuchungshaft genommen worden. Darüber informierte Vorstandschef Oliver Blume am Freitag die Mitarbeiter. Als Grund hätten die Behörden Verdunkelungs- und Fluchtgefahr angegeben, heißt es in der Mitteilung an die Belegschaft. Die Staatsanwaltschaft und das zuständige Gericht waren zunächst nicht für eine Stellungnahme erreichbar.

Nach Informationen der "Bild am Sonntag" handelt es sich bei dem Festgenommenen um Motorenchef Jörg Kerner. Die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen des Verdachts des Betruges und der strafbaren Werbung gegen insgesamt drei Beschuldigte. Porsche weist die Vorwürfe zurück. Neben dem jetzt inhaftierten Kerner sind auch ein aktuelles Vorstandsmitglied sowie ein ehemaliger Mitarbeiter im Visier der Ermittler. Hintergrund sind mögliche Manipulationen der Abgasreinigung von Dieselautos.

"Die Staatsanwaltschaft wirft den drei Beschuldigten und Porsche vor, wir hätten Kenntnis davon gehabt, dass in diesen Motoren unzulässige Steuerungsgeräte verbaut gewesen seien", schrieb Blume an die Mitarbeiter. "Wir weisen diesen Vorwurf zurück und tun unser Möglichstes, um alles in Ordnung zu bringen."

Am Mittwoch hatten fast 200 Ermittler mehrere Standorte von Porsche und der Konzernschwester Audi durchsucht, von der Porsche die Dieselmotoren bekommt. Die Verhaftung soll aber nicht unmittelbar nach den Durchsuchungen erfolgt sein.

Blume rief die Beschäftigten auf, sich von den Berichten über die Vorwürfe nicht verunsichern zu lassen. "Meine Vorstandskollegen und ich tun alles dafür, um den Sachverhalt so schnell wie möglich aufzuklären", schrieb er.

hej/dpa

Mehr zum Thema


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.