Dieselaffäre 33 Staatsanwälte durchsuchen Porsche-Büros

Polizei und Staatsanwaltschaft sind für eine Razzia in Räumen des Autokonzerns Porsche angerückt. Unter den Beschuldigten ist auch ein Mitglied des Vorstands.

Porsche-Zentrale in Stuttgart Zuffenhausen
imago/ Jan Huebner

Porsche-Zentrale in Stuttgart Zuffenhausen


Wegen Betrugverdachts im Zusammenhang mit dem Dieselskandal haben Staatsanwaltschaft und Polizei am Mittwoch zahlreiche Gebäude der VW-Tochter Porsche durchsucht. Wie die Staatsanwaltschaft Stuttgart am Morgen mitteilte, durchsuchen "derzeit" 33 Staatsanwälte und 160 Polizisten insgesamt zehn Objekte in Baden-Württemberg und Bayern.

Unter den drei Beschuldigten sei auch ein Mitglied des Vorstands. Um wen es sich genau handelt, teilte die Staatsanwaltschaft nicht mit.

Ein anderer Beschuldigter sei "Mitglied des höheren Managements". Der dritte Beschuldigte arbeite nicht mehr für die Stuttgarter Volkswagen-Tochter.

Damit wird nun neben Audi und Volkswagen auch Porsche in die juristische Aufarbeitung des Dieselskandals hineingezogen. Durchsuchungen gab es aber auch schon bei BMW und Daimler. Den Autoherstellern wird vorgeworfen, illegale Abschalteinrichtungen der Abgasreinigungsanlage in Dieselautos eingebaut und falsche Werbung gemacht zu haben.

Porsche hatte in dem Zusammenhang bislang stets beteuert, betroffene Motoren von der VW-Tochter Audi bezogen zu haben. Ermittler hegen daran Zweifel.

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beb/dpa/afp



insgesamt 37 Beiträge
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weem 18.04.2018
1. Versuch ist es wert
Man liest bei den Autoherstellern ständig von Durchsuchungen aber es fällt auf, dass man selten was von Ergebnissen hört. Oder anders rum, glaubt denn irgendjemand, sollte belastendes Material in den Büroräumen rumliegen, dass aufgrund der andauernden Durchsuchungen, nicht der ein oder andere schlaue Kopf auf die Idee kommt, das Material zu vernichten?
PolitBarometer 18.04.2018
2.
Ich glaube wohl kaum, dass die Verantwortlichen bei Porsche verdächtiges oder belastendes Material so einfach auf dem Tisch herumliegen lassen oder schon mal die Kartons mit belastbarem Material für die Razzia bereitgestellt haben. Da dürfte dann wohl eher der eine oder andere Rechner, Laptop, Server vorübergehend beschlagnahmt bzw. durchsucht werden. Klar, Ergebnisse wären hier nett, aber das ist im Detail meist nichts für die Öffentlichkeit. Sowas dauert bis zu einer abschliessenden Bewertung u.U. Monate bzw. Jahre. Und ausserdem, was sollten wir dort denn hören: "Wir waren es nicht" oder "Wir tragen eine erhebliche Mitschuld am Skandal"? Wohl kaum.
freddygrant 18.04.2018
3. Des deutschen liebstes Kind!
Sie meinen immer noch - unsere Autopioniere -, dass sie wie in den Anfängen des letzten Jahrhunderts und besonders in den 30er Jahren weiter gehätschelt werden. Die Zeiten haben sich aber geändert. Von Pionieren wurden Umwelt- sünder mit krimineller Energie. Wenn unsere Administration und Justiz hier richtig ran geht, werden sie einiges an Akten und techn. Unterlagen finden. Denn auch hier besteht Aufzeichnungspflicht!
bernteone 18.04.2018
4. Für was die ganze Show
Unterm Strich passiert doch nichts . In Amerika werden VW Manager eingesperrt und in Deutschland werden Sie von der Kanzlerin gedeckt und von der VW fürstlich entlohnt . Also was soll die ganze Show , die 33 Staatsanwälte hätten auch für sinnvolle Aufgaben eingesetzt werden können .
investor3000 18.04.2018
5. Zirkus
Was soll das ganze denn? VW und Audi haben doch zugegeben betrogen zu haben, Verbraucher getäuscht, Menschen geschädigt zu haben. Passiert ist in Deutschland trotzdem nichts. Noch nicht einmal die Gewinne durch den Wettbewerbsvorteil durch die betrügerische Aktivität wurden abgeschöpft. Was soll jetzt diese PR-Aktion? Bald meldet sich bestimmt auch wieder ein Politiker, der sagt, "die Auto-Industrie muss für die Kosten des Betrugs aufkommen"... Ha Ha
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