Porsche-Übernahme: VW muss 600 Millionen Euro mehr zahlen
Die Übernahme von Porsche kommt VW womöglich teurer zu stehen als geplant: Laut "Financial Times Deutschland" muss der Konzern für die restlichen knapp 50 Prozent des Sportwagenbauers rund 600 Millionen Euro mehr zahlen als vereinbart.
Frankfurt am Main - Die Kosten der Porsche-Übernahme steigen offenbar: Der Preis für die restlichen Anteile am Sportwagenbauer liegen laut "Financial Times Deutschland" bei rund 4,5 Milliarden Euro. Das wären rund 600 Millionen Euro mehr als der vor drei Jahren vereinbarte Kaufpreis. "Die finanzielle Umsetzung hat sich geändert", sagte ein Insider der Zeitung. Sprecher der Unternehmen wollten sich laut der Zeitung nicht dazu äußern.
Der höhere Kaufpreis erkläre sich durch Synergien, die früher als geplant erwirtschaftet werden könnten, heißt es im Umfeld des VW-Konzerns. VW-Patriarch Ferdinand Piëch und andere Spitzenmanager rechnen durch die vollständige Eingliederung des Sportwagengeschäfts von Porsche mit Kostenvorteilen von rund 700 Millionen Euro jährlich. Deshalb strebt VW eine zügige Fusion an.
Am Wochenende war bekannt geworden, dass beide Autobauer ein Schlupfloch in der Besteuerung von Unternehmenszusammenschlüssen nutzen und daher bereits in den nächsten Monaten die Eingliederung der Porsche AG in das VW-Reich besiegeln könnten.
Der Wolfsburger Konzern hält bereits knapp 50 Prozent an der Porsche AG. Der Rest wird von der Porsche Holding gehalten, die wiederum gut die Hälfte der Stimmrechte an VW kontrolliert. Vom höheren Kaufpreis profitiere die Porsche SE, hieß es. Das Nachsehen habe VW. Die höhere Bewertung kommt auch den Familien Piëch und Porsche zugute, denen 90 Prozent der Stammaktien der Porsche SE gehören.
ssu/dpa/Reuters
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