Streit wegen Abgasaffäre Porsche zahlt Ex-Vorstand Millionen - unter Vorbehalt

Porsche überweist seinem früheren Entwicklungschef eine Abfindung in Millionenhöhe. Laut einem Medienbericht muss der Ex-Manager das Geld zurückzahlen, sollte er für die Dieselaffäre mitverantwortlich gewesen sein.

Wolfgang Hatz
Porsche

Wolfgang Hatz


Die VW -Tochter Porsche will dem früheren Vorstand Wolfgang Hatz einem Medienbericht zufolge einen Teil seiner Millionenabfindung wegen der Abgasaffäre unter Vorbehalt zahlen. Sollte sich eine Pflichtverletzung des früheren Entwicklungsvorstands in der Dieselaffäre herausstellen, müsse er dieses Geld zurückzahlen, schreibt die "Bild am Sonntag". Das habe das Präsidium des Aufsichtsrats bei seiner Sitzung entschieden.

Ein Porsche-Sprecher sagte, das Unternehmen kommentiere grundsätzlich keine Summen und Modalitäten von Verträgen. Auch ein VW-Sprecher wollte sich nicht zum Vertrag des früheren Vorstands äußern.

Hatz war wenige Tage nach Bekanntwerden des Abgasskandals im September 2015 beurlaubt worden. Im Frühjahr 2016 vereinbarte er mit Porsche einen Aufhebungsvertrag. Die Jahre zuvor war er als Generalbevollmächtigter in der VW-Entwicklungsabteilung tätig.

Die US-Kanzlei Jones Day, die von VW mit der Aufklärung des Dieselskandals beauftragt ist, will Hatz dem Bericht zufolge bald erneut befragen. Sein Anwalt sagte der Zeitung, das Gespräch sei "bislang deswegen noch nicht zustande gekommen, weil die Unterlagen, auf die sich das Gespräch beziehen soll, unserem Mandaten noch nicht vorgelegt worden sind". Der Anwalt betonte: "Es gibt keine Hinweise darauf, dass unser Mandant in die Dieselaffäre verwickelt ist."

hej/dpa-AFX



insgesamt 17 Beiträge
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hoppelmoppel79 04.06.2017
1. kehrt da etwa Vernuft ein?
So eine Klausel gehört in jeden Arbeits-/Abfindungs-Vertrag von Managern, Vorständen und Aufsichtsräten.
Nordstadtbewohner 04.06.2017
2. Es gilt die Unschuldsvermutung
Auch wenn es viele nicht verstehen wollen, der Mann gilt solange als unschuldig, bis das Gegenteil bewiesen ist und ein gerichtliches Urteil gesprochen wurde. Solange hat er das selbstverständliche Recht, seine Bezüge und Abfindungen zu erhalten. Wolfgang Hatz hat bei Porsche gute Arbeit geleistet und deren Vergütung steht für mich völlig außer Frage.
Beijinger 05.06.2017
3. Sorry,
wer kauft sich eigentlich einen Porsche mit Dieselmotor? Geht's noch?
Yves Martin 05.06.2017
4.
Zitat von hoppelmoppel79So eine Klausel gehört in jeden Arbeits-/Abfindungs-Vertrag von Managern, Vorständen und Aufsichtsräten.
Warum nur "bei Managern"? So eine Klausel müsste dann in jedem Arbeitsvertrag stehen: "Wer bei der Arbeit Mist baut, haftet für den Schaden mit seinem Arbeitseinkommen." Fänden Sie das dann immer noch gut?
andneu 05.06.2017
5. @hoppelmoppel79
Zitat von Yves MartinWarum nur "bei Managern"? So eine Klausel müsste dann in jedem Arbeitsvertrag stehen: "Wer bei der Arbeit Mist baut, haftet für den Schaden mit seinem Arbeitseinkommen." Fänden Sie das dann immer noch gut?
Hier geht es um die Rückzahlung der Abfindung(!). Bitte den Artikel auch lesen.
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