Portugiesischer Energieriese E.on bietet Milliarden für Beteiligung an EDP

Das überschuldete Portugal muss Staatsfirmen verkaufen, um seinen Haushalt zu sanieren. Beim Stromriesen EDP könnte nun E.on zum Zug kommen: Der Energiekonzern will laut einem Bericht des "Handelsblatts" mehr als zwei Milliarden Euro für eine Beteiligung an dem Unternehmen bezahlen.

Windräder von EDP Renewables: E.on-Offerte von mehr als zwei Milliarden Euro
REUTERS

Windräder von EDP Renewables: E.on-Offerte von mehr als zwei Milliarden Euro


Düsseldorf - E.on plant den Abbau mehrerer tausend Arbeitsplätze - und will gleichzeitig kräftig in einen neuen Markt investieren: Der Energiekonzern hat einem Bericht des "Handelsblatts" zufolge ein milliardenschweres Angebot für eine Beteiligung am portugiesischen Stromriesen EDP abgegeben. Bei der Offerte geht es demnach um denjenigen Teil des Versorgers, den der portugiesische Staat verkaufen will. E.on kommentierte den Bericht auf Anfrage nicht.

E.on bietet laut dem "Handelsblatt" für ein Fünftel von EDP. Weil das Unternehmen an der Börse mit 8,5 Milliarden Euro bewertet werde, liege das Angebot vermutlich bei mehr als zwei Milliarden Euro.

Die milliardenschwere Investition würde parallel zu einem schmerzhaften Umbau des Konzerns erfolgen: Derzeit plant E.on einen massiven Job-Kahlschlag. Weltweit will der Konzern bis zu 11.000 der knapp 80.000 Arbeitsplätze streichen, in Deutschland sind allein 6000 Stellen bedroht. Die Gewerkschaft Ver.di kündigte am Dienstag bundesweite Protestaktionen gegen den Arbeitsplatzabbau bei E.on an.

Bereits Anfang September war bekanntgeworden, dass E.on an einem Einstieg bei EDP interessiert sei. Portugal will ein Privatisierungsprogramm beschleunigen, um das Haushaltsdefizit des Landes zu senken. EDP ist mit rund 12.000 Mitarbeitern einer der größten Energieversorger Europas. Im vergangenen Jahr machte das Unternehmen einen Umsatz von mehr als 14 Milliarden Euro und erzielte einen Nettogewinn von mehr als 1,2 Milliarden Euro.

fdi/dpa-AFX



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HappyLuckyStrike 25.10.2011
1. Wird Zeit, daß sich bei EDP was ändert,
ein absoluter Sauhaufen ist das. Aber EON, das sind doch Deutsche ? Nein, auf keinen Fall wird das klappen, da erhalten eher die Italiener oder Nicaraguaner den Zuschlag.
si_tacuisses 25.10.2011
2. Gestern noch brauchte EON dringendst 400 MIO
Zitat von sysopDas überschuldete Portugal*muss Staatsfirmen verkaufen, um seinen Haushalt zu sanieren. Beim Stromriesen EDP könnte nun*E.on zum Zug kommen: Der Energiekonzern will laut einem Bericht des "Handelsblatts" mehr als zwei Milliarden Euro für eine Beteiligung an dem Unternehmen bezahlen. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,793995,00.html
und heute schmeisst man mit Millionen nur so um sich ?? Ganz schnell vom kriminellen Mappus gelernt oder wie ?
NikoP 26.10.2011
3. "den der portugiesische Staat verkaufen will"
der portugiesische Staat möchte gerne freiwillig seine Energieversorgung an deutsche Quasi-Staatsmonopolisten verkaufen? Und dann wird auch fair bewertet? "... mehr als zwei Milliarden Euro ... zahlen" "Im vergangenen Jahr machte das Unternehmen einen Umsatz von mehr als 14 Milliarden Euro und erzielte einen Nettogewinn von mehr als 1,2 Milliarden Euro." Hüstel, Schnäppchen oder wie? Rein zufällig, oder wie...? Wie soll wohl Deutschland "gestärkt aus der Krise hervorgehen"? Unsere Politiker in Deutschland glauben doch, wir seinen unangreifbar und "haben unsere Hausaufgaben gemacht". Die werden alle unsere europäischen Freunde über die Klinge springen lassen, bis sie erkennen, dass sie mich und meine Eltern ebenfalls zur Zielscheibe machen. Schuld war dann natürlich Italien und Frankreich. Dieser ökonomische Krieg auf Kosten unserer europäischen Nachbarn zeugt definitiv nicht von historischer Weitsicht. Zum Glück regiert Merkel nicht bei uns hier, wenn man sich so anschaut, was sie in anderen europäischen Ländern umsetzt! Die Frage ist allerdings, haben die Eltern in den anderen Ländern Merkels Überzeugung (gewählt) und was macht Merkel mit uns, wenn wir unsere Hausaufgaben wirklich vorlegen sollen?
Zuversicht7 26.10.2011
4. Pervers oder Kapitalismus pur?
Zitat von sysopDas überschuldete Portugal*muss Staatsfirmen verkaufen, um seinen Haushalt zu sanieren. Beim Stromriesen EDP könnte nun*E.on zum Zug kommen: Der Energiekonzern will laut einem Bericht des "Handelsblatts" mehr als zwei Milliarden Euro für eine Beteiligung an dem Unternehmen bezahlen. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,793995,00.html
Pervers oder Kapitalismus pur? Bis zu 6000 Jobs baut E.on in Deutschland ab, insgesamt 11.500 Stellen, davon in Portugal?
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