Positive Prognosen: Wirtschaft sieht 2011 jetzt noch rosiger

Ob Stahlkocher, Maschinenbauer oder Elektroindustrie: Die Stimmung in der deutschen Industrie ist trotz der Krisen in Japan und Nordafrika bestens. Reihenweise heben Branchenverbände ihre Vorhersagen an.

Stahlarbeiter bei Salzgitter: Prognose verdoppelt Zur Großansicht
dapd

Stahlarbeiter bei Salzgitter: Prognose verdoppelt

Hannover - Die guten Zahlen hoben sie sich für die Hannover-Messe auf: Mehrere deutsche Branchenverbände haben auf der Industrieschau ihre Wachstumsprognosen deutlich nach oben korrigiert. "Das Barometer zeigt einen deutlich aufwärts gerichteten Trend", sagte der Chef des Bundesverbands der Deutschen Industrie (BDI), Hans-Peter Keitel.

Trotz der Krisen in Japan und Nordafrika schätzen die Unternehmen ihre Aussichten als sehr gut ein. Die Stahlkocher verdoppelten sogar ihre Prognose für die Rohstahlproduktion 2011. Sie wird demnach um vier Prozent auf 45,5 Millionen Tonnen zulegen. Im Dezember war die Branchenvereinigung noch von einem Zuwachs um knapp zwei Prozent ausgegangen.

"Natürlich können auch wir nicht ausschließen, dass die apokalyptischen Ereignisse in Japan mehr als konjunkturelle Schleifspuren hinterlassen", sagte der Präsident des Verbandes Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA), Thomas Lindner. Die Weltwirtschaft habe sich aber bislang als sehr robust erwiesen. Nach einem unerwartet starken Jahresauftakt erhöhten die Maschinenbauer ihre Produktionsprognose für 2011 von 10 auf 14 Prozent.

Auch die deutsche Elektroindustrie kalkuliert jetzt mit einer optimistischeren Annahme. Die Produktion werde wohl um zehn Prozent zulegen - drei Prozentpunkte mehr als noch im Dezember angenommen, teilte der Zentralverband Elektrotechnik- und Elektronikindustrie mit.

Die Märkte in Japan und Nordafrika spielen für die deutschen Unternehmen nur eine untergeordnete Rolle. Sowohl der BDI als auch der VDMA äußerten sich allerdings besorgt darüber, dass es durch die Situation in Japan zu Engpässen bei Vorprodukten kommen könne. BDI-Chef Keitel kündigte für Donnerstag ein Treffen mit Vertretern verschiedener Branchen im Bundeswirtschaftsministerium an, um sich einen Überblick über die Auswirkungen der Japan-Krise auf die Lieferketten und den Import zu verschaffen.

Laut einer Umfrage des High-Tech-Verbandes Bitkom registrieren aufgrund der Katastrophe in Japan bereits 17 Prozent der deutschen Elektronikhersteller und -händler Lieferengpässe bei Geräten, Komponenten oder Bauteilen. Nur ein Fünftel der Befragten erwartet keinerlei Auswirkungen auf das eigene Geschäft.

dab/Reuters/dapd

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insgesamt 14 Beiträge
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    Seite 1    
1. und das ÖL?
luca duca conte 04.04.2011
Ich glaube nicht an eine Langfristige wirtschaftliche Erholung... Öl liegt jetzt schon bei 120 Dollar...wenn dass so weitergeht werden uns noch dieses Jahr die Augen geöffnet! Die Spekulanten haben nichts aber auch gar nichts gelernt... Immer schon optimistisch...jajajaja
2. Es gibt nur eine Frage:
RaMaDa 04.04.2011
Wieviel von dieser "positiven Stimmung" kommt bei uns im Geldbeutel an?
3. Ein einfacher Regelkreislauf
founder 04.04.2011
Je besser sich die Wirtschaft entwickelt, desto größer wird die Nachfrage auf Öl, desto schneller gibt es durch eine Ölpreisexplosion die nächste Wirtschaftskrise. Diese einfache Wahrheit versucht man seit Jahren zu verheimlichen. Eine stabile Wirtschaft kann es nur bei einem Ausstieg aus Erdöl, Kohle, Atomkraft und Erdgas geben (http://politik.pege.org/2011-d/ausstieg.htm).
4. Geldbeutel
Quagmyre 04.04.2011
Zitat von RaMaDaWieviel von dieser "positiven Stimmung" kommt bei uns im Geldbeutel an?
Die Erfahrung der letzten Jahre zeigt, dass der normale Arbeiter/Angestellte nichts oder nicht viel erwarten darf. Gerade eben hat uns der HR-Vorstand der Firma, für die ich arbeite, expressis verbis wissen lassen, dass in Zukunft mit keinen großen Sprüngen bzgl. der Vergütung zu rechnen sei. Im selben Atemzug genehmigte sich der Vorstand eine satte Erhöhung der Bezüge, wie man später aus der Zeitung erfahren konnte. So läuft das.
5. ???
n.holgerson 04.04.2011
Zitat von QuagmyreDie Erfahrung der letzten Jahre zeigt, dass der normale Arbeiter/Angestellte nichts oder nicht viel erwarten darf. Gerade eben hat uns der HR-Vorstand der Firma, für die ich arbeite, expressis verbis wissen lassen, dass in Zukunft mit keinen großen Sprüngen bzgl. der Vergütung zu rechnen sei. Im selben Atemzug genehmigte sich der Vorstand eine satte Erhöhung der Bezüge, wie man später aus der Zeitung erfahren konnte. So läuft das.
Tja und da fragt sich doch, an wem es liegt.... Gibt es da nicht was, wie Gewerkschaften? Wurden doch mal eingeführt, damit die Arbeiter geschlossen den Arbeitgebern gegenübertreten können, oder? Ach ja, aber die Mitgliederzahlen der Gewerkschaften sinken ja jedes Jahr, oder? Meiner Meinung nach gibt es zwei Arten von Arbeitern bzw. Angestellten. Die "herausragenden" und die "normalen". Erste bekommen aufgrund ihrer Fähigkeiten immer die richtige Entlohnung. Letztere sind austauschbar bzw. sind gegeneinander ausspielbar. Und um das zu vermeiden, gibt es u.a. Gewerkschaften.... PS: Sie können sich mal selber fragen, zu welchen Leuten wohl ihr Vorstand gehört! Ach ja, und was anderes verstehe ich auch nicht. Woher kommt eigentlich der Irrglauben, die Leistung eines "normalen" Arbeitgeber bzw. Angestellten wird jedes Jahr mehr Wert?
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