Lebensmittel Post testet mobile Tante-Emma-Läden

Auf der Suche nach neuen Geschäften prüft die Post den Einstieg in die Versorgung der Landbevölkerung. Denn in manchen Gemeinden können sich die Menschen kaum noch mit Produkten des täglichen Bedarfs eindecken.

Landpost-Zusteller
DPA

Landpost-Zusteller


Die deutsche Post will Menschen auf dem Land mit mobilen Tante-Emma-Läden versorgen. Dafür startet sie einen Versuch unter dem Motto "Meine Landpost".

Dabei soll ein Mitarbeiter mit einem Elektrofahrzeug den Kunden nicht nur Briefmarken verkaufen, Pakete mitnehmen oder Bargeld auszahlen, sondern auch Lebensmittel und andere Dinge an die Haustür bringen. "Wir wollen schauen, wie die Nachfrage ist und ob sich daraus ein Geschäftsmodell entwickeln lässt", sagte ein Postsprecher.

Als Modell-Gemeinden für den Testlauf bis Ende November wurden Buchen im Odenwald und Oberkotzau in Oberfranken ausgesucht.

Posteigener Online-Supermarkt beliefert mobile Läden

Vor allem in bevölkerungsarmen Landesteilen findet die Post keine Kooperationspartner mehr für Filialen. Kioske oder auch Lebensmittelmärkte, die als weiteres Standbein Postdienstleistungen anbieten könnten, gibt es kaum mehr. In Gemeinden und Ortsteilen mit mehr als 2000 Einwohnern muss die Post aber eine Filiale betreiben.

Die Post verknüpft ihren mobilen Dienst mit dem posteigenen Online-Supermarkt "AllyouneedFresh". Von diesem werden die Servicefahrzeuge beliefert.

Als Warenlager mit Tiefkühlmöglichkeit werden bereits existierende Zustellstützpunkte jeweils nahe den beiden Gemeinden genutzt. Ältere Kunden, die mit der Plattform nicht zurechtkommen, können über den Service-Mitarbeiter Artikel bestellen. Die Preise liegen laut Post auf dem üblichen Niveau.

brt/dpa

insgesamt 6 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
blue-steel 14.09.2018
1. Auch noch!
Ich frage mich, was den Zustellern noch alles zugemutet wird. Es ist Ausbeutung was die Post hier betreibt.. Befristete Arbeitsverträge, Auslagerung von Arbeitsplätzen um den Tariflohn zu umgehen.. Und jetzt noch Tante Emma.. Merkwürdig was sich ein Konzern alles leisten kann.
frenchie3 14.09.2018
2. Nur konsequent
Nachdem im ländlichen Bereich Supermärkte, Kioske und Tante Emma Läden die Post verteilen..... Und dann warte mal auf ein eiliges Einschreiben weil der Butterverkauf so schleppend lief. Die Welt ist grandios
Eugenius4 14.09.2018
3. Trara!
Oh je! Die armen Landbewohner! Angewiesen auf die deutsche Post bei der Lieferung von Lebensmitteln? Da bekommen die armen Leute statt was zu essen, nur Benachrichtigungen in die Briefkästen, dass man sie nicht angetroffen hätte ... Und wenn das Zeug ankommt, ist die Milch sauer und das Brot oll.
mariomeyer 14.09.2018
4. Yo!
"Oberkotzau". Das klingt vielversprechend. "AllyouneedFresh" aber auch. Richtig polyglott-kosmopolitisch-urban - nur eben auf dem flachen Land und vom Briefträger der Post. Oder heißen die heutzutage "Germanmailandotherthingsforyourdailyneedsdelivery/salesPerson". Ich find's klasse!
hasselblad 14.09.2018
5.
Wenn es wirklich Orte gibt, an denen sich nicht ein paar Leute finden lassen, die einen Supermarkt profitabel betreiben können, kann die Post sich einen attraktiven Markt erschließen. Die Post fährt sowieso überall rum und ob der Posttyp nun einen Brief oder Scheibenkäse transportiert ist am Ende egal. Wenn eine kritische Kundenmasse den Bedarf hat, kann daraus ein Geschäftsmodell werden, für das man alle relevanten Komponenten in Logistik und Vertrieb bereits im Haus hat. Smarter move.
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2018
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.