Wirtschaft


Tarifeinigung: Postmitarbeiter erstreiten Plus von mehr als fünf Prozent

Die Post hat sich mit ihren Mitarbeitern geeinigt und erhöht die Löhne in zwei Schritten deutlich. Ver.di spricht von einem "wirklich starken Tarifergebnis", die Post fürchtet verschärfte Probleme im Briefmarkt.

Postmitarbeiter bei einer Kundgebung: Mehr als neun Millionen Briefe verspäteten sichZur Großansicht
DPA

Postmitarbeiter bei einer Kundgebung: Mehr als neun Millionen Briefe verspäteten sich

Bonn - Der Tarifstreit bei der Deutschen Post hat ein Ende. Die rund 132.000 Beschäftigten des Unternehmens einigten sich mit den Arbeitgebern in einer Marathonsitzung auf eine Lohnerhöhung in zwei Schritten. Von August an steigen die Gehälter um 3,1 Prozent, von Oktober 2014 an nochmals um 2,6 Prozent. Der Tarifvertrag gilt vom 1. April an und hat eine Laufzeit von 26 Monaten.

Noch am Freitag stimmte die Ver.di-Tarifkommission dem Kompromiss zu. Ursprünglich hatte die Gewerkschaft sechs Prozent mehr Geld gefordert. Ver.di-Verhandlungsführerin Andrea Kocsis zeigte sich trotzdem zufrieden: "Wir haben ein wirklich starkes Tarifergebnis erzielt".

Bei der Post hieß, es die Vereinbarung gebe dem Unternehmen Planungssicherheit und Stabilität. Laut Arbeitsdirektorin Angela Titzrath muss die Post aber auch eine dicke Kröte schlucken: Der Abschluss werde die Nachteile im schrumpfenden Briefmarkt verschärfen.

Neben den Gehaltserhöhungen vereinbarten die Tarifpartner auch für die Auszubildenden eine Anhebung der Vergütung um 6,1 Prozent. Darüber hinaus sichert der Abschluss unteren Einkommensgruppen mindestens einen Aufschlag von brutto 2200 Euro bezogen auf die gesamte Laufzeit zu. Diese Komponente sei möglicherweise auch für anderen Branchen von Interesse, betonte Kocsis. Mit dem Abschluss sieht sie die Post innerhalb der Branche weit an der Spitze.

Der Einigung waren in der vergangenen Woche zahlreiche Warnstreiks vorausgegangen. Im gesamten Bundesgebiet hatten rund 10.000 Briefträger und Mitarbeiter in Verteilzentren zeitweise die Arbeit niedergelegt. Laut Post wurden mehr als neun Millionen Briefe verspätet ausgeliefert.

Die Deutsche Post steht im klassischen Briefgeschäft zunehmend unter Druck, weil durch Internet und E-Mail immer weniger Briefe verschickt werden. Ausgeglichen werden die Einbußen aber bislang durch kräftige Zuwächse im Paketgeschäft, das vom Boom des Internetversandhandels profitiert.

dab/dpa

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insgesamt 10 Beiträge
n+1 26.04.2013
Das Ergebnis ist angemessen, zeigt Augenmaß auf beiden Seiten und ist in jeder Hinsicht zu begrüßen.
Das Ergebnis ist angemessen, zeigt Augenmaß auf beiden Seiten und ist in jeder Hinsicht zu begrüßen.
u.loose 26.04.2013
es sind 2,63% per Anno - nach Abzug der Inflation, der kalten Progression und dem Mehr das man der dollen Gewerkschaft von seinem Netto zahlen darf, dürfte mit ach und krach eine NULL bleiben.... Ich hab gar nicht gemerkt das [...]
es sind 2,63% per Anno - nach Abzug der Inflation, der kalten Progression und dem Mehr das man der dollen Gewerkschaft von seinem Netto zahlen darf, dürfte mit ach und krach eine NULL bleiben.... Ich hab gar nicht gemerkt das die Post nicht gekommen ist....
L!nk 26.04.2013
Ich denke nicht, das bei den paar Prozentchen die Briefpost wieder zuverlässiger ankommt. Gestreikt wird weiter - unauffällig per AU.
Ich denke nicht, das bei den paar Prozentchen die Briefpost wieder zuverlässiger ankommt. Gestreikt wird weiter - unauffällig per AU.
Altesocke 26.04.2013
6%, toll, auf ueber 2 Jahre verteilt. Das macht dann 2x 3% Wer spricht da von einem 'starken Ergebnis', bitte? Bei 2 jaehrigen Vertraegen muesste fue 2x6% gestteikt werden. Alles andere ist Augenwischerei!
6%, toll, auf ueber 2 Jahre verteilt. Das macht dann 2x 3% Wer spricht da von einem 'starken Ergebnis', bitte? Bei 2 jaehrigen Vertraegen muesste fue 2x6% gestteikt werden. Alles andere ist Augenwischerei!
trevi 26.04.2013
Diese Tariferhöhung ist dem kleinen (finanziell) Postboten, auf den in den vergangenen Jahren allerhand "draufgeladen" wurde zu gönnen. Zu hoffen ist allerdings, daß diese Erhöhung nun nicht automatisch auf die [...]
Diese Tariferhöhung ist dem kleinen (finanziell) Postboten, auf den in den vergangenen Jahren allerhand "draufgeladen" wurde zu gönnen. Zu hoffen ist allerdings, daß diese Erhöhung nun nicht automatisch auf die "höheren Ränge" oder gar die alten "stillgelegten Beamten" übertragen werden. Es ist ohnehin eine Zumutung, daß diese unkündbaren "Altbestände" mit viel Aufwand und unproduktiv "mitgeschleppt werden müssen"
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  • Freitag, 26.04.2013 – 14:52 Uhr
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Deutsche Post
Die Deutsche Post ist mit einem Umsatz von rund 53 Milliarden Euro und 423.000 Mitarbeitern einer der größten Konzerne der Republik. Das Unternehmen wurde in den neunziger Jahren privatisiert und ging 2000 an die Börse.






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