Baumarktkette: Praktiker-Mitarbeiter müssen auf Gehalt verzichten

Die Krise von Praktiker trifft die Beschäftigten. Um die Baumarktkette zu sanieren, verzichten die Mitarbeiter auf Weihnachtsgeld und Prämien. Das Unternehmen einigte sich mit der Gewerkschaft darauf, 52 Millionen Euro an Personalkosten einzusparen.

Praktiker-Baumarkt: Vermögenswirksame Leistungen und tarifliche Altersvorsorge gekürzt Zur Großansicht
dapd

Praktiker-Baumarkt: Vermögenswirksame Leistungen und tarifliche Altersvorsorge gekürzt

Kirkel - Die Mitarbeiter von Praktiker müssen für die Sanierung der Baumarktkette deutliche Einbußen hinnehmen. Das geht aus den Eckpunkten eines Tarifvertrags hervor, auf die sich Praktiker und Ver.di geeinigt haben. Übereinstimmenden Angaben zufolge leisten die 11.000 Beschäftigten einen Beitrag von rund 52 Millionen Euro - verteilt auf die Jahre 2012 bis 2014. Im Gegenzug bietet Praktiker eine Beschäftigungsgarantie.

Laut einem Firmensprecher setzt sich der Beitrag der Angestellten wie folgt zusammen: durch Verzicht auf Weihnachtsgeld und Prämien sowie die Kürzung vermögenswirksamer Leistungen und tariflicher Altersvorsorge. Bis Ende 2014 gelte eine Beschäftigungsgarantie, sagte der Sprecher. Davon seien aber Arbeitsplätze ausgeschlossen, die aufgrund der vorgesehenen Schließungen von Märkten oder aufgrund wirtschaftlicher Notfallsituationen wegfielen.

Praktiker hatte sich mit jahrelangen Rabattaktionen unter dem Slogan "20 Prozent auf alles - außer Tiernahrung" in eine Sackgasse manövriert. Sie kurbelten zwar den Umsatz an, brachten aber keinen Gewinn. Als die Baumarktkette die Rabatte abschaffte, brach das Geschäft ein. 2011 machte Praktiker einen Verlust von fast 555 Millionen Euro.

Zur Sanierung will sich der Konzern von Aktionären und Kreditgebern 235 Millionen Euro besorgen und einen Großteil der Praktiker-Baumärkte auf die besser laufende Konzernmarke Max Bahr umstellen. Unter den Eigentümern herrscht allerdings Uneinigkeit über die Pläne.

Am Mittwoch kommen die Aktionäre in Hamburg zur Hauptversammlung zusammen. Bei dem Treffen wird eine Auseinandersetzung zwischen dem Vorstand und der kritischen Großaktionärsgruppe Semper Constantia/Maseltov erwartet.

cte/dapd/Reuters

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insgesamt 28 Beiträge
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1. Jetzt
n+1 02.07.2012
Zitat von sysopdapdDie Krise von Praktiker trifft die Beschäftigten. Um die Baumarktkette zu sanieren, verzichten die Mitarbeiter auf Weihnachtsgeld und Prämien. Das Unternehmen einigte sich mit der Gewerkschaft darauf, 52 Millionen Euro an Personalkosten einzusparen. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,842129,00.html
warten wir alle darauf wann mal der öffentliche Dienst auf Sozialwerke, Beihilfen und 13. Monatsgehalt verzichtet.......
2. Praktiker-Mitarbeiter müssen auf Gehalt verzichten
crocodil 02.07.2012
Ist doch noch besser, als bei Schlecker gearbeitet zu haben!
3. optional
joachim-kast@gmx.de 02.07.2012
.... noch ist die Situation nicht so schlimm wie bei Schlecker. Aber wieder mal bezahlt die Mehrheit der Mitarbeiter für Fehler des oberen Managements.
4. .
Darjaan 02.07.2012
nach den Schlecker-Frauen jetzt die Praktiker-Männer... ich wette dass die Praktiker-Kette in spätestens 5 Jahren bankrott ist... die Bauhaus-Kette ist einfach zu stark...
5. Wie können die Rabattaktionen keinen Gewinn gebracht haben
rodelaax 02.07.2012
Die Preise entsprachen, nach Abzug der 20%, nicht selten den Preisen der Mitbewerber, denn sie sind vor Aktionsbeginn erhöht worden. Dieses ist mir mehrmals aufgefallen, sodass ich diese Kette danach gemieden habe. Diese Aktion war eine ähnliche Kundenverarsc*ung, wie die "Rabattaktionen" beim Media Markt.
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