Preisrutsch im September: Schwarzer Monat für Händler von Öl und Gold

Die Sorge vor einem weltweiten Abschwung macht sich auf dem Rohstoffmarkt bemerkbar. Die Preise für Öl und Kupfer sanken deutlich. Auch der Goldpreis geriet unter Druck - die Hochzeitssaison in Indien könnte das Edelmetall aber wieder verteuern.

Goldproduktion in Pakistan: Rohstoffe unter Preisdruck Zur Großansicht
AFP

Goldproduktion in Pakistan: Rohstoffe unter Preisdruck

Frankfurt - Für Rohstoff-Händler war der September kein besonders guter Monat. Denn angesichts der Schuldenkrise und der Sorge um die schwächelnde Weltwirtschaft haben die Preise deutlich nachgegeben.

Der Preis für die US-Ölsorte WTI ging seit Juli um 14 Prozent zurück, das ist der heftigste Einbruch seit dem vierten Quartal 2008. Beim Nordsee-Öl Brent Chart zeigen deutet sich mit einem Minus von mehr als sieben Prozent der größte Quartalseinbruch seit 15 Monaten an. Auch am Freitag gab der Ölpreis nach: Brent kostete 103 Dollar je Fass, WTI rund 82 Dollar. "Die Stimmung ist einfach schlecht, auch wenn bislang wie beim Öl noch immer genügend Nachfrage aus den Schwellenländern vorhanden ist", sagte ein Analyst.

Auch bei Kupfer und Gold Chart zeigen hielten sich die Käufer deutlich zurück. Die Preise für beide Metalle brachen so heftig ein, wie seit der Finanzkrise 2008 nicht mehr. Kupfer verlor innerhalb eines Monats fast ein Viertel an Wert. Bei dem Industriemetall macht sich die Sorge der Anleger vor einem Abschwung bemerkbar. "Die entscheidende Frage ist, ob Chinas Wirtschaft auch weiterhin ihre Zugkraft beibehält", sagte ein Analyst.

Auch aus Gold flüchteten die Anleger in den vergangenen Wochen und setzten stattdessen auf Bargeld. In den Monaten zuvor hatte das Edelmetall als Krisenwährung enorm an Wert gewonnen. Im September aber fiel der Goldpreis um rund elf Prozent - heftiger war der Einbruch nur im Oktober 2008 mit einem Minus von 17 Prozent.

Dennoch ist das Preisniveau für Gold hoch. Eine Feinunze kostete am Freitag rund 1620 Dollar. Händler berichteten, vor allem aus China und Indien als weltgrößtem Gold-Markt gebe es eine starke Nachfrage. Dabei spielt auch der Beginn der indischen Hochzeitssaison eine große Rolle. Denn in dem Land ist Goldschmuck für Brautpaare ein traditionelles Geschenk.

mmq/Reuters

Diesen Artikel...
Aus Datenschutzgründen wird Ihre IP-Adresse nur dann gespeichert, wenn Sie angemeldeter und eingeloggter Facebook-Nutzer sind. Wenn Sie mehr zum Thema Datenschutz wissen wollen, klicken Sie auf das i.

Auf anderen Social Networks teilen

  • Xing
  • LinkedIn
  • Tumblr
  • studiVZ meinVZ schülerVZ
  • deli.cio.us
  • Digg
  • reddit
Forum - Diskutieren Sie über diesen Artikel
insgesamt 10 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
    Seite 1    
1. Titelfrei und Spaß dabei
Bildungselite 30.09.2011
Zitat von sysopDie Sorge vor einem weltweiten Abschwung macht sich auf dem Rohstoffmarkt bemerkbar. Die Preise für Öl und Kupfer sanken deutlich. Auch der Goldpreis geriet unter Druck - die Hochzeitssaison in Indien könnte das Edelmetall aber wieder verteuern. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,789407,00.html
Genau so ist es. An meiner Stamm-Tanke konnte ich den erdrutschartigen Preisverfall gut beobachten. Letzte Woche Montag noch für 1,55 getankt und gestern für 1,54.
2. ...
deus-Lo-vult 30.09.2011
Wo bleibt dann der Preisrutsch an den Tankstellen, wenn der Ölpreis so gefallen ist?
3. von wegen Preissenkung
Totenvogel 30.09.2011
Zitat von deus-Lo-vultWo bleibt dann der Preisrutsch an den Tankstellen, wenn der Ölpreis so gefallen ist?
Ich beobachte seit Monaten die Preisentwicklung an zwei mir gegnüberliegenden Tankstellen.Wenn die Eine (Total) abends abschließt, erhöht die Andere (Aral) die Preise bis zum nächsten Morgen um bis zu 12 Cent pro Liter. Vielleicht haben die Aralis noch nichts gemerkt von der Preissenkung auf dem Ölmarkt, oder das Ganze hat System. Ich kann jedenfalls nicht bestätigen dass die Benzin/Diesel-Preise gesunken wären!
4. .
aga100 30.09.2011
Zitat von BildungseliteGenau so ist es. An meiner Stamm-Tanke konnte ich den erdrutschartigen Preisverfall gut beobachten. Letzte Woche Montag noch für 1,55 getankt und gestern für 1,54.
Goldig! Über 90 Cent davon sind alleine Steuern und der Rest wird natürlich auch nicht alleine vom Ölpreis gebildet. Was haben Sie also erwartet? Ich fürchte, Sie warten auch darauf, dass der Brotpreis sinkt, nur weil Mehl etwas billiger wird ...
5. ................
lupenrein 30.09.2011
Zitat von aga100Goldig! Über 90 Cent davon sind alleine Steuern und der Rest wird natürlich auch nicht alleine vom Ölpreis gebildet. Was haben Sie also erwartet? Ich fürchte, Sie warten auch darauf, dass der Brotpreis sinkt, nur weil Mehl etwas billiger wird ...
Täglicher Kursverlauf von Erd- und Heizöl ist zu finden auf tecson.de
Alle Kommentare öffnen
    Seite 1    
News verfolgen

HilfeLassen Sie sich mit kostenlosen Diensten auf dem Laufenden halten:

alles aus der Rubrik Wirtschaft
Twitter | RSS
alles aus der Rubrik Unternehmen & Märkte
RSS
alles zum Thema Goldpreis
RSS

© SPIEGEL ONLINE 2011
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH

SPIEGEL ONLINE Schließen


  • Drucken Versenden
  • Nutzungsrechte Feedback
  • Kommentieren | 10 Kommentare
  • Zur Startseite

Gold-Fakten

Zitate starten: Klicken Sie auf den Pfeil


Goldrausch - so profitieren Sie
Gold gilt als krisenfeste Anlage, aber stimmt das wirklich? Grundsätzlich sollte man bedenken: Gold wirft keine Erträge ab - es gibt weder Zinsen noch Dividenden. Gewinn kann man also nur machen, wenn der Goldpreis beständig steigt. Gerade wenn man zu einem hohen Preis kauft, ist es jedoch fraglich, ob der Kurs weiter nach oben klettert. SPIEGEL ONLINE verrät, auf was Sie bei Ihrem Investment achten müssen.
Barren, Münzen, Nuggets
Wer physisches Gold haben will, sollte gängige Anlagemünzen kaufen. Das sind Krügerrand aus Südafrika, die australische Nugget, Wiener Philharmoniker, Maple Leaf aus Kanada oder China Panda. Diese Münzen sind im Unterschied zu Sammlermünzen auch in Krisenzeiten gut handelbar.

Anleger beziehen sie am besten über Banken oder Goldhändler wie Euro Change in Berlin, pro aurum in München oder Westgold. Maßeinheit für echtes Gold ist die Feinunze, sie wiegt 31,1 Gramm. Kunden sollten sich von Banken und Händlern ein Angebot inklusive Versandkosten und aller Gebühren erstellen lassen.

Außerdem sollte man das Problem der Lagerung beachten: Denn zuhause ist die vermeintlich sichere Anlage keineswegs vor Dieben geschützt. In den Golddepots der Banken wiederum fallen Gebühren an. In einem Schweizer Hochsicherheitstresor zum Beispiel beträgt die Depotgebühr monatlich 0,025 Prozent des Werts.
Zertifikate, Fonds, Aktien
Alternativen zum echten Gold sind Wertpapiere wie Goldminenaktien, Goldfonds oder Zertifikate. Der Vorteil für den Anleger: Die Kaufaufschläge sind geringer als bei physischem Gold - und die Lagergebühren fallen ganz weg.

Wer Goldaktienfonds kauft, erwirbt Anteile an Goldminen. Aber nicht jede Mine ist eine Goldgrube. So schwanken die Kurse von Goldminenaktien noch stärker als der Goldpreis. Entsprechend hoch bewerten Experten die Chance-Risiko-Klasse von Goldaktienfonds.

Im Jahr 2009 machten manche Goldfonds rund 50 Prozent Verlust. Der Grund: Die Aktien der Minengesellschaften können sich dem allgemeinen Börsentrend nicht entziehen. Geht es an der Börse abwärts, fallen auch diese Aktien - selbst wenn der Goldpreis steigt.

Ein weiterer Nachteil: Das gute Gefühl, einen realen Wertgegenstand in der Hand zu halten, fällt bei Zertifikaten, Fonds und Aktien weg. Und das Beispiel Lehman Brothers hat gezeigt: Sollte die Bank, die die Zertifikate ausgegeben hat, pleite gehen, ist das Papier wertlos.