Premium-Karte Air Berlin spendierte Ex-Öger-Tours-Chef Freiflüge

Air Berlin gewährte zahlreichen Prominenten Freiflüge. Einer von ihnen ist nach SPIEGEL-ONLINE-Informationen der Unternehmer Vural Öger, Ex-Chef von Öger Tours und ehemals Mitglied des Europäischen Parlaments mit guten Kontakten zu dessen Tourismusausschuss.

Von Marvin Oppong

Unternehmer Öger: "Ja, ich bin Besitzer dieser Karte"
DPA

Unternehmer Öger: "Ja, ich bin Besitzer dieser Karte"


Hamburg - Mehr als 100 Prominenten gewährte Air Berlin lange Zeit Freiflüge - wem genau, hält das Unternehmen geheim. Einer der Profiteure ist nach Informationen von SPIEGEL ONLINE der Unternehmer und SPD-Politiker Vural Öger.

Wie ein Insider berichtet, nutzte Vural Öger kostenlose Flüge von Air Berlin für sich und womöglich für seine Familie. Er war Besitzer einer jener "Counter Card Premium Plus"-Karten, die Promis und ihre Familien jederzeit kostenlose Air-Berlin-Flüge garantierte. Öger bestätigte auf Anfrage, Besitzer dieser Karte zu sein. Er habe die Karte "im Rahmen der gesetzlichen Vorschriften" benutzt.

Vural Öger war bis Juli 2010 Geschäftsführer der Öger Tours GmbH, einem Touristikunternehmen mit Schwerpunkt Türkei; dann verkaufte er seine Firma an die Thomas Cook AG und gehört seitdem deren Aufsichtsrat an. Bis Juli 2009 war Öger zudem Mitglied der Sozialdemokratischen Fraktion im Europäischen Parlament, von Juli 2004 bis Januar 2007 saß er im Ausschuss für Verkehr und Fremdenverkehr und hatte dort Zugang zu vertraulichen Dokumenten und allen Sitzungen des Tourismusausschusses.

Inwiefern seine Familie ebenfalls gratis geflogen ist und wie oft er das Air-Berlin-Angebot nutzte, sagte Öger nicht. Man sehe "aus datenschutzrechtlichen Gründen" keine Veranlassung dazu, teilte eine Pressesprecherin von Öger Tours mit. Er sehe "keinen Konflikt" zu seiner Tätigkeit als Aufsichtsratsmitglied der Thomas Cook AG.

Air Berlin befindet sich derzeit im Umbruch - erst kürzlich hatte der neue Chef Hartmut Mehdorn dem Unternehmen einen strikten Sparkurs verordnet. In den Jahren 2008, 2009 und 2010 hatte Air Berlin jeweils Verlust gemacht.

Trotzdem leistete sich das Unternehmen offenbar lange den Luxus, ausgewählten Prominenten und Parlamentariern eine Vorzugsbehandlung zu gewähren. Die Gratisflüge von 100 Promis aus Wirtschaft, Sport, Kultur und Unterhaltung waren Anfang Oktober durch die "Bild am Sonntag" bekanntgeworden.

Transparency International kritisierte vor allem die Vorteile, die Air Berlin Parlamentariern gewährte - und forderte mehr Transparenz. Ihm sei nicht erklärlich, warum Abgeordnete etwa einen schnelleren Check-In benötigen als andere, sagte der Geschäftsführer des Vereins, Christian Humborg, der Nachrichtenagentur dpa. Humborg forderte, der Bundestag müsse stärker transparent machen, welche Vorteile Abgeordneten angeboten würden. "Wichtig ist, dass Fakten auf den Tisch kommen." Sonst entstehe immer Anschein, dass die Politiker nicht so unabhängig seien.

Air Berlin hat inzwischen mitgeteilt, die Gratisflüge "vor dem Hintergrund der Neuausrichtung der Air Berlin zum Jahresende" einstellen zu wollen.

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insgesamt 18 Beiträge
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Seite 1
Dominik Menakker, 08.11.2011
1. Kein Titel
Zitat von sysopAir Berlin gewährte zahlreichen Prominenten Freiflüge. Einer von ihnen ist nach SPIEGEL-ONLINE-Informationen*der Unternehmer*Vural Öger, Ex-Chef von Öger Tours und ehemals Mitglied des Europäischen Parlaments mit guten Kontakten zu dessen*Tourismusausschuss. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,796279,00.html
Einfach mal Verschwörungstheorien beiseite lassen und davon ausgehen, dass Öger diese als einer der größten touristischen Nachfrager bekommen hat.
Sabi 08.11.2011
2. Gier !
Zitat von Dominik MenakkerEinfach mal Verschwörungstheorien beiseite lassen und davon ausgehen, dass Öger diese als einer der größten touristischen Nachfrager bekommen hat.
Je reicher umso gieriger ! Das ist die Devise ! Gier beherrscht die Welt ob eine Ghaddafi heißt, oder Schröder oder Fischer, oder Öger, etc.
Emil Andabak 08.11.2011
3. Freifluege fuer Oeger
Es ist in der Geschaeftswelt nicht ungewoehnlich, auch nicht anruechig, wenn ein Unternehmen sich den frueheren Fuehrungskraeften der Branchenkollegen und anderen Promis gegenueber grosszuegig zeigen. Das Tat Lufthansa seit jeh her. Offenbar moechte man mit dieser Meldung auf erbaermliche Art und Weise Anruechigkeit erzeugen. MfG. Emil Andabak
regula2 08.11.2011
4. Wozu ?
Als Beamtenadeliger hat Herr Öger doch ohnehin unbegrenzten Anspruch auf kostenloses Fliegen, bzw. die Kosten werden vom Staat getragen.
Schlunze 08.11.2011
5. genau da fängt korruption doch an...
geschenke hier, vergünstigungen und vorteile dort...eine schmierige hand wäscht die andere...degeneration.
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