Koalitionsverhandlungen Prepaid-Karten sollen Stromsperren verhindern

Mehr als 300.000 Haushalten wird jedes Jahr vorübergehend der Strom abgeklemmt, weil die Rechnungen nicht bezahlt werden. Mit dieser drastischen Maßnahme soll nach Plänen der künftigen Koalition bald Schluss sein. Union und SPD wollen Vorkassesysteme einführen.

Abgedunkelte Wohnung: Sperren wegen unbezahlter Rechnungen eindämmen
DPA

Abgedunkelte Wohnung: Sperren wegen unbezahlter Rechnungen eindämmen


Berlin - Verbraucher kennen es vor allem von Handys, nun soll das Prepaid-System auf Stromnutzer übertragen werden. So wollen Union und SPD die wachsende Zahl von Stromsperren wegen unbezahlter Rechnungen eindämmen. "Die Versorger bekommen ihr Geld und der Verbraucher muss nicht auf Strom verzichten", sagte die CDU-Politikerin Mechthild Heil der "Saarbrücker Zeitung". Das Vorkassesystem solle verhindern, dass sich Monat für Monat Stromschulden auftürmen, die dann zu einer Stromsperre und zu noch höheren Kosten führen könnten, sagte Heil, die bei den Koalitionsverhandlungen Unionschefunterhändlerin in der Arbeitsgruppe Verbraucherschutz ist.

Die Stromkunden würden durch das Prepaid-System "achtsamer und sparsamer mit ihrem Verbrauch umgehen", sagte Ulrich Kelber, Chefunterhändler für die SPD, der "Saarbrücker Zeitung". Die Energieversorger sollen dem Bericht zufolge verpflichtet werden, ihre Stromzähler technisch umzurüsten. Heil sagte der Zeitung, dafür sei eine Frist innerhalb "von zehn Jahren" vorstellbar.

Die Unterarbeitsgruppe Verbraucherpolitik hatte bereits am Freitag zum Abschluss ihrer Verhandlungen Maßnahmen gegen Strom- und Gassperren angekündigt, um vor allem Verbraucher mit niedrigem Einkommen vor Energiearmut zu schützen. In Deutschland sind dem Bericht zufolge pro Jahr mehr als 300.000 Haushalte von Stromsperren betroffen.

yes/AFP



Forum - Diskutieren Sie über diesen Artikel
insgesamt 311 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
karldhammer 11.11.2013
1. Früher
hatten wir Strom- und Gasmünzen. Soo bahnbrechend ist diese Idee also nicht.
sudiso 11.11.2013
2. optional
anstatt sowas einzuführen sollte man lieber schauen warum die leute ihre stromrechnungen nicht bezahlen..... und 300000 haushalte..... im vergleich zur einwohnerzahl deutschland eher ein tropfen auf den heißen stein........ desweiteren sollte man sich mal über die steigenden kosten des stroms gedanken machen. darin liegt nämlich ein problem von vielen.
mischpot 11.11.2013
3. Frechheit der Politik
Die sollten die EEG Umlage abschaffen und endlich die Konzerne auch Ihre Stromrechnung bezahlen lassen. Dann könnte der kleine Mann auch seinen Strom bezahlen. Ja die großen Konzerne deren Exportüberschuß schon wieder zugenommen hat können nicht überleben wenn Sie Strom den Sie verbrauchen auch noch bezahlen müssen, wie hoch war der Überschuß bei BMW, Volkswagen etc. auf jeden Fall mehrere Milliarden aber Strom könnnen Sie nicht bezahlen weil sie sonst nicht mehr Wettbewerbsfähig werden und dann die hohen Lohnkosten nicht mehr bezahlen könnten und Deutschland als Standort gefährdet wäre. Welch eine Lüge.
rodflanders 11.11.2013
4. Wo ist der Vorteil?
Wenn das Guthaben verbraucht ist, hat der Kunde doch dann trotzdem keinen Strom mehr? Oder wie soll das in der Praxis laufen? Und wie soll man als Kunde da einen wirklichen Überblick haben? Naja für die entsprechende Klientel wird die Vorrauszahlung ja eh vom Amt übernommen.
joenight 11.11.2013
5. Meinungsmache und Abzocke.
Von wegen: "Die Versorger bekommen ihr Geld und der Verbraucher muss nicht auf Strom verzichten", die Frage ist doch woher die Kosten kommen, die überhaupt erst zur Sperrung führen. Faktisch läuft es darauf hinaus, dass "Ihr Guthaben ist verbraucht" kommt und der Anschluss abgedreht wird. Na danke, da geht es tatsächlich nur darum, dass die Anbieter Ihr Geld bekommen. Unterm Strich werden umso mehr Leute keinen Strom haben, bei steigenden Preisen und Profiten. Nein Danke!
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2013
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.