Blockade bei Prevent-Tochter Streik beeinträchtigt Autoproduktion bei VW und Opel

Die Beschäftigten des Autozulieferers Neue Halberg Guss wollen eine geplante Standortschließung und Stellenabbau verhindern - und blockieren die Auslieferung. Das bekommen nun auch die Autobauer zu spüren.

Mitarbeiter der Neuen Halberg-Guss vor dem Standort Leipzig
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Mitarbeiter der Neuen Halberg-Guss vor dem Standort Leipzig


Der Streik beim Zulieferer Neue Halberg Guss (NHG) hat Folgen für Abnehmer in der Automobilindustrie. "Fakt ist, im Moment können wir durch den Streik nicht ausliefern, nicht produzieren. Das wirkt sich natürlich bei unseren Kunden aus", sagte ein Sprecher der Prevent-Gruppe, die den Lieferanten im Januar übernommen hatte.

VW teilte deshalb mit: "Es gibt erste Beeinträchtigungen der Produktion, die wir jedoch über Flexibilisierungsmaßnahmen auffangen können." Die Fertigung laufe weiter.

Auch Opel hat als Folge des Arbeitskampfes mit Engpässen zu kämpfen. Im Werk Eisenach würden deshalb für Juli geplante Schließungstage in den Juni vorgezogen, teilte ein Sprecher der PSA-Tochter mit. Kurzfristig sei die Produktion in anderen Fahrzeugwerken nicht betroffen. "Wir arbeiten weiterhin mit dem Lieferanten zusammen, um das Problem zu lösen."

Neben VW und Opel gehören alle großen Autobauer und mehrere Lkw-Hersteller zu den Kunden von NHG.

Warum wird gestreikt?

Am Samstag hatten Beschäftigte am Leipziger Werk damit begonnen, die Auslieferung bereits fertiggestellter Motorblöcke zu verhindern. Nun haben sie die Blockade fortgesetzt. Sie bildeten eine Menschenkette, um Lastwagen vom Einfahren in das Lager abzuhalten. Mehrere Lkw stauten sich auf der Straße vor dem Werk.

Die Sperrung der Zufahrt solle bis Freitag dauern, sagte Heinz Volkmer, Mitglied der IG-Metall-Streikleitung. Die Gewerkschaft will damit den Druck auf den Arbeitgeber erhöhen und einen Sozialtarifvertrag bei dem Zulieferer durchsetzen. Nach ihren Angaben will NHG das Werk in Leipzig mit 800 Mitarbeitern schließen, in Saarbrücken sollen 300 von aktuell 1500 Stellen wegfallen.

Volkswagen fällt als Kunde weg

Grund für den geplanten Stellenabbau und die Standortschließung ist, dass sich Volkswagen als Hauptkunde von NHG zurückzieht. Die Geschäftsführung von Neue Halberg Guss hatte sich am Wochenende an die Belegschaft gewandt und ein Ende des Streiks gefordert. "Noch haben wir Kunden, die uns vertrauen - aber mit jedem Tag, den die Kunden auf Lieferungen warten und durch den Streik in ihrer Existenz bedroht sind, verlieren wir Vertrauen und Sie streiken sich selbst in die Arbeitslosigkeit", schrieb Geschäftsführer Alexander Gerstung in einem offenen Brief.

Volkswagen liegt seit Längerem im Streit mit Prevent, hinter der die bosnisch-stämmige Unternehmerfamilie Hastor steht. Sie war vor zwei Jahren in die Schlagzeilen geraten, als die zu ihrem Imperium gehörende Prevent-Gruppe mit Volkswagen über die Lieferung von Teilen stritt und zeitweise die Produktion des Autobauers lahmlegte.

cop/Reuters/dpa-AFX



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