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Fabrikeinsturz in Bangladesch: Billigkette Primark zahlt Entschädigung an Textilarbeiter

Unglücksort in Bangladesch (Archivbild): Räumarbeiten nach Farbrikeinsturz Zur Großansicht
AFP

Unglücksort in Bangladesch (Archivbild): Räumarbeiten nach Farbrikeinsturz

Der irische Modekonzern Primark zahlt jetzt neun Millionen Dollar an Opfer des Fabrikunglücks in Bangladesch von vor einem Jahr. Hilfsorganisationen kritisieren, dass bislang zu wenige Unternehmen Entschädigungen zusagen.

London/Dublin - Es ist nur ein schwacher Trost: Rund ein Jahr nach dem Einsturz einer Textilfabrik in Bangladesch mit mehr als 1100 Toten beginnt die irische Billigkette Primark mit der Auszahlung von neun Millionen Dollar Hilfen. Das Geld soll an Familien der Opfer sowie an 580 Arbeiter gehen, die für einen Zulieferer im zweiten Stock des Gebäudekomplexes Rana-Plaza gearbeitet hatten, teilte der irische Modekonzern mit.

Eine weitere Million Dollar soll in einen Fonds fließen, der für sämtliche Opfer eingerichtet wurde. Insgesamt habe Primark damit bis jetzt 12 Millionen Dollar Entschädigung und Opferhilfe gezahlt, heißt es. "Die Katastrophe war ein Wendepunkt", sagte Paul Lister, Direktor des britischen Mischkonzerns ABF, zu dem Primark gehört, nach Informationen des SPIEGEL anlässlich des Unglücks.

Opferorganisationen beklagen, dass die versprochenen Entschädigungszahlungen bisher kaum geleistet worden seien. "Der Weg ist noch lang, bis die 40 Millionen Dollar zusammenkommen, die gebraucht werden, um Zahlungen an alle Arbeiter zu leisten", heißt es in einer Mitteilung der Organisationen Clean Clothes Campaign, UNI Global Union und IndustriALL. Bislang hätten nur wenige Unternehmen Hilfszahlungen zugesagt, darunter der kanadische Konzern Loblaw, die Firma Mascot of Denmark, die britischen Unternehmen Bonmarché und Premier Clothing sowie die spanischen Ketten El Corte Inglés, Mango und der Konzern Inditex, zu dem unter anderem die Marke Zara gehört.

Das mehrstöckige, illegal errichtete Fabrikgebäude in der Nähe von Dhaka war im April vergangenen Jahres eingestürzt. Nach dem Einsturz hatte sich ein Großteil der internationalen Textilindustrie zu verbesserten Sicherheitsvorkehrungen verpflichtet, Bangladesch ließ zudem erstmals freie Gewerkschaften zu.

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11  Bilder
Bangladesch: Arbeiter ohne Schutz
Mit Bildern von den Opfern des Unglücks haben Fotografen auf die miserablen Arbeitsbedingungen in dem Land aufmerksam gemacht. Das bekannteste Foto zeigt ein Paar, das engumschlungen in den Trümmern gefunden wurde.

bos/dpa/Reuters

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Bangladesch: Massenproteste nach Fabrikeinsturz


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