Wirtschaft


Insolvente Drogeriekette: Finanzinvestor aus Tschechien will Schlecker kaufen

Das Bieten um Schlecker geht in die heiße Phase. Fünf Interessenten streiten sich um die insolvente Drogeriekette. Doch nach SPIEGEL-Informationen gibt es bislang nur ein ernstzunehmendes Angebot. Der tschechisch-slowakische Finanzinvestor Penta will die verbliebenen 3000 Filialen retten.

Schlecker-Filiale in Ansbach: Investitionen von rund 90 Millionen Euro nötigZur Großansicht
DPA

Schlecker-Filiale in Ansbach: Investitionen von rund 90 Millionen Euro nötig

Hamburg - Die Private-Equity-Gesellschaft Penta Investments will bei der insolventen Drogeriemarktkette Schlecker einsteigen. "Wir haben ein unverbindliches Angebot eingereicht", bestätigte ein Penta-Sprecher dem SPIEGEL. Zu Details wollte er sich nicht äußern.

Die tschechisch-slowakische Finanzgruppe ist bisher der einzig ernstzunehmende Interessent für die Übernahme des Drogeriekonzerns. Penta will sich nach SPIEGEL-Informationen nicht mit den Schlecker-Kindern Meike und Lars zusammentun. Die suchen ebenfalls nach einem Co-Investor, um das Unternehmen in Familienhand zu halten. Bei Penta kann man sich aber allenfalls eine symbolische Minderheitsbeteiligung der Geschwister vorstellen.

Der Kaufpreis und die Investitionssumme, die Penta für Schlecker bereitstellen müsste, sind noch unklar. Für die Modernisierung von rund 3000 Schlecker-Filialen würden etwa 30.000 Euro pro Laden fällig, heißt es. Das ergäbe ein Investitionsvolumen von insgesamt rund 90 Millionen Euro. Das Konzept von Penta sieht vor, im besten Fall keine weiteren Filialen zu schließen und die verbliebenen Jobs zu erhalten. Penta ist in zehn Ländern aktiv und hat eine Bilanzsumme von 3,4 Milliarden Euro. In Deutschland gehört die Firma H. von Gimborn, ein Hersteller von Tiernahrung, zu Penta Investments.

In der Slowakei geriet der Investor zuletzt wegen der sogenannten Gorilla-Affäre in die Schlagzeilen: Vermeintliche Geheimdienstprotokolle legten dubiose Kontakte zur Regierung nahe. Penta spricht von einer "Verleumdungskampagne".

Droege angeblich aus dem Rennen

Laut einem Bericht der "Stuttgarter Nachrichten" ist noch ein weiterer internationaler Finanzinvestor ohne Handelskompetenz im Rennen. Die deutschen Bieter, darunter auch die Düsseldorfer Droege-Gruppe, seien dagegen nicht mehr in der engeren Auswahl.

Droege hatte zuvor bestätigt, der Insolvenzverwaltung ein Kaufangebot für Schlecker unterbreitet zu haben. Dieses sei jedoch so gering, dass Droege bei dem Prozess unter dem Decknamen "Projekt Sky" nur noch unter "ferner liefen" auftauche, berichtet die Zeitung unter Berufung auf Unternehmenskreise.

Schlecker soll demnach im Rahmen eines sogenannten Asset Deals verkauft werden. Im Gegensatz zu einem Share Deal erwirbt der Käufer vom Verkäufer in diesem Fall nicht die Anteile an der zum Verkauf stehenden Gesellschaft. Stattdessen werden bei dieser Art des Unternehmensverkaufs die physischen Wirtschaftsgüter veräußert - bei Schlecker sind dies insbesondere Immobilien und Warenbestände.

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cte/dapd

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insgesamt 34 Beiträge
Cortado#13 06.04.2012
Deutsche Firmen ins Ausland verkaufen, scheint Methode dahinter zu stecken. Dann mit einem Schundlohn das Personal abspeisen nach dem Motto: Friss oder Stirb! Wahrlich, paradiesische Zustände in diesem Land!!!
Zitat von sysopDas Bieten um Schlecker geht in die heiße Phase. Fünf Interessenten streiten sich um die insolvente Drogeriekette. Doch nach SPIEGEL-Informationen gibt es bislang nur ein ernstzunehmendes Angebot. Der tschechisch-slowakische Finanzinvestor Penta will die verbliebenen 3000 Filialen retten. Insolvente Drogeriekette: Finanzinvestor aus Tschechien will Schlecker kaufen - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Wirtschaft (http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,826160,00.html)
Deutsche Firmen ins Ausland verkaufen, scheint Methode dahinter zu stecken. Dann mit einem Schundlohn das Personal abspeisen nach dem Motto: Friss oder Stirb! Wahrlich, paradiesische Zustände in diesem Land!!!
vaseline 06.04.2012
So sieht es aus denn Merkel, Schäuble, Rösler & Co. incl. Lobby ermöglichen das erst und als Schmackerln gibt es Dumpinglöhne versteht sich und da ist es kein Wunder, wenn mit angeblichem Rückgang der Arbeitslosenzahlen [...]
Zitat von pl-pittDeutsche Firmen ins Ausland verkaufen, scheint Methode dahinter zu stecken. Dann mit einem Schundlohn das Personal abspeisen nach dem Motto: Friss oder Stirb! Wahrlich, paradiesische Zustände in diesem Land!!!
So sieht es aus denn Merkel, Schäuble, Rösler & Co. incl. Lobby ermöglichen das erst und als Schmackerln gibt es Dumpinglöhne versteht sich und da ist es kein Wunder, wenn mit angeblichem Rückgang der Arbeitslosenzahlen geprahlt wird nur das eben diese aufstocken etc. müssen, sagen die feinen Damen und Herren natürlich nicht nach dem Motto, dass Volk schön dumm und am Boden halten ergo von einer Diktatur in die Andere.
Genau, und dahinter Angelsachsen , die sich ihr Geld selber drucken, und Politiker (FDP,CDU, GRÜNE und die feiste SPD) , die sich zum höchsten Lohn verkaufen.
Zitat von pl-pittDeutsche Firmen ins Ausland verkaufen, scheint Methode dahinter zu stecken. Dann mit einem Schundlohn das Personal abspeisen nach dem Motto: Friss oder Stirb! Wahrlich, paradiesische Zustände in diesem Land!!!
Genau, und dahinter Angelsachsen , die sich ihr Geld selber drucken, und Politiker (FDP,CDU, GRÜNE und die feiste SPD) , die sich zum höchsten Lohn verkaufen.
gogic 06.04.2012
Das soll wohl ein Witz sein. In der Tschechei und Slowakei hat Penta ein Renome von Korruption und Bestechung. Die Gründer der Investment Gruppe haben in Moskau an einer Schule für Geheimagenten studiert. Die Gruppe beschäftigt [...]
Das soll wohl ein Witz sein. In der Tschechei und Slowakei hat Penta ein Renome von Korruption und Bestechung. Die Gründer der Investment Gruppe haben in Moskau an einer Schule für Geheimagenten studiert. Die Gruppe beschäftigt mehrere ehemalige hochrängige STB (Tschechosl. Stasi) Mitarbeiter. Ihre Arbeitsweise entspricht dem Hintergrund. Die Investment Gruppe kauft strategisch wichtige Unternehmen (Krankenhäuser, Energiewerke, Wasserwerke) von der Regierung ab (in Osteuropa hat während Sozialismus alles dem Staat gehört und wird allmählich privatisiert). Dazu bestechen Penta die Politiker und Beamte die für die Auswahl des Investors zuständig sind. Das geschieht oft auf ziemlich grobe Weise - z.Bsp. die Beamte gewinnt ein paar tausend Euro in der Lotterie. In der Slowakei hat Penta sogar eine Bank die den politischen Parteien vor den Wahlkämpfen zu niedrigen Zinsen Geld leiht. Das ist noch die bessere Variante. Über die meisten Anzahlungen an die Politiker erfährt man nichts. Als Gegenleistung für die 'gestifteten' Gelder erhält Penta politischen Einfluss über ganze Ministerien. Zum Beispiel, die neue Gesundheitsministerin in Slowakei ist ehemalige Managerin einer von Penta gegründeten und geführten Krankenkasse (Dovera). Penta und andere Investment Gruppen kann man in der Slowakei als eine Schattenregierung betrachten - wobei der Penta es grundsätzlich egal ist wer regiert, sie haben fast alle Parteien unter dem Hut. Penta hat versucht sich auch in Polen auszubreiten. Da wurden sie wortwortlich mit einer Anklage wegen Bestechung rausgeschmissen. Für die, die es interessiert, googlet einfach "penta gorila corruption" Tom Nicholson's blog hat auch viele Hintergrundinfos auch im Englisch: Blog - Tom Nicholson (blog.sme.sk) (http://nicholson.blog.sme.sk) (Ich glaube hier wäre es auch für die Reporter und Journalisten interessant den Hintergrund von Penta nachzuhaken.) Als Faustregel gilt, keine Geschäfte mit Penta!!
Izmir.Übül 06.04.2012
Na, da weiß man doch gleich, worauf das hinauslaufen soll! P.S. Was macht eigentlich die Karstadt"rettung" durch Nicolas Berggruen?
Zitat von cte/dapdStattdessen werden bei dieser Art des Unternehmensverkaufs die physischen Wirtschaftsgüter veräußert - bei Schlecker sind dies insbesondere Immobilien und Warenbestände.
Na, da weiß man doch gleich, worauf das hinauslaufen soll! P.S. Was macht eigentlich die Karstadt"rettung" durch Nicolas Berggruen?
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  • Freitag, 06.04.2012 – 10:16 Uhr
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