Hamburg - Die Private-Equity-Gesellschaft Penta Investments will bei der insolventen Drogeriemarktkette Schlecker einsteigen. "Wir haben ein unverbindliches Angebot eingereicht", bestätigte ein Penta-Sprecher dem SPIEGEL. Zu Details wollte er sich nicht äußern.
Die tschechisch-slowakische Finanzgruppe ist bisher der einzig ernstzunehmende Interessent für die Übernahme des Drogeriekonzerns. Penta will sich nach SPIEGEL-Informationen nicht mit den Schlecker-Kindern Meike und Lars zusammentun. Die suchen ebenfalls nach einem Co-Investor, um das Unternehmen in Familienhand zu halten. Bei Penta kann man sich aber allenfalls eine symbolische Minderheitsbeteiligung der Geschwister vorstellen.
Der Kaufpreis und die Investitionssumme, die Penta für Schlecker bereitstellen müsste, sind noch unklar. Für die Modernisierung von rund 3000 Schlecker-Filialen würden etwa 30.000 Euro pro Laden fällig, heißt es. Das ergäbe ein Investitionsvolumen von insgesamt rund 90 Millionen Euro. Das Konzept von Penta sieht vor, im besten Fall keine weiteren Filialen zu schließen und die verbliebenen Jobs zu erhalten. Penta ist in zehn Ländern aktiv und hat eine Bilanzsumme von 3,4 Milliarden Euro. In Deutschland gehört die Firma H. von Gimborn, ein Hersteller von Tiernahrung, zu Penta Investments.
In der Slowakei geriet der Investor zuletzt wegen der sogenannten Gorilla-Affäre in die Schlagzeilen: Vermeintliche Geheimdienstprotokolle legten dubiose Kontakte zur Regierung nahe. Penta spricht von einer "Verleumdungskampagne".
Droege angeblich aus dem Rennen
Laut einem Bericht der "Stuttgarter Nachrichten" ist noch ein weiterer internationaler Finanzinvestor ohne Handelskompetenz im Rennen. Die deutschen Bieter, darunter auch die Düsseldorfer Droege-Gruppe, seien dagegen nicht mehr in der engeren Auswahl.
Droege hatte zuvor bestätigt, der Insolvenzverwaltung ein Kaufangebot für Schlecker unterbreitet zu haben. Dieses sei jedoch so gering, dass Droege bei dem Prozess unter dem Decknamen "Projekt Sky" nur noch unter "ferner liefen" auftauche, berichtet die Zeitung unter Berufung auf Unternehmenskreise.
Schlecker soll demnach im Rahmen eines sogenannten Asset Deals verkauft werden. Im Gegensatz zu einem Share Deal erwirbt der Käufer vom Verkäufer in diesem Fall nicht die Anteile an der zum Verkauf stehenden Gesellschaft. Stattdessen werden bei dieser Art des Unternehmensverkaufs die physischen Wirtschaftsgüter veräußert - bei Schlecker sind dies insbesondere Immobilien und Warenbestände.
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cte/dapd
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